Zeitgenössische Architektur in Bayern

Anzeige

Neues Vervoordt-Entrée im Bayerischen Hof

Das Inhaber geführte Münchner Traditionshaus empfängt nun mit einem modernisierten architektonischen Mittelpunkt: Der von mir sehr verehrte Axel Vervoordt hat (endlich) die Lobby mit einem Budget von vier Millionen Euro als zeitlos modernen Gesamtraum neu gestaltet – und damit sein zehntes Projekt für Innegridt Volkhardt realisiert.

"Mehr traditionelle Münchner Grandezza für das Fünf-Sterne-Hotel". Das war bereits vor 17 Jahren der Wunsch des bekannten und international gefragten belgischen Interior Designers Axel Vervoordt für die Lobby des Bayerischen Hofs. Dieser ging zwar erst 2025 in Erfüllung,  aber in der Zwischenzeit realisierte der Belgier für den Bayerischen Hof (in dem MünchenArchitektur bereits sechs Mal feierte) die Neugestaltung von neun prestigreichen Projekten:

  • der Restaurants Garden und Atelier
  • der Cinema Lounge
  • der Palaishalle
  • des kompletten Bauabschnitts „Süd- und Nordflügel" mit 28 Zimmern
  • der luxuriösen Penthouse Garden Suite
  • des Restaurants Palais Keller
  • der Veranstaltungsräume im historischen Palais Montgelas
  • des Atriums 
  • der Panorama Suite 7

Prägender Stil in vielen Bereichen

Innegridt Volkhardt hatte Axel Vervoordt 2009 durch gemeinsame Freunde kennengelernt und konnte ihn überzeugen, eine Ausnahme von seinem Grundsatz zu machen, ausschließlich für private Kunden zu arbeiten. Seither hat Axel Vervoordts typischer Stil den Bayerischen Hof peu à peu in vielen Bereichen geprägt: zeitlose Ästhetik und Authentizitiät, bei der sich natürliche Materialien wie Leinen, Holz und Stein, hochkarätige Kunstwerke und historische Elemente zu einer ruhigen, ausgewogenen Gestaltung verbinden; als passionierter Kunst- und Antiquitätenhändler hat Axel Vervoordt nicht nur feine Antennen, sondern auch optimale Quellen für jeweils passende, dekorative Objekte. Sein Credo: "Ein Hotel soll sich nicht nach Hotel anfühlen, aber besten Service bieten. Nach einem anstrengenden Business-Tag soll man dort ein Gefühl der Ruhe bekommen."

Höhe, Großzügigkeit und Ruhe

Diese Handschrift ist auch in der neuen Lobby omnipräsent, die Vervoordt als verbindendes Element für die unterschiedlichen Welten des Hotels konzipiert hat. Für ausgewogene Proportionen und eine klare räumliche Ordnung sorgte der Rückbau der umschließende Balustrade und Ersatz durch neue, nicht tragende Wände. Der vorhandene Natursteinboden blieb bewusst erhalten, ergänzende Arbeiten wurden mit demselben Stein „Ungarisch Rot" realisiert. Nach oben schließt eine eingefügte Kassettendecke den Raum ab, der Gästen ein Gefühl von Höhe, Großzügigkeit und Ruhe vermitteln soll. Für die Wandflächen wählte Axel Vervoordt eine klassische Lehmputzvariante, die auf alten handwerklichen Methoden basiert, für die Rezeption Nussbaumholz und natürlich gegerbtes und gefärbtes Leder, als Hauptkunstwerk rechts vom Eingang zum Atrium ein Bild des 2011 verstorbenen koreanischen Künstlers Chung Chang-Sup. Es bringt für Vervoordt den koreanischen Sumbi-Geist als harmonische Verbindung von Intelligenz, Stärke und stiller Präsenz zum Ausdruck.

Investitionen von 200 Millionen Euro

Das Raumkonzept hat Axel Vervoordt gemeinsam mit dem japanischen Architekten Tatsuro Miki in intensiven Studien entwickelt. Die Projektleitung und örtliche Planung übernahm der Münchner Innenarchitekt Gregor Baur, der auch an allen anderen Umbauprojekten von Axel Vervoordt im Hotel Bayerischer Hof maßgeblich beteiligt war. Das Investitionsvolumen bei Eingangshalle und Rezeption betrug vier Millionen Euro, die Arbeiten dauerten von Juni bis Dezember 2025. Insgesamt 200 Millionen Euro hat Innegrit Volkhardt seit ihrer Übernahme 1992 in Architekturprojekte und Renovierungen investiert, um das Hotel kontinuierlich zu modernisieren.

Ein weiteres Projekt ist bereits geplant: In einer nächsten, bewährt inspirierenden Partnerschaft mit Axel Vervoord wird an neuen Hotelzimmern und Suiten gearbeitet.

Alle Fotos: ©Daniel Schvarcz

Hier zu unserem Artikel aus 2019 über die Modernisierung des Palaiskellers
Hier zu unserem Rückblick auf unsere Eventreihe Architecture goes Cinema