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Eine neue Hotelkette bereichert das Angebot in Kroatien. Ein Interview mit dem verantwortlichen Architekten über ein neues Konzept, bei dem die Gäste dann essen oder den Zimmerservice in Anspruch nehmen können, wann es ihnen am besten passt und die Anforderungen an die Gestaltung.

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Eine neue Hotelkette [Places] by Valamar, die durch ein junges Mindset, mediterrane Leichtigkeit und Respekt für Umwelt und Natur punktet bereichert das Angebot in Kroatien. Ein Interview mit dem verantwortlichen Architekten über die Gestaltung und ein neues Konzept, bei dem die Gäste dann essen oder den Zimmerservice in Anspruch nehmen können, wann es ihnen passt... Ein Gesamtansatz, der mit einem jungen Mindset, mediterraner Leichtigkeit und Respekt für Umwelt und Natur punktet.

Antoinette Schmelter-Kaiser: Seit wann und in welchem Bereich sind Sie mit Ihrem Büro für die Valamar-Gruppe tätig?

Višen Slamar vom Architektur-Studio Tissa: Wir arbeiten seit über zehn Jahren in zahlreichen Projekten zusammen. Bei einigen Campingplätzen - die Valamar ja auch betreibt - hat das Unternehmen in den letzten fünf, sechs Jahren sehr viel investiert. Ziel war es, sie zu einem Upscale-Produkt zu machen und als Resorts für Familien auszubauen, die auch Annehmlichkeiten wie Pools, großzügige Terrassen und Animation bieten. Bei dieser Kombination profitieren Kinder von mehr Beschäftigung und Freiheit, Eltern von mehr Entspannung. Im gleichen Zeitraum standen aber auch Renovierungen bei fast 40 Valamar-Hotels und -Resorts an. Denn da gibt es innen und außen immer etwas zu tun. Bislang war die Hotelkette eher eine klassische Marke und nicht im Lifestyle-Segment vertreten.

Aber bei den Gästen zeichnet sich ein Generationswechsel ab. Durch die starke Nutzung des Internets haben sie andere Erwartung und verfolgen aktuelle, internationale Trends viel stärker als früher. Um diese Erwartungen zu erfüllen, muss sich der Markt anpassen.

Wie positioniert sich [Places] by Valamar in dieser Richtung?

Die neue Hotelkette entspricht einem bestimmten Mindset und steht für den Wunsch nach einem unkomplizierten, flexiblen Ort, an dem keine starren Regeln gelten. Ihr Credo ist ein Hotelkonzept mit moderner mediterraner Leichtigkeit und Lebensfreude. Gäste können passend zu ihren persönlichen Bedürfnissen Urlaub machen – z.B. dann essen oder den Zimmerservice in Anspruch nehmen, wann es ihnen am besten passt. Wir haben eine Branding Agentur mit ins Boot genommen, um die passende Strategie zu entwickeln – ein interessantes Abenteuer. Unserer Ansicht nach kann ein neues Projekt nur erfolgreich sein, wenn man zusätzlich zur (Innen-)Architektur auch andere Dimensionen bis hin zum Grafik Design als emotionale Trigger einschließt. Durch diese kann der Gast die hinter einem Projekt stehenden Werte durchgängig spüren. Generell arbeiten wir bei Tissa gerne interdisziplinär.

An welchen neuen Stilrichtungen haben Sie sich orientiert?

Ästhetisch haben wir uns vom Boho-Stil inspirieren lassen, der lässig und cosy ist. Ergänzend dazu gibt es eine starke lokale Komponente, für die wir viele Recherchen gemacht haben. Diese kann man sehen, aber auch schmecken, denn die Küche verwendet möglichst regionale Produkte und informiert z.B. darüber, wer die Marmelade gekocht hat. Außerdem bekommen Gäste persönliche Tipps unserer Mitarbeiter, so dass eine Beziehung zum jeweiligen Ort entsteht. Jedes unserer Hotels wird etwas anders sein – das in Hvar mit mehr Bezug zum Meer, weil es auf einer Insel liegt; das in der kroatischen Küstenstadt Makarsa dagegen urbaner.

Welche Zielgruppe adressieren Sie?

Eine jüngere – aber nicht im Hinblick auf das Alter, sondern auf die Art zu denken. Generell soll sich niemand ausgeschlossen fühlen. Was wir aber nicht wollen, ist eine Partyurlaub-Klientel.

Das Hotel auf der kroatischen Insel Hvar ist ein Bestandsgebäude: das ehemalige Lavanda in Stari Grad. Was mussten Sie dort alles verändern?

Sehr viel – egal ob Rohre, Elektrik, Heizung oder Klimaanlagen. All diese Bereiche haben wir auf den neuesten und deutlich effizienteren Stand gebracht.

Welche Rolle haben nachhaltige Aspekte dabei gespielt?

Eine große. Um im Sommer nicht zu sehr aufzuheizen, wird in den öffentlichen Bereichen darauf geachtet, dass durch geöffnete Fenster immer ein leichter Luftzug möglich ist. Die Wasserhähne und Duschköpfe in den 179 Zimmern haben jetzt alle Perlatoren und die Leitungen wurden ausgetauscht, um den Verbrauch zu drosseln. Auch alle Fenster sind neu. An exponierten Stellen, wie in der Küche, wo viel Hitze entsteht, wurden die Wände isoliert. Der Abfall wird von Biomüll über Papier bis zu Glas getrennt gesammelt und entsorgt, auf Plastik möglichst verzichtet und Lebensmittelverschwendung dadurch vermieden, dass es bis auf das Frühstück keine Büffets gibt. Stattdessen wird an Front-Cooking-Stationen saisonales, regionales Gemüse und frischer Fisch aus der Adria portionsweise zubereitet. Wer flexible Halbpension bucht, kann das Mittag- oder Abendessen jederzeit auslassen, in ein Guthaben umwandeln, es auf einem elektronischen Armband speichern und später im Restaurant oder an den Bars einlösen. Informationen werden über Bildschirmen kommuniziert statt auf Papier gedruckt. Bei der Einrichtung, in der Erd- und Olivtöne dominieren, haben wir viele Naturmaterialien wie Holz, Korb oder Leinen verwendet. Insgesamt wurden bei der Hotelkonzeption alle internen Prozesse geprüft und so nachhaltig wie möglich aufgesetzt. Unser Wunsch ist es, für den respektvollen Umgang mit Natur und Umwelt ein Eco-Friendly-Zertifikat zu bekommen.

Wie viele dieser Hotels wird es geben?

Momentan sind an der kroatischen Küste fünf in der Pipeline, im Herbst wird das weitere Vorgehen entschieden.

In welche Richtung werden sich Kroatien und Istrien Ihrer Meinung nach touristisch entwickeln?

Touristische Einrichtungen gibt es in Kroatien schon seit den 1960er Jahren, vor allem in den 70er und 80er Jahren wurde mehr gebaut. Der alte Bestand ist oft in schlechtem Zustand, weil bis Ende der 90er – auch wegen des Jugoslawien-Kriegs – nicht viel passiert ist. Aber seither wird renoviert und gebaut – darunter auch Hotels im Lifestyle- und Upperclass-Bereich. Im Vergleich zu anderen Destinationen haben wir 20 Jahre Verspätung. Einen Mega-Boom wird es meines Erachtens nicht geben. Stattdessen hoffe ich, dass das Angebot mit Augenmaß ausgebaut wird. Kroatien kann mit viel Grün, Natur, seiner abwechslungsreichen Küste und dem sauberen Meer punkten. Darin steckt viel Potenzial.

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Alle Fotos: © Valamar

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