Botswana, Okavango Delta – Fotosafari im Paradies
The total reset, oder: Mehr Erdung geht nicht
Wenn Dein Hirn von zu viel kognitiver Tätigkeit heiß gelaufen ist und sich in einer Dauertätigkeit verselbstständigt hat, oder du dir eine Art Zäsur in deinem Leben wünschst, vielleicht nach einem schwierigen Lebens-Abschnitt, dann ist ein Abtauchen in die Wildnis das Beste was Du tun kannst.
Es gibt im Grunde in solchen Situationen, also, wenn man überarbeitet, total, ausgebrannt etc. ist, oder mit anderen massiven Themen zu kämpfen hat, nur zwei Möglichkeiten: entweder man beschäftigt sich damit, ergründet, forscht, reflektiert, oder man verändert den Maßstab und damit die Perspektive. Retreats werfen dich auf Dich und dein Thema und dein doing zurück, während das Eintauchen in unberührte, wilde Natur mitsamt den dort lebenden wilden Tieren dich an den Ursprung, an die Quelle unserer Existen zurückbring. Total Grounding garantiert.
Eine Safari ist mehr, als nur „Tiere gucken“ – sie lässt dich den Maßstab zurechtrücken
Für mich war es ein wenig so, wie Astronauten den Effekt beschreiben, wenn sie die Erdkugel aus dem Weltall betrachten. Sie berichten davon, dass es einem die Bedeutungslosigkeit – im besten Sinne – der eigenen Existenz vor Augen führt. So geht es mir im Busch. Wenn ich die unberührte, von Menschenhand nicht beeinflusste Natur sehe und darin die unfassbar schönen Tiere, die sich frei bewegen können, dann relativiert dies alles. In meinem Erleben auch die Bedeutungen und Größenverhältnisse.
Es muss nicht immer Luxus sein
Ja, natürlich und leider ist eine Safari eine kostspielige Angelegenheit. Aber es ist auch eine Once in a lifetime experience und: es dient einem guten Zweck! Ich kann daher empfehlen einen oder zwei Badeurlaube weniger zu machen und dafür einmal im Leben eine Safari zu buchen. Das Ökotourismus Unternehmen Great Plains, z.B. unterscheidet seine Camps in verschiedene Komfort-Kategorien. Die sog. Explorer-Camps sind weniger Luxuriös, jedoch nicht weniger schön gelegen und professionell geführt. Egal welches du wählst, die unberührte Natur und die Professionalität der Guides, also der tierkundigen Ranger, die deine ständigen Begleiter sind und auch den Jeep oder das Boot lenken, ist immer gegeben.
Die Fotos zeigen: Das Duba Explorers Camp, dessen Umgebung man mit dem Jeep erkundet und wo es sehr viele Tiere zu sehen gibt und das Sitatunga Private Island Camp, auf einer Insel gelegen. Hier ist man mit dem Boot unterwegs und sieht viele Vögel, Hippos, Krokodile und die seltenen Sumpfantilope. Die Lage der Camps habe ich in der Karte markiert.
Hirn ausschalten und fühlen mit allen Sinnen
Geräusche, Gerüche, Eindrücke, Staunen, im Boot oder Jeep mit Decke und Picknick-Korb, umsorgt wie als Kind. Komfort mitten im Busch: Das berührt.
Keine Menschen, keine Straßen, keine Häuser, keine Geschäfte, kein Computer, kein TV…
Nahezu alles, was unseren Alltag daheim bestimmt ist hier nicht vorhanden. Eigentlich sollte man sogar sein Smartphone daheim oder während der rides im Camp lassen, um nicht ständig auf das Fotografieren fokussiert zu sein und lieber den Augenblick genießen… Aber das ist dann vielleicht doch etwas zu viel verlangt. Man möchte diese unfassbaren und überwältigenden Eindrücke einfach festhalten.
Über Great Plains
Die Gründer und ihre Vision

Hinter Great Plains Conservation und der gemeinnützigen Great Plains Foundation stehen die namhaften Filmemacher, National Geographic Forscher und Naturschützer Beverly und Dereck Joubert. Mit einer über vier Jahrzehnte währenden Karriere nutzen sie ihre Leidenschaft, um Afrikas Tierwelt, Landschaften und Gemeinschaften zu schützen. Ihre gesamte Arbeit fußt auf den drei Säulen Freundlichkeit, Fürsorge und Mitgefühl.
Nachhaltiger Luxustourismus: Schutz und sogar Erweiterung natürlicher Lebensräume
Gegründet im Jahr 2006, hat sich das Unternehmen zu einem Maßstab für Ökotourismus entwickelt. Heute betreibt es mit über 1.000 Mitarbeitern 14 umweltbewusste Luxus-Safaricamps in Botswana, Simbabwe und Kenia.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Architektur und dem Design der Camps:
Rücksichtsvolle Planung: Bevor ein Camp entsteht, übernachten die Gründer selbst auf dem Land, um die Energie des Ortes zu spüren. Ziel ist ein minimaler ökologischer Fußabdruck – die Camps sollen sich anfühlen, als könne man sie sanft anheben und woanders platzieren.
Nachhaltiger Betrieb: Jedes Camp wird solarbetrieben und nach nachhaltigen Praktiken geführt.
Das Portfolio unterteilt sich in zwei Kollektionen:
Réserve-Collection: Diese sieben Camps repräsentieren den Gipfel des Safari-Luxus. Das Design erinnert an das goldene Zeitalter der Safaris mit Erdtönen, Leinen, Leder und freistehenden Badewannen. In jeder Suite stehen professionelle Kameras für die Gäste bereit.
