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Lobeshymnen und Kritik

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7.400 Quadratkilometer groß ist Südtirol, 4.700 qm liegen auf 1.500 Metern Höhe und mehr. Entsprechend knapp ist der Platz für Bauten, für die überdies restriktive Regeln gelten. Dennoch hat sich seit rund 100 Jahren eine Architekturszene mit regionalen Besonderheiten entwickelt, bedingt durch die Lage an der Schnittstelle unterschiedlicher Kulturräume: Einflüsse von außerhalb verschmelzen in einem Spannungsfeld zwischen Urbanität und Ruralität mit ortstypischen Erfordernissen; in ihrer Formensprache sind die Bauten ebenso vielfältig wie bei ihrem Zweck. Einen Überblick über die Entwicklung der Zeit seit dem Jahr 2000 gab eine Serie von drei Ausstellungen mit insgesamt 200 Bauten von 100 Architekten, die eine Publikationsreihe begleitet. Der jüngste Band „Neue Architektur in Südtirol 2012 –  2018“ ist nun bei Park Books für 58 Euro erschienen: Minimalistische Kirchen und Feuerwehrhäuser, Hotels und Bergbauernhöfe zwischen Tradition und Gegenwart, funktionaler sozialer Wohnungsbau und großzügige Sammler-Villen zeigen die Bandbreite prämierter Projekte, die in der Transitregion koexistieren, die mit 30 Millionen Übernachtungen ein Touristenmagnet ist. Zusätzlich erlauben Vorwort und zwei Texte von Roman Hollenstein sowie Marco Mulazzani einen Einblick hinter die Fassaden: von Lobeshymnen über Südtirol als „Schlaraffenland der Architektur“ bis zur Kritik, dass Visionen und Kreativität einheimischer Architekten unter bürokratischen Hürden, der Lobby großer Büros und einer Bevorzugung ausländischer Prestige-Architekten zu leiden haben.

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