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Unbekannter Star

„The Mystery of Banksy" kreist um einen geheimnisvollen Genius Mind in Sachen sozialkritische Street-Art, der es geschafft hat bis heute anonym zu bleiben. Gezeigt werden mehr als 100 Arbeiten aus allen Schaffensperioden. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Werke Reproduktionen. Denn die Ausstellung wurde unter dem Motto „Copyright is for Losers" nicht vom Künstler autorisiert!

Jemanden kennen ohne zu wissen, wer er ist? Das klingt kurios, ist aber möglich. Das beste Beispiel dafür ist Banksy – der wohl berühmteste Street-Art-Künstler der Welt. Denn obwohl er seit Ende der 1990er Jahre seine Werke an Gebäudewänden rund um den Globus platziert, ist er bis heute anonym geblieben. Besonders viele davon entstanden im südenglischen Bristol, wo Banksy geboren wurde und als Mitglied einer Graffiti-Gang zu sprayen begann. Roter Faden seiner Arbeiten ist eine sozialkritische, bissig-satirische Beschäftigung mit brisanten Themen – egal ob Nahostkonflikt, Umgang mit Flüchtlingen, Überwachungsstaat oder Finanzkrise. Der größte Publicity-Coup gelang Banksy 2018 anlässlich der Versteigerung seines Bildes „Girl with Balloon" bei Sotheby's in London. Unmittelbar nach dem Verkauf für fast 1,2 Millionen Euro wurde es durch einen im Rahmen versteckten Schredder am unteren Rand in Streifen geschnitten.

„The Mystery of Banksy" nennt sich eine Ausstellung, die im Isarforum des Deutschen Museums voraussichtlich bis Anfang Mai um ein geheimnisvolles „Genius Mind" kreist. Zu sehen sind mehr als 100 Motive aus allen Schaffensperioden, die Kreativdirektor Guillermo S. Quintana als „Hommage" an Banksy zusammengestellt hat: Graffitis auf authentischen Untergründen wie grobem Putz oder altem Holz genauso wie Fotos, Skulpturen, Installationen, Bilder auf Leinwand oder T-Shirts, bei denen Banksy das Markenlogo mit seinem Namen übersprüht hat.

Exponate zum Eintauchen sind eine Video-Installation mit Londoner U-Bahn Ambiente sowie ein echt wirkendes Zugabteil mit gesprayten Ratten und einem Video von Banksy bei der illegalen Arbeit.

Originale sind allerdings Mangelware. Bis auf wenige Ausnahmen handelt es sich bei fast allen Werken um Reproduktionen. Denn offiziell erlaubt hat Banksy die Ausstellung nicht. Bedenken hegt Guillermo S. Quintana aber keine. Stattdessen bezieht er sich auf Banksys Ausspruch „Copyright is for Losers". Und die Tatsache, dass dessen Werke durch Fotos in den Social Media – darunter auch Banksys eigener Instagram-Account – millionenfach verbreitet würden.

Diese Grauzone erklärt, warum „The Mystery of Banksy" nicht an einem der etablierten Münchner Ausstellungsorte zu sehen ist, sondern in den nüchtern-angejahrten Räumen des Isarforums, wo sonst Messen und Events stattfinden.

Erreichen möchte Veranstalter Oliver Forster an diesem Ort ein möglichst breites Publikum, das üblicherweise nicht als Stammgast in einschlägige Kunst-Museen geht. Den Einlass der Besucher regeln vorab gebuchte Timeslots. Als Begleiter durch die Ausstellung kann vor Ort gratis eine Multimedia-Führung auf dem Smartphone abgerufen werden. Weitere Stationen im In- und Ausland sind geplant.

Ausstellung: 10. März bis 02. Mai 2021
Im Isarforum des Deutschen Museums

www.themysteryofbanksy.de

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