Explorer-Collection: Inspiriert von den Safaripionieren der 1920er Jahre bieten diese intimen Zeltcamps (für 8 bis 12 Gäste) ein nostalgisches, naturverbundenes Erlebnis. Die Zelte/Zimmer sind kleiner, diese Collection ist günstiger.
Die Great Plains Foundation: Projekte mit Herz und Sinn
Die Foundation ist der gemeinnützige Arm der Organisation, der sich der langfristigen Wiederherstellung von Ökosystemen und der Stärkung lokaler Gemeinschaften widmet. Neben großen Artenschutzprogrammen wie „Rhinos Without Borders“ (Umsiedlung von 87 Nashörnern) und der „Big Cats Initiative“ stechen zwei Herzensprojekte der Jouberts besonders hervor:
Solar Mamas: In Zusammenarbeit mit dem Barefoot College in Indien wurden Frauen aus ländlichen Gemeinden Botswanas zu Solartechnikerinnen ausgebildet. Nach ihrer Rückkehr brachten sie bereits Strom in 450 Haushalte, was die Lebensqualität ganzer Familien massiv verbessert und die Unabhängigkeit der Frauen stärkt.
Project „Ranger“: Diese im März 2020 ins Leben gerufene Initiative unterstützt die Wildhüter („Ranger“) an den Frontlinien des Naturschutzes. Bislang wurden über 1 Million Dollar gesammelt, um mehr als 200 Ranger in sieben afrikanischen Ländern mit Ressourcen, Training und Ausrüstung für den Kampf gegen Wilderei auszustatten.
Und nicht zuletzt: Das „Female Ranger Programm“: Frauen als Hüterinnen der Wildnis
Ein zentraler Meilenstein der Stiftungsarbeit, der im Jahr 2026 einen massiven Expansionsschub erfährt, ist das Female Ranger Programm. Es ermöglicht Frauen aus ländlichen Gemeinden in Botswana und Simbabwe eine fundierte, zehnmonatige Ausbildung zu professionellen Wildtier-Monitorinnen und Rangerinnen.

Hintergrund und Motivation: Frauen in den ländlichen Regionen rund um die Schutzgebiete (wie dem Okavango-Delta oder dem Sapi-Reservat) sind oft mit struktureller Ungleichheit und geringen Zukunftschancen konfrontiert. Das Programm bricht diese Barrieren auf, schafft wirtschaftliche Unabhängigkeit und formt inspirierende Vorbilder für junge Mädchen.
Besonderer Wert im Naturschutz: Erfahrungen zeigen, dass Rangerinnen in Konfliktsituationen hochgradig deeskalierend wirken und durch ihre enge Vernetzung in den Dorfgemeinschaften wichtiges Vertrauen sowie wertvolle Hinweise auf Wilderei aufbauen.
Ausbildung und Aufgaben: Die unbewaffneten Teams absolvieren ein intensives Training (unter anderem in wissenschaftlichen Monitoring-Techniken, Erster Hilfe und Bootsführung). Im Einsatz überwachen sie Raubtierbewegungen, sammeln ökologische Daten und arbeiten eng mit staatlichen Strafverfolgungsbehörden zusammen. Sie engagieren sich zudem stark in der Umweltbildung für Jugendliche.
Wachstum und Ausblick 2026: Nach einem erfolgreichen Start wächst das Programm rasant: Waren Ende 2025 insgesamt 21 Rangerinnen im Dienst, soll die Zahl im Laufe des Jahres 2026 durch die Einstellung von 14 weiteren Frauen um über 66 Prozent gesteigert werden.
Destinationen und Safari-Möglichkeiten
Ich war in Botswana zunächst im Camp DUBA EXPLORER und dann im Camp SITATUNGA PRIVATE ISLAND. Great Plains bietet eine enorme Vielfalt an Erkundungsmöglichkeiten: Neben der unberührten Landschaft und der reichen Tierwelt Botswanas (wie das Okavango-Delta) auch Simbabwe (mit riesigen Elefantenpopulationen) und Kenia (Zentrum der großen Tierwanderungen); man kann – je nach Gegend – die Natur nicht nur im offenen Geländewagen, sondern auch zu Fuß, per Pferd, Mountainbike, Kanu oder sogar aus der Luft via Helikopter und Charterflugzeug erleben.
Auf welche Art und Weise auch immer: Eine Safari ist ein unvergessliches, erdendes und heilendes Erlebnis!
Fotos: © Great Plains Conservation und die nach dem gelben Trenner: © R. Geibel
In meiner Reihe Check in statt Burn out sind auch folgende Artikel erschienen:
Nr. 1: Das Kranzbach, Bayern: Waldbaden
Nr. 2: Giardino Marling, Südtirol: Liu Jong
Nr. 3: Tannerhof, Bayerisch Zell: Fasten und Scheinfasten mit ärztlicher Begleitung
Nr. 4: Kamalya Spirtual Paradise, Koh Samui, Thailand: Longevity
Nr. 5: Barberyn Waves, Sri Lanka: Ayurveda
Nr. 6: Hotel Jungbrunn, Tannheimer Tal: Beauty und Genuss
Nr. 7: Das Central, Sölden: Sport (Ski bzw. MTB) und Genuss
Nr. 8: Hubertus Mountain Refugio: K.O.R.E. Therapy mit John Brazier
Transparenzhinweis: Auch, wenn Great Plains mich zu den Übernachtungen während dieser Recherchereise eingeladen hat, spiegelt die Berichterstattung meine eigene Meinung wider und wurde davon nicht beeinflusst; die Standards der journalistischen Unabhängigkeit wurden gewahrt.