Baukultur und Bewusstheit
by Regine Geibel
2004-2026 22

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Neues Businessquartier in bester Lage

Die Rock Capital Group investiert in eine der größten Entwicklungen der Münchner Innenstadt: HEAVEN mit 30.000 Quadratmetern für New Work-Arbeitswelten – zur Hälfte in Bestandsgebäuden, zur Hälfte neu. Jetzt wurde der Grundstein gelegt.

Fünf Monate dauerten die Abbrucharbeiten auf dem ehemaligen Bruckmann-Areal. Jetzt wurde der Grundstein zu einem neuen Business-Quartier gelegt. Zur Feier des offiziellen Baubeginns kamen rund 250 geladene Gäste, Projekt-Beteiligte und Pressevertreter. Dr. Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft der Stadt München, lobte: "Flexible Grundrisse, unterschiedliche Gebäudegrößen und eine Lage mitten in der Stadt. München braucht genau solche Projekte, um ein zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort zu bleiben." Christian Bernreiter, Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, bezeichnete HEAVEN als "wegweisend", Verena Dietl, Dritte Bürgermeisterin von München, als "Gewinn für unsere Stadt und den Stadtteil", Stadtbaurätin Prof. Dr. Merk als Projekt, das modernes Bauen und behutsame Bestandssanierung mit zeitgemäßen Formen urbanen Arbeitens verbinde. Für Rita Ahlers von Hilmer Sattler Architekten bedeutet das eine "Herkulesaufgabe, bei der die Schnittstellen zwischen Alt und Neu zwar ablesbar, aber nicht konträr gestaltet sind."

Attraktive zentrale Lage

"Das HEAVEN ist kein klassisches Developer-Projekt, bei dem man abreißt, was da steht, und etwas Neues draufstellt. Wir haben uns Gebäude für Gebäude angeschaut", so Andreas Wißmeier, Geschäftsführer der Rock Capital Group. In das ehemalige Ensemble des Bruckmann Verlags an der Nymphenburger Strasse hatten sich um 1999 rund 50 unterschiedliche Nutzer von Großkonzern bis zum Kindergarten eingemietet. Vor zehn Jahren erwarb es dann die Rock Capital Group von einer großen Erbengemeinschaft. Kaufargument war laut Peter G. Neumann, einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Rock Capital Group, sowohl die "sehr attraktive und zentrale Lage" als auch der lebendige Stadtteil. Weitere Investitionen verzögerten sich aufgrund der Corona-Pandemie, des Ukraine-Kriegs, hoher Zinsen und steigenden Material- sowie Baukosten. Mittlerweile gibt es aber laut Neumann wieder "einen großen Bedarf und eine sehr hohe Nachfrage nach gewerblichen Flächen in Bestlage. Insofern war der richtige Zeitpunkt für den Projektstart gekommen."

Aufwändige Revitalisierung

Bereits jetzt gelang die erste erfolgreiche Vermietung: 16.000 Quadratmeter wird die Thüga AG Ende 2027 beziehen, für die sowohl die denkmalgeschützte Villa Dülfer als auch das angrenzende Bestandsgebäude aufwändig revitalisiert werden. Die Arbeiten für HEAVEN FOUR und HEAVEN FIVE haben begonnen und sorgen immer wieder für Überraschungen, weil zum Teil unbekannte Räume zutage treten, die in keinem Plan verzeichnet sind, zum Teil Schäden aus dem 2. Weltkrieg ihre Spuren hinterlassen haben. Umfangreich aufpoliert wird außerdem die Lothstrasse 5: Durch das Entfernen der unansehnlichen Verschalung wird die alte Ziegelstein-Fassade freigelegt, die Fensteröffnungen werden vergrößert und bodentiefe Sprossenfenster eingesetzt, die für charmanten Vintage-Charakter sorgen. Clou der industriell anmutenden Architektur sind extrahohe Decken und stützenfreie Räume mit 2.000 Quadratmetern Mietfläche für flexibel nutzbaren Bürolofts – "perfekt für einen Single Tenant-Use", so Rock Capital Group Geschäftsführer Andreas Wißmeier über sein "Schätzchen" namens HEAVEN THREE.

