Baukultur und Bewusstheit
by Regine Geibel
2004-2026 22

Anzeige

Revitalisierung des Arabellahauses

Das revitalisierte Arabellahaus (Visualisierung © Bayerische Hausbau Real Estate) Das revitalisierte Arabellahaus (Visualisierung © Bayerische Hausbau Real Estate)

Das 1969 fertig gestellte Gebäude ist eines der markantesten Münchens. Jetzt soll es revitalisiert statt abgerissen werden. Geplant sind die längste Außenrolltreppe Europas, ein "Auge" in der Fassade, mehr Wohnraum und eine XXL-Dachterrasse.

Mietwohnungen, ein Hotel, eine Klinik, Praxen, Büros und Geschäfte auf 23 Etagen und rund 87.000 Quadratmetern Fläche: Das markante Arabellahochhaus, wie es von den Münchnern genannt wird, im Osten Münchens ist eine Stadt in der Stadt und wurde Ende der sechziger Jahre gebaut. Mittlerweile ist es aber in die Jahre gekommen, so dass zunächst ein Abriss anstand. Doch jetzt hat sich die Bayerische Hausbau Real Estate für eine "ressourcenschonende Erneuerung" entschieden. Durch sie sollen rund 20.000 Tonnen CO₂-Äquivalente eingespart werden. "Unser Ziel ist es, das Gebäude in eine neue Zeit zu führen – attraktiver, nachhaltiger und offener", so Geschäftsführer Stefan Bögl.

Geplant sind für die Revitalisierung folgende Maßnahmen:

  • Über die längste außenliegende Rolltreppenanlage Europas (ja, länger als die am Centre Pompidou) können Besucher direkt vom Erdgeschoss bis aufs Dach gelangen.
  • Die großzügige Dachterrasse soll zukünftig öffentlich zugänglich sein und begrünte Flächen mit Gastronomie, Kultur- und Sportangeboten sowie frei nutzbare Aufenthaltsbereiche mit Blick über München kombinieren.
  • Die Fassade wird erneuert und durch ein sogenanntes „Auge" – einen Durchbruch auf Höhe des 15. bis 19. Stockwerks – geöffnet. Der dort entstehende „Skygarden" soll Mieterinnen und Mietern neue Möglichkeiten für Begegnung und Aufenthalt bieten.
  • Die bestehende Struktur wird durch den Anbau einer neuen Gebäudeschicht, so genannter Regale, ergänzt.
  • Technik, Energieversorgung und Dämmung des Gebäudes werden umfassend modernisiert und neue Lösungen zur Energiegewinnung geprüft, darunter Photovoltaik auf Dachflächen.
  • Neue öffentliche Wege, darunter ein neuer Zugang zum Rosenkavalierplatz, und eine großzügige Passage sollen das Arabellahaus noch stärker mit seinem Umfeld verbinden.

Bauarbeiten von 2030 bis 2034

Für all diese Maßnahmen muss die aktuelle Mieterschaft ausziehen. Dafür stellt die Bayerische Hausbau Real Estate unter anderem kurzfristig beziehbare Ersatzwohnungen in einem alternativen Objekt bereit. Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2030 beginnen und voraussichtlich Ende 2034 abgeschlossen werden. Das Architekturbüro Hild und K unter Leitung von Prof. Andreas Hild übernimmt die architektonische Gestaltung und das Erweiterungskonzept, die federführende Projektsteuerung übernimmt das Büro SBP Bau- und Projektentwicklung GmbH

Einhelliges Lob, aber auch Skepsis

Die geplante Revitalisierung erntete in der Stadtgesaltungskommission einhelliges Lob, die lange Rolltreppe und das "Auge" allerdings auch Skepsis. Wenn sich das Projekt weiter entwickelt hat, müssen es die Bayerische Hausbau Real Estate und Hild und K dem Gremium erneut vorstellen.