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Ben van Berkels urban living

Markante Fassade, clevere Raumnutzung, Co-Living-Spaces für die Hausgemeinschaft, ein Sharing-Konzept bis zur Tiefgarage: Ab August ist das Neubau-Projekt "Van B. Very urban living" bezugsfertig - flexible Grundrisse für Leben und Arbeiten in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen.

In der Münchner Infanteriestraße treffen nicht nur drei Stadtviertel aufeinander – Schwabing, Neuhausen-Nymphenburg und Maxvorstadt. Außerdem liegen hier mit der historischen Barbara-Siedlung, Hochschulen und dem Kreativquartier Wohnen, Wissenschaft und (darstellende) Kunst in direkter Nachbarschaft. Umgeben von diesem Mix wird nach drei Jahren Bauzeit ab August das Neubau-Projekt "Van B. Very urban living" bezugsfertig. 

Öffnung der Grenzen zur Umgebung

Erster Hingucker ist die markante Fassade, die raumhohe Fenster, asymmetrische Vorsprünge und Balkone darunter strukturieren; rötlich schimmernde, präzise geschnittene Metallflächen kontrastieren mit glatten Oberflächen aus hellem Glasfaserbeton. Im Inneren der Wohnungen öffnen großdimensionierte "Bay Windows" und über die Wände hinausragende Nischen bewusst die Grenzen zur Umgebung und den Baumkronen vor dem Gebäude. Clou der größeren Einheiten sind im 6. Geschoss direkte Zugänge zu Privatbereichen auf der Dachterrasse. Die Hofseite ist zu den mehrgeschossigen Stadthäusern hin terrassenartig abgestuft.

Maximum an Funktionalität und Flexibilität

Die kleineren Appartements punkten mit einer cleveren Grundrissplanung, die ein Maximum an Funktionalität und Flexibilität bieten will: Ihr Hauptraum lässt sich auf Wunsch durch so genannte "Plug-ins", die auf Schienen laufen, variabel zonieren, verändern und nutzen. In diesen kompakten Modulen, die von einer Vitra-Tochterfirma hergestellt werden, sind ausklappbare Betten und Arbeitsplätze genauso integriert wie viel Stauraum mit Schränken und Regalen oder gepolsterte Sitzmöglichkeiten. So passen sich die Wohnungen den individuellen Bedürfnissen ihrer Bewohner an und bieten eine innovative Lösung für den zunehmenden Platzmangel in Städten. 

Zusätzlicher Raum für Miteinander 

Zusätzlichen Raum für Miteinander gibt es im 115 Quadratmeter großen Co-Living-Space im Erdgeschoss. Ein großer Holztisch und kleine Nischen bieten Platz für konzentriertes Arbeiten. Der Lounge-Bereich lädt mit Sofas und Sesseln zum Relaxen ein, die integrierte Bar zum Kaffeetrinken oder einem Afterwork-Drink. Bei der Ausstattung und Gestaltung haben Christian Hundertmark und Patrick Hartl, in der Urban-Art-Szene als LAYER CAKE bekannt, und die Interior-Designerin Stephanie Thatenhorst gemeinsame Sache gemacht. Resultat ist eine unkonventionelle Kombination aus Graffiti-Motiven auf Boden, Wänden und Teilen der Möbel, türkisfarbenen Kacheln als Reminiszenz an Metro-Ambiente oder schräg durch den Raum führende Linien und Lichtleisten als Besonderheiten.

Sharing-Konzept in vielen Bereichen

Ein weiterer Treffpunkt ist die gemeinschaftliche Dachterrasse mit Panorama-Blick vom Olympiaturm bis zur Frauenkirche und den Alpen. Das Sharing-Konzept komplettieren ein Waschraum mit vier Maschinen und drei Trocknern, der Innenhof mit Fitness- und Ruhezonen und eine intelligente Paketstation. Zum Mobilitätskonzept gehören Carsharing-Stellplätze,  Ladestationen für E-Bikes und E-Lastenfahrräder, eine kleine Bike Repair Station und ein Aufzug für Fahrräder. 

Konzept auch für andere Standorte

Kreativer Kopf hinter "Van B. Very Urban Living" ist der holländische Architekt Ben van Berkel (UNStudio). In Zeiten "großer gesellschaftlicher Veränderungen", die Berufs- und Privatleben genauso betreffen wie Familienformen, könnte seiner Ansicht nach das in München erstmals umgesetzte "Van B."-Konzept flexibel-funktionaler Wohnräume und verbindender Gemeinschaftsbereiche auch an anderen Standorten verwendet werden.

Realisiert wurde das Bauvorhaben vom Projektentwickler Bauwerk. Bisher konnten rund 60 Prozent der "Van B."-Wohnungen verkauft werden. 

Alle Fotos: Bauwerk

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