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The Architecture of Confinement

Ramzi Ben Sliman: Szene aus dem Film „Grand Hôtel Barbès“. © Courtesy der Künstler und ONP/Les Films Pelléas. Ramzi Ben Sliman: Szene aus dem Film „Grand Hôtel Barbès“. © Courtesy der Künstler und ONP/Les Films Pelléas.

Gefangenschaft, Isolation, Einschränkung, Grenzen - diesen tagesaktuellen Themen widmet sich ab dem 19. Juni 2021 eine Ausstellung im BNKR München, mit künstlerischen Positionen an der Schnittstelle von Kunst und Architektur.

Der zweite Teil der Ausstellungs-Trilogie The Architecture of nimmt die Nutzung des ursprünglichen Bunkers als Internierungslager während der Entnazifizierungszeit von 1945 bis 1948 als inhaltlichen Ausgangspunkt. Kuratiert wird die gesamte Trilogie von Sam Bardaouil und Till Fellrath, artReoriented.

The Architecture of Confinement versammelt sechs internationale KünstlerInnen, die sich in ihren Werken auf unterschiedlichste Weise mit den Themen Gefangenschaft, Isolation, Einschränkung und Grenzen auseinandersetzen:

Grand Hôtel Barbès von Ramzi Ben Sliman begleitet einen jungen Tänzer auf seinem Streifzug durch Paris. Der faszinierende Film spielt mit gängigen Vorurteilen und durchbricht auf poetische Weise soziale und ethnische Grenzen.

Die Skulptur T42 (Gold) ist charakteristisch für Mona Hatoum's Ansatz, einfache Alltagsgegenstände mit einem unheimlichen und humorvollen Hauch von Surrealismus zu verwandeln.

Die speziell für die Ausstellung von BNKR in Auftrag gegebene Video- und Soundinstallation our Solo von Annika Kahrs experimentiert mit der Wahrnehmung von privat und öffentlich gespielter Musik.

Özgür Kar's Videoinstallation It is all in his head versinnbildlicht eine reduzierte Vision des menschlichen Lebens. Die Arbeit zeigt eine Figur in Embryonalstellung und erweckt beim Betrachter ambivalente Gefühle von Schutz, Gefangenschaft und Einsamkeit.

Joanna Piotrowska untersucht in ihren Fotografien die Beziehung des Körpers zu seinem physischen Umfeld. Ihre Bilder verweisen dabei immerzu auf Strukturen von Gefangenheit und Flucht.

Nadia Kaabi-Linke zeichnet in ihrer ortsspezifischen Installation Modulor I die Dimensionen von Gefängniszellen nach und visualisiert so die weltweiten Lebensbedingungen von Häftlingen in einer Architektur des Gefangenseins.