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Interview mit Regine Geibel im Dezember 2007

Dezember 2007

Das Interesse an Architektur ist in den vergangenen Jahren spürbar gewachsen -nicht ohne Grund: Projekte wie z.B. die Pinakothek der Moderne oder die Allianzarena haben hochwertige Architektur in den Alltag der Menschen gebracht und sind zu neuen Ikonen eines „städtischen" Selbstbewusstseins geworden. Dieses neue Interesse an Architekturthemen aufzugreifen, zu binden und zu kultivieren ist eine der Hauptaufgaben von muenchenarchitekur.com.

muenchenarchitekur.com
- Mittler zwischen Business und Bohème

Architektur ist die öffentlichste aller Künste - so sagt man. Ein Buch kann man zuschlagen, die Musik kann man abschalten, zum Theater muss man nicht hingehen...

Vor drei Jahren entschloss sich die Architektin Regine Geibel der Förderung der Baukultur zu widmen. Mit ihrem Internetportal erreicht sie Rekordzahlen und für ihre Konzepte und Umsetzungen im Bereich des Architekturmarketings erntet sie Respekt und höchstes Lob.

Die Süddeutsche Zeitung schrieb bereits nach einem halben Jahr: „Wer sich in München für die aktuellen Ereignisse in der Architekturszene interessiert oder beruflich mit dem Bauwesen zu tun hat, kommt um einen regelmäßigen Besuch auf www.muenchenarchitektur.com nicht herum." Worin liegt ihr Erfolgsrezept?

RG
Die Kombination aus virtueller Information und realen Projekten ist die perfekte Mischung. Die Präsentation von Architektur- und Immobilienhighlights, spannenden Events der Kunst- Architektur- und Designszene sowie Insiderinformationen machen www.muenchenarchitektur.com zu einer unverzichtbaren virtuellen Informationsquelle. „Jung, schön und noch zu haben" - der von mir ins Leben gerufene Immobilienpreis und die von mir gegründete Architekturbotschaft bieten eine perfekte reale Plattform, um die Münchner Bohème mit dem arrivierten Unternehmertum zusammen zu bringen.

Was brachte Sie auf die Idee eine Architekturplattform für München zu schaffen?

RG
Gebaute Architektur bestimmt das Bild unserer Städte, ist Zeit- und Kulturzeuge und ihre Tradition ist so alt wie die Menschheit; sie ist kulturelle Identifikation, touristische Attraktion und inzwischen ein wichtiges Marketingtool für die Corporate Identity vieler Firmen. Denken Sie nur an die kürzlich fertig gestellte BMW-Welt! München ist die wirtschaftsstärkste Stadt Deutschlands - das Potenzial und die Lebensqualität einer Stadt werden jedoch nicht nur an ihrer Wirtschaftskraft gemessen, sondern zu großen Teilen an der Lebendigkeit ihrer kulturellen Szene. München ist für vieles berühmt und beliebt, nicht aber für seine moderne Architektur, obwohl es hier und auch weit über die Grenzen der Stadt hinaus hervorragende moderne Architektur gibt, die einen internationalen Vergleich nicht scheuen muss. Die Gesellschaft hat sich zur Informationsgesellschaft gewandelt - die Öffentlichkeit möchte informiert werden.

Wie finanziert sich Ihre Plattform?

RG
Auf einen Investor habe ich zugunsten der redaktionellen Unabhängigkeit verzichtet. Wir generieren unsere Einnahmen aus verschiedenen Quellen, dazu zählen an erster Stelle unsere Partner, also unsere Hauptsponsoren - ausschließlich ausgesuchte Unternehmen mit der gleichen Philosophie - sowie Einnahmen über Payed Content und klassische, allerdings sehr dezente Werbung.

Was verbirgt sich genau hinter www.muenchenarchitektur.com?

