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Holzhäuser - ein neuer Trend?

Holzhäuser - ein neuer Trend?
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In Deutschland treffen Holzhäuser zunehmend auf Beliebtheit. Sie verströmen eine behagliche Atmosphäre und stehen für Nachhaltigkeit. Speziell Fertighäuser sind im Bau kostengünstig und können für mehr Energieeffizienz sorgen. Waren Häuser aus Holz vor Jahren noch wahre Exoten in den Städten, werden immer mehr Bauherren auf den Naturstoff aufmerksam. Früher entstanden aus ihm kleine Hütten, heute sind es mitunter Hochhäuser. Ein beeindruckendes Beispiel ist das 85 Meter hohe Hochhaus Mjøstårnet. Dieses trägt aktuell den Titel „Höchstes Holzhaus der Welt". Doch auch Hausbauer, die weniger Höhe anstreben, setzen auf die Vorteile von Holz. Dieses bietet beispielsweise ein besonders angenehmes Raumklima.

Grundsätzlich kann ein Gebäude als Holzhaus bezeichnet werden, wenn das Tragwerk aus dem Naturmaterial besteht. Dementsprechend kann das Haus Wandfüllungen aus Stein, Ziegel oder anderen Dämmmaterialien aufweisen. Ist es nach außen hin verputzt, ist von seinem „Holzkern" jedoch nichts zu sehen. Ein Holzhaus muss also nicht als solches erkennbar sein. Doch gerade die anheimelnde Optik ist es, die die Käufer in ihren Bann zieht.

Bisher liegt der Marktanteil von Holzhäusern in Deutschland bei 16 Prozent. Er nimmt stetig zu, wobei der Anstieg regionale Unterschiede aufweist. Vorwiegend in Süddeutschland trifft die Holzbauweise auf Wohlwollen. Teilweise gibt es Vorbehalte gegen Holz als Grundbaustoff eines Gebäudes. Kritische Stimmen sprechen von einer geringeren Wetterfestigkeit und Langlebigkeit als Stein. Gegenbeispiele lassen sich allerdings viele finden. Immerhin bestehen in Skandinavien – einer Region mit deutlich rauerem Klima als Deutschland – 90 Prozent aller Privathäuser aus Holz.

Verschiedene Bauweisen stehen bei Holzhäusern zur Wahl

Wer sich ein Holzhaus zulegen möchte, sollte die baulichen Unterschiede bedenken. Beim Konstruktionsprinzip unterscheiden sich:

  • die Blockbohlenbauweise,
  • der Holzrahmenbau oder Holzständerbau und
  • der Holzskelettbau.

Zu den ältesten Baumethoden für Holzhäuser zählt der Blockbohlenbau. Hierbei werden die Wände Bohle für Bohle aufgeschichtet. Die Ecken verbinden die Verkämmungen. Holzhäuser in Blockbohlenbauweise zeigen einen doppelschaligen Aufbau. Dessen Sinn besteht in der Wärmedämmung zwischen den Schalen.

Als wirtschaftlicher gilt der Holzrahmenbau, der auch aufgrund seiner Flexibilität beliebt ist. Die Bauweise zeichnet sich durch eine kurze Fertigungszeit aus. In Fabrikhallen können die Bauteile maschinell vorgefertigt werden. Dadurch entstehen Fortschritte im Bau schnell und unabhängig von der Witterung. Der Holzständerbau ermöglicht eine Anpassung an Kundenwünsche und örtliche Gegebenheiten. Fenster- und Türöffnungen können nach Belieben eingebaut werden. Wer ein ökologisches Holzhaus mit hohen Designstandards wünscht, ist mit dieser Variante gut beraten.

Die dritte Baumethode besteht im Holzskelettbau, der sich aus dem Fachwerkbau entwickelte. Dieser bietet ein großes Maß gestalterischer Möglichkeiten. Das Traggerüst aus Holz stellt das Grundelement des Gebäudes dar. Dieses ist so dimensioniert, dass es die anfallenden Lasten tragen kann. Dementsprechend können Bauherrn die Lage der Wände frei wählen, ohne die Statik zu beeinträchtigen.

Eine Sonderform beim Holzhausbau stellt die Holztafelbauweise, die vorwiegend bei Fertighäusern zum Einsatz kommt, dar. Auch bei dieser sind Bauelemente vorgefertigt. Das betrifft sämtliche Wand- und Deckenelemente.

Unabhängig von der gewählten Bauweise lässt sich feststellen, dass alle Holzhäuser nachhaltig sind. In Zeiten des Klimawandels, in denen der Umweltschutz Priorität gewinnt, erhalten sie einen echten Trend-Status. Dementsprechend kann sich eine eigentlich sehr traditionelle Bauform in ganz neuem Glanz sonnen.

Holzhäuser punkten mit Nachhaltigkeit und Gemütlichkeit

Wird ein neues Haus gebaut, spielt für die späteren Eigentümer die Behaglichkeit eine ausschlaggebende Rolle. Vorwiegend in den Zeiten, in denen sich der Alltag auf die eigenen vier Wände beschränkt, sollten diese gemütlich sein und zum Verweilen einladen. Ein Holzhaus kann in der Kategorie „Wohnkomfort" überzeugen. Neben dem angenehmen Raumklima brilliert es mit einer angenehmen Wohnatmosphäre. Sichtbare Holzkonstruktionen verleihen ihm aufgrund der Maserung eine individuelle Note. Gleichzeitig kann sich der Naturbaustoff positiv auf das Gemüt auswirken. Immerhin weckt er den Gedanken an Wald und Natur, der bei vielen Menschen für Entspannung sorgt.

Ein professionell erbautes Holzhaus steht Häusern aus anderen Materialien in nichts nach. Es ist wetterfest und regendicht. Stören sich die Besitzer an dem natürlichen Vergrauen des Holzes, sollten sie ihr Haus alle zwei bis drei Jahre streichen. Die gute Klimabilanz und die schöne Optik wiegen die Kosten für die Instandhaltung auf.

Wer denkt, Holzhäuser wirken immer altbacken, wird schnell eines Besseren belehrt. Aufgrund neuer Techniken und Baumethoden unterliegen sie einem stetigen Wandel und konnten sich unserer modernen Welt problemlos anpassen. Mit dem Naturbaustoff ist jeder Haustyp realisierbar. Kleine Hütte, Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus für extravagante Trendsetter – der Fantasie der Bauherrn sind kaum Grenzen gesetzt.

Die Vorteile von Holzhäusern auf einen Blick

Holzhäuser bestehen aus einem nachwachsenden Rohstoff. Demnach können sie ökologische Aspekte in vielerlei Hinsicht bedienen. Viele Baufirmen nutzen heimisches Holz, sodass auch die Anfahrtswege kurz sind. Bei vielen Gebäuden handelt es sich um Fertigbausysteme. Die einzelnen Elemente können auf der Baustelle innerhalb kurzer Zeit zusammengesteckt und verbunden werden. Neben dem Rekordtempo erweist sich die Reduzierung der Baukosten als vorteilhaft. Einen weiteren Vorzug stellt die Baufeuchte dar. Diese kann bei gemauerten Massivhäusern nur bei trockener Witterung bzw. langen Trocknungsphasen vermieden werden. Holzhäuser werden in Trockenbauweise erstellt, sodass Witterungsprobleme entfallen. Die Bewohner profitieren von einem guten Schall- und Wärmeschutz.

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