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Versailles für alle

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Das Stil- und Interior-Design-Magazin AD lud zum zweiten Design Summit in die Alte Kongresshalle nach München ein. Design-, Architektur- und Interior-Experten diskutierten zum Thema "Bauhaus or Bang?" Wie es war und an wen der AD Design Award verliehen wurde sehen Sie hier.

Vor dem Hintergrund des 100. Jubiläums des Bauhaus im kommenden Jahr, fand das diesjährige Gipfeltreffen der Gestaltungsbranche unter dem Dachthema "How to live: Bauhaus or Bang?" - wie wir die Welt von morgen gestalten wollen - statt. 

Chefredakteur und Gastgeber Oliver Jahn begrüßte namhafte Speaker wie u.a. die unfassbar lebendige, temperamentvolle und hochbegabte Universaldesignerin Patricia Urquiola, den begehrten französischen Interieur Designer Pierre Yovanovitch, BMW-Designer Adrian van Hooydonk und das Designer-Duo von ODEEH, ursprünglich auf Mode ausgerichtet, nun auch für die Porzellanmanufaktur Meissen tätig. Insgesamt waren rund 300 Besucher aus der Interior,- Kultur- und Design-Szene in die Alte Kongresshalle in München gekommen Eine mit ihrem retrofuturistischen Midcentury-Look passende Location. Bestuhlt war der Saal mit dem Gina Chair von Jacopo Foggini, der in Zeiten, in denen es in den Ozeanen von Plastik wimmelt, auch gern aus einem anderen Material hätte sein dürfen.

Interior-Designer Pierre Yovanovitch nahm das Publikum bei der Erstaufführung seines originellen Films „Mademoiselle Oops" mit auf eine ungewöhnliche Reise durch eine Wohnung – und beweist, wie man die Menschen mit gelungenem Storytelling für eine Sache – in diesem Fall das Interieur – begeistern kann.

Als ein weiteres Highlight passend zum Thema "Bauhaus or Bang?" präsentierte die Iwanson International School of Contemporary Dance eine Hommage an Oskar Schlemmers Triadisches Ballet. Nach einem Film-Teaser mit Ballerinen im Spiralrock, schlemmerschen Hampelmännern und künstlichen Menschen, deren Arme in zwei Kugeln mit Metallspitzen enden, traten die exzellenten Tänzer dann ganz schlicht in Schwarz-Weiß auf. Modern eben.

Nach spannenden Diskussionen auf dem, die Gesprächspartner buchstäblich verschluckenden, Podiums-Sofa – das im zweiten Set ausgetauscht wurde – und einem etwas zähen Mittelteil blieben einige nachdenklich machende Zitate hängen:

"Zuhause ist nicht immer ein Ort, sondern manchmal auch ein Mobiltelefon."
Patricia Urquiola

"Die Stadt von morgen ist vor allem flexibel."
Jette Cathrin Hopp

"Man sollte die Fähigkeit, zeichnen und mit Material umgehen zu können, nicht unterschätzen - Technologie ist nicht alles."
Merlin Wright

"Ich verstehe den Trend zum Smart Home, aber ich könnte niemals auf das analoge Feedback eines Lichtschalters verzichten."
Gesa Hansen

"Bald wird sich das Auto eigenständig parken und den Nutzer autonom am gewünschten Ort abholen."
Adrian van Hooydonk

Und in gewohnt gleichermaßen scharfsinniger wie unterhaltsamer Manier:

„Im Schlafzimmer passiert heutzutage das, was vor 200 Jahren auf dem Marktplatz stattfand: Handel und soziale Interaktion. Was bedeutet auf dieser Grundlage noch Privatsphäre? Sind wir auf der Straße nicht privater als mit dem Smartphone im Bett?"
Niklas Maak

Im Rahmen des Design Summit wurde außerdem auch der AD Design Award an herausragende Nachwuchstalente der internationalen Gestaltungsbranche verliehen – leider ausnahmslos Männer.

Die Preisträger des AD Design Award im Überblick:
Kategorie Interior Design: Studio David Thulstrup (Kopenhagen, Dänemark)
Kategorie Product Design: Roberto Sironi (Mailand, Italien)
Kategorie Architecture: Johansen Skovsted (Kopenhagen, Dänemark)
Kategorie Best Update: Plain English (London, Großbritannien)

Readers' Award: Fréderic Pellenq (Paris, Frankreich) 

Alle Fotos, falls nicht anders angegeben: © Benedikt Müller für AD Germany

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