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Impulse

Das Planungskonzept für die Domumgebung folgt dem Prinzip, durch Reduktion das Bestehende wieder sichtbar zu machen. © Brigida González für Allmann Sattler Wappner Das Planungskonzept für die Domumgebung folgt dem Prinzip, durch Reduktion das Bestehende wieder sichtbar zu machen. © Brigida González für Allmann Sattler Wappner

Im Mittelpunkt der dreitägigen, dieses Jahr rein digitalen Konferenz Architecture Matters stehen die aktuellen Umbrüche in unseren Städten, die Suche nach neuen Ideen von Zukunft. Ich habe da mal reingeschaut...

"Drei Tage frische, unkonventionelle Impulse von Architekten, Städteplanern, Developern, Startup-Unternehmern mit Vorträgen, Diskussionsrunden sowie viel Raum für gezielten Austausch" – so wird das von Nadin Heinrich (plan A) im Jahr 2016 initiierte und von ihr und Jan Friedrich (Bauwelt) kuratierte Format angekündigt. Ich bin gespannt.

Der Einstieg hört sich vielversprechend an. Der niederländische Architekt Reinier de Graaf (OMA) stellt seinen ersten Roman vor: „The Masterplan" - Über das Verlangen nach Ruhm und den jähen Absturz von einem (Architekten), der zu hoch flog. Was folgt ist eine solide Lesung mit Buchbesprechung, bei der allerdings der Übergang zum Hauptthema des Tages „Transformation der Innenstädte" nicht so recht gelingen mag.

Im Anschluss dreht sich in drei Impuls- und Diskussionsrunden alles um den Wandel der Innenstädte mit Blick auf Bürowelten, die Transformation im Handelsgeschäft und die Stadt als Ganzes.

Was bleibt jenseits des Hypes um das Homeoffice? Was folgt auf den Wandel im Handelsgeschäft – wo bleibt das Sinnliche beim Einkaufen? Welche zukunftsweisenden Konzepte gibt es für die großer Warenhäuser? Bieten diese Umbrüche die Chance für mehr Wohnen in der Stadt?

Fragen, die zwar schon öfter verhandelt wurden, die mich aber immer wieder aufs Neue reizen. Wirklich „frische, unkonventionelle Impulse" wie angekündigt bleiben dann aber leider die Ausnahme.

Köln als Beispiel für vitale Unperfektion

Einen davon wirft Eva Herr, Leiterin des Stadtplanungsamtes Stadt Köln, in die Runde: die Idee, die Innenstadt komplett ohne Einzelhandel zu denken. Sie selbst steht diesem Ansatz jedoch skeptisch gegenüber: Es gäbe kein anderes Segment als den Einzelhandel, der so viel Frequenz bringt. Frequenz gleich Leute gleich Urbanität? Auch Sehenswürdigkeiten zögen Menschen an, fährt Eva Herr fort. Ich finde es spannend darüber nachzudenken, wie sich diese unterschiedlichen Frequenzbringer gegenseitig befruchten könnten. Als Beispiel nennt Eva Herr den Umbau des Öffentlichen Raums rund um den Kölner Dom durch Allmann Sattler Wappner.

Ich erwarte eine Home-Office-Rate von ein bis zwei Tage die Woche. Um das Büro ist mir überhaupt nicht bange." (Ulrich Höller, geschäftsführender Gesellschafter ABG Real Estate Group)

Eine weitere Idee lässt mich aufmerken: Wir brauchen parallel zu großen Stadtentwicklungsprojekten wie der Hafenpromenade in Hamburg von Zaha Hadid Architects die Adhoc-Programme, deren Aufgabe nicht die Perfektion ist. Als „Beispiel von Lebendigkeit in der totalen Unperfektion" macht Autorin und Journalistin Katja Eichinger noch einmal Köln aus.

Man muss auf Impulsprojekte setzen, die dann weitere Projekte nachziehen." (Tobias Sauerbier, Geschäftsführer SIGNA)

Im Abschlusspanel geben Olga Aleksakova und Julia Burdova (Buromoscow) Einblick in den aktuellen Stand der Wohnquartierplanung in Moskau. Die beiden Architektinnen haben sich ausgiebig mit vorfabriziertem Massenwohnungsbau für die Mittelklasse beschäftigten. Überraschend: Große Blocks würden von den Bewohnern eher akzeptiert als zu viel Kleinteiligkeit.

Mein Fazit: Trotz technischer Schwierigkeiten - das mittlere Panel fiel für mich und einen Teil der Teilnehmer aus - konnte ich heute einige Gedankenanstöße mitnehmen.
Ein Dank an die Organisatoren!

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