75 Jahre Baukultur und ein neues Kapitel in München: Das aus Basel stammende Schweizer Architekturbüro feierte die Eröffnung seines neuen Standorts an einem lauen Sommerabend im Herzen der Münchner Altstadt. Vor rund 200 fröhlichen Gästen...
...stand dabei nicht nur der Schritt in die bayerische Landeshauptstadt im Fokus, sondern ein Thema, das die Architektur wie kaum ein zweites fordert: die Transformation.
Ein Dreiklang aus Geschichte, Haltung und echtem Engagement für den städtischen Raum: Pünktlich zum 75-jährigen Bestehen. Dass dieser Schritt nach München folgerichtig ist, zeigen die aktuellen Aufgaben vor Ort – allen voran der Gewinn des Wettbewerbs für die beiden Gründungsgebäude der Technischen Universität Nürnberg sowie die enge Zusammenarbeit mit langjährigen Partner:innen in der Region. Doch wer an diesem Sommerabend in den Räumen in der Damenstiftstraße zusammenkam, spürte schnell: Es ging Burckhardt von Anfang an um mehr als reine Präsenz. Es ging um das Ankommen in der Stadtgesellschaft und um gelebte Nachbarschaft.
Ein Ort des Dialogs: Vom Hochbunker in die Altstadt
Der inhaltliche Schwerpunkt des Abends knüpfte an ein Projekt an, das viele Münchner Baukulturschaffende noch lebhaft in Erinnerung haben. Bereits 2019 prägte Burckhardt mit der Einzelausstellung „Transformationen" den kulturellen Diskurs der Stadt. Damals hatte das Büro mit ersten baulichen Eingriffen die historische Substanz des ehemaligen Hochbunkers in der Blumenstraße erschlossen – der heutigen Architekturgalerie München – und den Ort erstmals als Raum für Ausstellungen zugänglich gemacht.
An diese Pionierarbeit erinnerte Nicola Borgmann, Leiterin der Architekturgalerie und Co-Kuratorin des Deutschen Pavillons der Architektur-Biennale 2025 in Venedig, im Gespräch mit Burckhardt-CEO Wolfgang Hardt. „Das Team von Burckhardt kam mit dem ehrlichen Wunsch, München nicht nur kennenzulernen, sondern der Stadt auch etwas zu geben", betonte Nicola. Es sei nicht vorrangig um das Ausstellen eigener Entwürfe gegangen, sondern darum, ein Denkmal für einige Wochen zu einem offenen Haus der Begegnung und Kultur zu machen. Eine Haltung, die den Kern von Burckhardt trifft: Haltung zeigt sich im Beitrag zum städtischen Raum.
Wertebewusstsein trifft auf Wandel
Im gemeinsamen Austausch gingen Wolfgang Hardt und Nicola Borgmann der Frage nach, wie ein traditionsreiches Büro über 75 Jahre hinweg relevant bleibt und wie der eigene Transformationsprozess gelingt.
Wolfgang Hardt brachte die Philosophie des Hauses auf den Punkt: „Wir nehmen die Geschichte und Legacy von Burckhardt ernst, bleiben aber nicht in ihr stehen. Burckhardt verkörpert seit 75 Jahren und auch weiterhin das, was als typisch schweizerisch gilt: ein hohes Maß an Präzision und Qualität; Professionalität sowie Verlässlichkeit und eine gewisse Skepsis gegenüber Trends zugunsten langfristiger Werte."
Um den vielschichtigen Herausforderungen der heutigen Zeit – allen voran dem Klimawandel – begegnen zu können, brauche es klare Rahmenbedingungen, Mut zu Investitionen in Wissen und Handlungsspielräume für Fachexpertinnen. Ein sichtbares Fundament dieser Weiterentwicklung bildet die 2026 in Kraft getretene Burckhardt-Charta, die eine ganzheitliche Nachhaltigkeit im unternehmerischen und gestalterischen Handeln verankert. Auch der Teamgedanke prägt die Struktur: Burckhardt versteht sich als übergreifende Gemeinschaft, in der Standorte zusammenarbeiten und Wissen teilen.
Realer Raum für Impulse und die städtische Gemeinschaft
Auch die beiden Standortleiter in München, Ulrich Binder und Ralf Löw, unterstrichen die Bedeutung dieses Miteinanders. „Die Analogie zu einem Sportclub erscheint mir hier sehr passend: Wir verstehen uns als Trainer eines talentierten Teams mit einer sehr gut aufgestellten Vereinsleitung mit Sitz in Basel", erläuterte Ulrich Binder mit Blick auf das junge Münchner Ensemble.
Dass auch auf Kulinarik großen Wert im der Münchner Burckhardt Dependance gelegt wird, zeigte sich an diesem Abend ebenfalls. Die Gäste wurden mit einer eigenen Kreation eines Gin Basel Smash (statt Gin Basil Smash) und Schweizer Köstlichkeiten aus geschmolzenem Raclette-Käse auf krossen Röschti verwöhnt und blieben bis in den späten Abend.
Dass in den Räumen in der Damenstiftstraße Haltung auch räumlich übersetzt wird, zeigt die für die Zukunft geplante Nutzung des Erdgeschoss-Büros: Der vordere Bereich mit seinen prägnanten Schaufenstern wird bewusst als Ausstellungsraum genutzt werden und der mittlere Bereich mit gut ausgestatteter Küche und großem Tisch für Get together und Diskussionen. Ein Ort, der offen ist für Debatten, die über das eigene Schaffen hinausgehen und andere Gestalterinnen und Akteure der Stadt eine Bühne geben.
Es war mir eine große Freude, den rundum gelungenen Münchner Auftakt von Burckhardt konzeptionell und organisatorisch unterstützt und medial begleitet haben zu dürfen.
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