Markante, dreidimensionalen Fassade

Direkt neben ihm entsteht nach dem Abbruch der bisherigen Gebäude HEAVEN TWO: Eigens entwickelte Elemente aus fast weißem Beton und große Fensteröffnungen mit dunklen Rahmen definieren ein kontrastreiches und modernes Erscheinungsbild der markanten, dreidimensionalen Fassade. Ein zweigeschossiges Foyer mit voll verglaster Front empfängt Mieter und Besucher. Inklusive zweier Seitenflügel wird das Haus, zu den auch ein begrünter Innenhof gehört, auf rund 6.200 Quadrametern Platz für Büros bieten, die Mieter in Abstimmung mit der Rock Capital Group nach ihren individuellen Vorstellungen gestalten können.

Prominente Adresse

Das gilt auf für die zukünftigen Nutzer von HEAVEN ONE. Sein L-förmige Neubau an der Nymphenburger Strasse 84 bildet mit insgesamt 5.500 Quadratmetern das Entree zum Ensemble und fügt sich mit einer hellen Natursteinfassaden, klassischen Proportionen und fein differenzierten Bauteilen wie Rücksprüngen, grafisch gestalteten Geländern und hohen Fenstern in den architektonischen Kontext der Nachbarschaft ein. Laut Rock Capital Group ist dieses Haus dank der "prominenten Adresse" prädestiniert für "Unternehmen, die Wert auf hohe Sichtbarkeit legen".

Eigenes Gesicht für jedes Gebäude

Insgesamt hat jedes Gebäude "ein eigenes, individuelles Gesicht, das weit entfernt ist von der Architektur vieler unpersönlicher Bürohäuser von der Stange", so Wißmeier. Das jeweilige Erscheinungsbild wurde in enger Abstimmung mit Hilmer Sattler Architekten entwickelt.

Bei der Namensfindung waren mehrere Agenturen mit ihm Boot, auf den Namen "Himmel" kam dann Peter G. Neumann selbst, als er in einer verglasten Bibliothek im Obergeschoss eines Bestands-Gebäudes auf dem Gelände stand. Um internationaler zu klingen, wurde der Begriff auf Englisch zu HEAVEN.

Angestrebte Zertifizierungen

Hoch hinaus möchte die Rock Capital Group auch in anderer Hinsicht. Zertifizierungen wie LEED und WiredScore Platinum werden angestrebt, die Kriterien der EU-Taxonomie werden erfüllt. Durch Substanzerhalt wird viel graue Energie, CO2 eingespart. Hightech Immune-Office-Denken, das bereits im Projekt HEADS umgesetzt wurde, fließt in Konzeption und Technik ein. Mieter und Besucher können unproblematisch mit der U-Bahn kommen, denn die Haltestelle Mailingerstraße liegt direkt vor der Tür. Für Autonutzer werden zwei Tiefgaragen mit 160 Stellplätze gebaut, davon ist über die Hälfte elektrifizierbar.

Weitere Infos: 

Über den Bruckmann Verlag

Reise-, Rad- und Wanderführer, Bergbücher, Kalender – damit identifiziert man heute den Bruckmann-Verlag. In der Vergangenheit war er auch auf andere Bereiche spezialisiert: Bildreproduktionen sowie Werke zur Kunst- und Kulturgeschichte, die mit den modernsten Techniken ihrer Zeit hergestellt und gedruckt wurden. Ende des 19. Jahrhunderts zog das erfolgreiche Unternehmen in das Karree Nymphenburger Strasse/Lothstrasse. Sein repräsentativer Dreh- und Angelpunkt war eine Jugendstilvilla des Architekten Martin Dülfer, um die herum bedarfsgerecht weitere Gebäude für Produktion und Verwaltung entstanden.