Baukultur und Bewusstheit
by Regine Geibel
2004-2026 22

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Kann aus Büros Wohnraum werden?

Hier Wohnungsmangel, dort Büro-Leerstand: Diese beiden Probleme können eine Lösung ergeben, wenn ungenutzte Büros für Wohnzwecke transformiert werden. Eine Publikation sondiert, wie das klappen kann und wo die Herausforderungen liegen.

Der Wohnungsmarkt in München ist einer der teuersten Deutschlands. Gleichzeitig stehen viele Büroflächen leer, vor allem weniger attraktive Standorte außerhalb der Innenstadt. Laut Karin Schmid, Architektin, Stadtplanerin und Professorin an der Fakultät für Architektur der Hochschule München (HM), eignen sich dafür besonders ältere, sanierungsbedürftige Bürogebäude, die sich nur schwer vermietbar sind. Transformations-Projekte könnten nicht nur neuen Wohnraum schaffen, sondern auch ganze Stadtviertel aufwerten, so Schmid, die unter anderem zu der Transformation bestehender Gebäude und Stadtquartiere forscht. Studentische Arbeiten der HM ergaben, dass sich selbst Bürogebäude mit ungünstigen Grundrissen in Wohnungen umwandeln lassen.

Wirtschaftliche und rechtliche Hürden

Doch diese schlüssige Lösung wird durch Hürden behindert: Bürogebäude gehören häufig Immobilienfonds, die sie noch mit hohen Werten in den Büchern führen. Weil Wohnungen oft weniger Mieteinnahmen einbringen als Büros, wäre ein Wertverlust der Immobilie die Folge. Auch rechtliche Vorgaben und die Lage der Gebäude können einen Umbau erschweren.

Publikation "O2H – Office to Housing"

Was für und was gegen die Umwandlung von Büros zu Wohnungen spricht, welche Gebäude sich eignen und wo die Hürden liegen untersucht die Publikation "O2H – Office to Housing". Herausgegeben von Karin Schmidt gemeinsam mit der Arbeitsgruppe O2H des BDA Bayern kann sie bei auf der Homepage des Verbands heruntergeladen werden.