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7132 | Vals - Das Hotel zur Therme

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Der international renommierte Schweizer Architekt Peter Zumthor hatte vor 24 Jahren im 1.000-Seelen-Dorf Vals in den Schweizer Bergen ein Gebäude entstehen lassen, das auch weitaus glamouröseren Orten wie St. Moritz oder Davos alle Ehre gemacht hätte. Es ist ein monolithischer Bau, der hauptsächlich durch seine hervorragend gelungen Proportionen und geheimnisvollen Blickbeziehungen sowie durch den durchgängig verwendeten Naturstein besticht. Dass es sich dabei um eine Therme handelt, mit innen- wie außenliegenden Wasserbecken, macht das Ganze noch mystischer und ist der Grund für die kuriose Verortung, denn in Vals gibt es eine Thermalquelle mit hoch mineralisiertem Heil-Wasser. Diese Therme entwickelte sich zu einer Pilgerstätte der gesamten Architektenschaft und das Interesse hat sich bis heute nicht gelegt, denn wer ein Mal da war, der möchte wiederkommen...

Doch immer stellte sich die Frage „Wo übernachten?"

Diesem Problem nahm sich ein gebürtiger Valser an, der in der weiten Welt zu Vermögen gekommen war und vor acht Jahren die Therme sowie das alte Kurhaus kaufte, um die Therme zu sanieren und das Kurhaus in ein Fünf-Sterne-Hotel umzubauen. Im gleich nebenan stehenden Apartmenthaus kauft er seitdem sukzessive Ein-Zimmer-Apartments auf, um sie nach Entwürfen international renommierter Architekten zu Hotelzimmer umzugestalten.

Der Gast kann also bei der Wahl seines Zimmers zwischen der Fortsetzung des Minimalismus der Therme, oder dem Gegenteil – weitläufiger Luxus und Opulenz – wählen.

Entscheidet man sich für ein Zimmer im so genannten House auf Architects, steht man vor der nächsten Qual der Wahl, denn hier haben vier verschiedene Architekturbüros mehrere Zimmertypen entwickelt: 23 Zimmer wurden von Kengo Kuma gestaltet, der die japanische Tischlerkunst aufgriff und einen Kokon aus Eiche schuf. Sein Landsmann Tadao Ando entschied sich in 18 Zimmern für eine Hommage an die subtile Ästhetik heimischer Teehäuser. Thom Mayne wiederum fokussierte sich in seinen 22 Zimmern auf die Materialien Holz und schwarzen Stein. Alle zehn Zimmer von Peter Zumthor zeigen eine Putztechnik aus der italienischen Renaissance. In ihnen herrschen die Farben Rot, Schwarz und Gelb vor.

Das Charmante an den identischen Größen - alle Zimmer haben nur 20 Quadratmeter - und dem Schnitt ist die Möglichkeit zu beobachten wie stark Gestaltung ein und denselben Raum anders wirken lässt. Ich empfehle daher, sich mehrere Zimmer zeigen zu lassen, falls möglich. Eine weitere Empfehlung besteht darin, mit leichtem Gepäck zu reisen, denn jeder Fremdkörper kann hier in (Architekten-)Augen schnell die Gestaltung ruinieren...

Entscheidet man sich für ein Zimmer im Hotel 7132, welches den Slogan The Art of Alpine Luxury trägt, dann sollte man hierfür auch das in der Schweiz erforderliche Budget für Luxus einkalkulieren. Auch hier hat der japanische Star-Architekt Kengo Kuma Zimmer gestaltet. Seine Suiten sind traumhaft schön und bieten neben erlesenen Materialien und Weitläufigkeit einen atemberaubenden Blick - auch aus Bett und Wanne - in das imposante Alpenpanorama.

Wer sich für das House of Architects entscheidet und Frühstück bucht, wird das Haupthaus 7132 auch kennenlernen, denn dieses findet - ebenso wie der Check In - dort statt. Als Einstimmung bei der Ankunft empfehle ich einen Drink auf der Terrasse der Blue Bar...

Für das Dinner kann man sich wiederum zwischen dem Restaurant 7132 Silver mit 17 Gault&Millau-Punkten oder dem 7132 Red mit 15 Gault&Millau-Punkten entscheiden.

Alle drei Gebäude sind unterirdisch oder mit einem Gang miteinander verbunden. Der Name 7132 leitet sich von der Postleitzahl ab, um die enge Verbindung von Ort, Therme und Hotel aufzuzeigen.

Als besonderes Highlight öffnet die Therme exklusiv für Hotelgäste von 23 Uhr bis 1 Uhr nachts, jeweils am Mittwoch, Freitag und Sonntag. Diese Gelegenheit sollte man nicht verpassen, denn die Anmutung der Valser Quarzitblöcke, die Zumthor als Hommage an das Tal und die Region gewählt hat, bieten bei Dunkelheit nochmal einen völlig anderen Eindruck. Wir sind unter dem Schein eines Schweizer Vollmondes im warmen Außenbecken geschwommen und konnten uns kaum mehr trennen...

Die Übernachtungspreise im House of Architects by 7132 beginnen bei 390 Schweizer Franken, zirka 350 Euro, für zwei Personen mit Frühstück, freiem Eintritt in die 7132 Therme und Wahl des Zimmers. Das Fünf-Sterne-Superior-Haus bietet regelmäßig verschiedene Packages an, von „Meet the Chef" mit Mitja Birlo über besondere Treatments im ESPA-Spa bis hin zu Helikopter-Ausflügen. Oder man saust den erklommenen Hausberg mit einem „Trottinett" wieder hinab...

Alle Informationen finden sich unter www.7132.com.
www.vals.ch

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