Drei Jahre dauerte der Baustopp. Jetzt kommt wieder Bewegung in die Revitalisierung der Alten Akademie: Ihr neuer Eigentümer ist die OPES Immobilien Gruppe. Gemeinsam mit der Hammer AG will sie ein gemischt genutztes urbanes Quartier entwickeln.
Im Erdgeschoss Handel und Gastronomie, in den oberen Geschossen Büros, im öffentlich zugänglichen Schmuckhof gastronomische Konzepte und Wohnungen: So lauten die Mischnutzungs-Pläne für die Alte Akademie, die bis 2029 auf einer Geschossfläche von 21.000 Quadratmetern umgesetzt werden sollen. Denn nach einem dreijährigen Baustopp in Folge der Benko-Insolvenz konnte die OPES Immobilien Gruppe jetzt den Komplex erwerben - zum Teil in Erbpacht, zum Teil durch den Kauf eines Teilgrundstücks des Komplexes zwischen Neuhauser-, Kapellen-, Maxburg- und Ettstraße; über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Projekt soll gemeinsam mit der Hammer AG entwickelt werden, die unter anderem bei der Revitalisierung der Schrannenhalle Erfahrung in komplexen, innerstädtischen Bauvorhaben gesammelt hat. Das endgültige Nutzungskonzept wird derzeit in enger Abstimmung mit der Stadt finalisiert.
Attraktiver urbaner Ort
"Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst", so Dr. Jürgen Büllesbach, Geschäftsführer der OPES Immobilien Gruppe. Ziel sei, die Alte Akademie "in neuem Glanz" den Münchnern und ihren Gästen "als einen attraktiven urbanen Ort" zurückzugeben – und sie langfristig im eigenen Bestand zu halten, das heißt als Spekulationsobjekt vom Markt zu nehmen. Münchens Stadtbaurätin Prof. Dr. Elisabeth Merk erhofft sich durch diese "nachhaltige und zugleich qualitätsvolle Perspektive" sowie "denkmalgerechte Entwicklung" einen lebendigen Ort, der Geschichte, Gegenwart und Zukunft ein Einklang bringt. Und Hans Hammer, der sich seit fast zwei Jahren intensiv mit dem Projekt Alte Akademie befasst, freut sich, mit einem Familienunternehmen dabei helfen zu können, "eine Wunde in der Münchner Innenstadt wieder zu schließen."
Nutzer vom Gymnasium bis zum Kaufhaus
Mit diesem Schritt wird das nächste Kapitel in der jahrhundertelangen Geschichte der Alten Akademie aufgeschlagen: 1574 bis 1576 wurde sie als Sitz des Jesuitengymnasiums erbaut. Nach Aufhebung des Ordens folgten Nutzer vom Bayerischen Kadettenkorps bis zur Akademie der Bildenden Künste. 1944 wurde der Bau fast vollständig durch einen Bombenangriff zerstört, in Anlehnung an die alten Strukturen neu errichtet und sowohl vom Kaufhaus Hettlage als auch Behörden des Freistaats bezogen. Mittlerweile ist die Lage der Alten Akademie aus zwei Gründen außergewöhnlich: Die benachbarte Michaelskirche gilt mit dem bis heute zweitgrößten freitragenden Tonnengewölbe der Welt als Prototyp barocken Kirchenbaus nördlich der Alpen. An ihr strömen pro Jahr rund 30 Millionen Passanten vorbei und machen diesen Abschnitt der Neuhauser Straße zur meistfrequentierten Einkaufsstraße Deutschlands – Premiumlage für ein Prestigeobjekt.