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Der Architekt

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26. September 2012

September 2012 | Am vergangenen Mittwoch wurde die letzte Ausstellung Nerdingers im Architekturmuseum der PdM eröffnet. Das Thema: Der Architekt. Wie man etwas ausstellt, „was nicht ausstellbar ist“, sehen Sie hier... Ein Rückblick von Silvia Pöhlsen

Nach 35 Jahren Ausstellungstätigkeit verabschiedet sich Prof. Dr. Winfried Nerdinger, Gründungsdirektor des Architekturmuseums der TU München in der Pinakothek der Moderne, mit der Ausstellung „Der Architekt - Geschichte und Gegenwart eines Berufsstandes“ von seiner Tätigkeit.

Ein komplexes Thema, das in dieser Form wohl erst selten Beachtung gefunden hat. Denn nicht nur die Ausstellung, sondern insbesondere die – zwei Bände umfassende – Begleitpublikation, die den Titel der Ausstellung trägt, nehmen eine Perspektive ein, die ausnahmsweise den Akteur, und nicht wie so oft, das Produkt bzw. Bauwerk in Augenschein nehmen. Doch wie lässt sich ein Berufsstand „ausstellen“, der zudem hoch komplex und in seiner Geschichte immer wieder stark unterschiedlichen Wahrnehmungen unterlegen gewesen ist?

Die Ausstellung versucht dies mit einer klaren Struktur. Chronologisch wird die Historie im ersten Raum thematisiert; parallel dazu jedoch schon erste komplexere Themen wie die Mythologie und technische Konstruktionsgeschichte dargestellt. Außerdem natürlich der Stand des Architekten, mal geliebtes und geachtetes Genie, mal als unterlegender Diener des herrschenden Adels... Dieser klare Leitfaden verläuft sich im 20. Jahrhundert. In der Ausstellung wird diese junge Phase aus der Geschichte nur skizzenhaft betrachtet; mit Fotos der „Mittäter“ der NS-Architektur, dem „Global Player“ Norman Foster und verblüffenden „Statistiken“ zum Berufsstand. Hiermit wird in die beiden weiteren Ausstellungsebenen hinüber geleitet. Interessant hier ist dann beispielsweise die Darstellungen des Architekten im Kontext mit Musik, Bühne und Film. Im größten Raum steht dann die „Materialisierung der Idee“ im Fokus. Herausragende Modelle, Gemälde und natürlich die Werkzeuge werden hier als spielerisch arrangierter Ausklang präsentiert.

Nerdinger selbst wirkt zurecht stolz auf seine Ausstellung. Es scheint als hätte er einige Schätze des Architekturmuseums hierfür noch eimal aus den Archiven hervorgeholt. Ergänzt mit hochkarätigen Leihgaben, wie dem größten Architekturgemälde der Welt, dem ersten Architekturmodell nördlich der Alpen und der ältesten bekannten Architekten-Skulptur (siehe Fotos) ist diese Abschieds-Ausstellung sehr sehenswert...

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