RG
Die sogenannten „Architekturhighlights" sind ein stetig wachsender Pool der besten modernen Gebäude Bayerns - vom Einfamilienhaus bis zum Flughafen. Ein herrliches Architektur-Bilderbuch in dem auch Laien gerne blättern. Über die virtuellen Visitenkarten erhält man die Kontaktdaten der Projektverantwortlichen.
Zunehmend präsentieren wir auch architektonisch qualitätvolle Immobilien auf unserem Portal. Nachdem wir begonnen hatten die Preisträger des von uns ausgelobten Immobilienpreises zu veröffentlichen, war die Nachfrage nach diesen „vorausgewählten" Immobilien so groß, dass wir uns entschlossen haben, diesen Pool mit weiteren interessanten Objekten zu ergänzen.

Ganz wichtig ist natürlich auch unser tagesaktueller Eventkalender, der vom originellen Event der „Subkultur"-Szene bis zum Gespräch zwischen Rem Kolhaas mit Jaques Herzog im Haus der Kunst - alles abdeckt. Diesen kann man sich individuell zusammenstellen und anschließend ausdrucken, um ihn an den Kühlschrank zu hängen... Masterstudiengänge, internationale Wettbewerbe, Interviews mit interessanten Persönlichkeiten und einiges mehr komplettieren das Angebot.

Sie sagten: „Die besten Gebäude oder Immobilien..." Wer trifft die Auswahl?


RG
Die Kompetenz für die Beurteilung der Qualität bringen wir durch ein abgeschlossenes Architekturstudium mit entsprechender Berufserfahrung als freischaffende Architektin mit. Beim Immobilienpreis „Jung, schön und noch zu haben" beurteilt allerdings jedes Jahr eine siebenköpfige Jury aus hochkarätigen Architekturkenner die eingereichten Projekte.

„Jung, schön und noch zu haben" - ein frecher Titel für einen Immobilien-Preis. Was genau wird hierbei von Ihnen prämiert?


RG
Die Versöhnung zwischen Bauträger und Architekten liegt uns hierbei am Herzen. Zwei sehr unterschiedliche Lager, die gemeinsam exzellente Projekte schaffen können, denn architektonische Qualität und Rendite müssen sich keinesfalls ausschließen! Die Bedingungen für die Teilnahme finden sich im Titel wieder: die Objekte dürfen nicht älter als fünf Jahre sein, schön müssen sie natürlich sein und auch noch über freie Flächen verfügen. Der Erfolg dieser Reihe gibt uns Recht - wir gehen im Frühjahr 2008 bereits in die 4. Runde.

Sie sind immer häufiger auch Anlaufstelle für verschiedenste Anfragen aus dem In- und Ausland?


RG
Ja, das ist richtig. Zunehmend etablieren wir uns zum Ansprechpartner für alle Fragen rund um das bayerische Architekturgeschehen. Neben der Präsentation der Projekte auf unserem eigenen Portal, können wir sie also auch in weiteren Medien platzieren. Die Anfragen kommen von TV-, Radio- und Printredaktionen, die auf der Suche nach interessanten Gebäuden für komplette Reportagen, Hintergundberichte oder Werbeshootings sind. So empfahlen wir bereits mehrfach Projekte an ARTE und den Bayerischen Rundfunk. Auch Agenturen fragen an: die Räume für eine große Europäische Bank oder der Hintergrund für den neuen Maserati kommen z.B. von uns..

Den eigentlichen Beruf - vor allem nach einer so zeitaufwändigen Ausbildung - an den Nagel zu hängen ist kein leichter Schritt. Haben sie es je bereut?

RG
Nein, im Gegenteil. Andere Berufszweige hatten das Internet längst für sich entdeckt. Die Architekten, obwohl sie durch die hervorragenden Möglichkeiten der Darstellung Ihrer Referenzobjekte prädestiniert wären für Werbung im Internet - hatten diese Möglichkeit bisher mehr als stiefmütterlich behandelt. Nun haben sie eine bekannte Plattform, auf der sie dies nachholen können...

Wir wünschen Ihnen weiterhin so viel Erfolg und bedanken uns für das Interview.

Erschienen ist das Interview im Dezember 2007 im IMMOBILIEN STREIFZUG MÜNCHEN