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Neues aus der Welt der Hotels

© 2019 Hilton © 2019 Hilton
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Wäscheanlieferung als Hindernisparcours, ein alter Ort als Resort wiederbelebt, smarter Check-In und lichtdurchlässige Akustikstoffe  – letzte Woche gab es inspirierende Aus- und Einblicke in den Bau und Betrieb von Hotels.

Die Fachkonferenz Bau und Betrieb von Hotels, organisiert vom Management Forum Starnberg, richtet sich an den Bedürfnissen der mittelständischen Individualhotellerie aus. Mit Vorträgen von Hoteliers, Architekten und Fachplanern sowie zahlreichen umgesetzten Best Practice-Beispielen. Ein paar Highlights:

So stellte u.a. Michael Deppisch von Deppisch Architekten das Energie- (ohne Klimaanlage) und Interieurkonzept (Drei Materialien für den gesamten Innenausbau) des Biohotels Hörger vor, das am zweiten Veranstaltungstag im Rahmen einer ArchitekTOUR auch live in Kranzberg besichtigt werden konnte.

Dirk Klein, Chief Digital Officer der Ferienanlage Haffhus in Ueckermünde präsentierte das innovative digitale Betriebskonzept, das vom elektronischen Thermostaten, der das Zimmer pünktlich zur anvisierten Ankunft des Gastes von 18.°C auf 23°C heizt, bis zum smarten Check-In per App reicht, bei dem der Gast ohne Kontakt zur Rezeption die Schlüsselfunktion direkt auf das Handy geschickt bekommt und mit diesem das Zimmer öffnet. Per SMS erreicht Gäste am Tag der Anreise die Information, wann das Zimmer tatsächlich bereitsteht. Die Tageszeitung gibt's auf dem zimmereigenen Tablet ebenso wie nach der aktuellen Wettervorhersage ausgewählte Veranstaltungsvorschläge. Darüber hinaus kann sich der Gast weitere Zeitungsartikel dazukaufen, die dann über das Zimmer abgerechnet werden. Wer einen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten möchte, bestellt die Zimmerreinigung ab und bekommt den Betrag gutgeschrieben, anstelle eines Gutscheins, „den die meisten eh nicht nutzen", so Klein. „Wir haben außerdem festgestellt, dass viele Leute nicht mehr telefonieren wollen, sie haben daher die Möglichkeit per Chatfunktion vom Tablet aus mit dem Personal zu kommunizieren."

„Ich fühle mich hier wohl und ich nehme an, Ihnen geht es genauso", sagt Brigitte Brünjes zu Beginn ihres Vortrags. Sie deutet auf die bodentiefen schweren Vorhänge, die den Konferenzraum des Hilton Munich Airport rahmen. „Zum Design sage ich jetzt mal nichts, aber diese gefalteten Textilelemente machen, dass wir uns hier geborgen fühlen, wie in einer Höhle." Im Folgenden führt Brünjes, Inhaberin von Roomers Consult, in die Welt der Hotelgestaltung mit Stoffen am Beispiel des SPA & GolfResort Weimarer Land, eines ihrer Projekte. Brünjes hat ein Faible für Designkonzepte mit viel Stoff – vorzugsweise im Hotelbereich. Dabei geht es ihr nicht nur um Gestaltung, sondern auch um technische Eigenschaften von Stoffen – „Wussten Sie, dass man mit einem energiesparenden Stoff bis zu 15% weniger Heizenergie verbraucht?" –, um Neuheiten wie transparente Akustikstoffe, um Pflegeaufwand und Hygiene. Letztere Aspekte, die nicht immer berücksichtigt werden und gerade im Hotelbereich wichtig sind.

Um Hygiene ging es auch im Vortrag von Mareike Reis. Kluger Ansatz: Die Unternehmensberaterin für Hotellerie und Gastronomie betrachtete das Thema von der Seite des Housekeeping. Dabei legte sie dar, welche Konsequenzen zum Beispiel eine unüberlegte Grundrissplanung haben kann. „Da wird die tägliche Wäscheanlieferung zum fiesen Hindernislauf und der Stau vor dem Lastenaufzug ist vorprogrammiert, wenn nur ein einziger vorgesehen ist." Reis ist Hotelbetriebswirtin und arbeitete selbst als Hausdame. Sie weiß aus eigener Erfahrung, wo es häufig hakt: Aufenthaltsräume für das Personal ohne Fenster im UG, der Putzmittelraum weit weg vom Einsatzort, kein Wasseranschluss für die Dosieranlage, und das Zimmer der Hausdame – immerhin eine wichtige Steuerzentrale – wird oft vergessen. Soviel zur Grundrissplanung. Zum Thema Sinn und Unsinn von Materialien fiel ihr auch so einiges ein.

Alles in allem behandelten die Vortragenden eine große Bandbreite an Themen mit vielen anschaulichen Beispielen und wertvollen Tipps. Das Publikum schrieb fleißig mit. Schade nur, dass nicht mehr Teilnehmer den Weg in den Konferenzraum des Hilton Munich Airport gefunden hatten – es hätte sich gelohnt!

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