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Aubing Mitte - ehemaliges Telekom-Gelände

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01. April 2014

Auf dem momentan noch gewerblich genutzten Telekom-Gelände zwischen Colmdorfstraße, Pretzfelder Straße und Freihamer Weg in Aubing-Mitte ist ein Quartier mit rund 430 Wohnungen, öffentlichen Grünflächen und sozialer Infrastruktur geplant.

2012 war die Planung der Münchner Büros 03 Architekten und Keller Roser Damm Landschaftsarchitekten bei einem städtebaulichen und landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb mit dem ersten Preis ausgezeichnet worden.

Lage
Das Wettbewerbsgebiet liegt im Münchner Westen, im Bereich östlich des Freihamer Wegs, südlich der Bahnlinie München-Buchloe, westlich der Colmdorfstraße und nördlich der Pretzfelder Straße.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs
Die Deutsche Telekom AG ist Eigentümerin des zirka 5,4 Hektar großen Areals, das früher für eigene Zwecke und später für eine Spedition genutzt wurde. Derzeit besteht in den Hallen eine Zwischennutzung für Indoor-, Sport- und Spielflächen.

Eine gewerbliche Nutzung mit ihren verkehrlichen Auswirkungen ist der Lage inmitten von Wohngebieten nicht mehr angemessen und soll auch nicht wieder aufleben. Da der Bedarf an Wohnraum in München nach wie vor sehr hoch ist und die Fläche dafür geeignet ist, soll hier eine gute städtebauliche, funktionelle, wirtschaftliche und ökologische Wohnbebauung entwickelt werden.

Insgesamt sollen zirka 435 Wohneinheiten mit dazugehörenden Freiflächen und Infrastruktur entstehen.

Würdigung des Preisgerichts
„Städtebauliche Grundidee ist eine geknickte Zeile entlang der Bahn, die als Schallschutzbebauung fungiert, sowie drei Baufelder mit je zwei geknickten Zeilen, die jeweils einen großzügigen Hof bilden. Die Bebauungsstruktur grenzt sich bewusst von der Umgebung ab, ist jedoch an den wichtigen Wegeverbindungen durchlässig und aktiviert die vorhandenen Bezüge. Durch die Setzung der Baukörper entstehen differenzierte Freibereiche, sowohl zwischen den Baufeldern als auch im Inneren. Gestärkt wird diese Idee durch den kompletten Verzicht auf Verkehrserschließung im Inneren. Die privaten und öffentlichen Freibereiche vernetzten sich auf sehr selbstverständliche Art und Weise. Die große Qualität der Freiflächen entsteht unter anderem durch die Gleichwertigkeit der Bebauungsstruktur im Freiraum. 
Der Entwurf zeichnet eine starke städtebauliche Figur und entwickelt eine ganz eigenständige Identität an diesem Ort. 

Direkt an der S-Bahn-Station ist ein Quartiersplatz mit Einzelhandel richtig angeordnet, gut gestaltet und verspricht eine angemessene Nutzbarkeit.

Die beiden Kindertagesstätten sind baulich integriert und befinden sich an gut erreichbaren Standorten. Die Arbeit gliedert sich in vier Baufelder, die insgesamt in sieben Baulose aufgeteilt werden können.

Die Bebauung verfügt über fast 3.000 Quadratmeter zusätzlicher Geschossfläche für Wohnen, bei gleichzeitig großzügig bemessenen und wohl proportionierten Grünflächen."

Empfehlung des Preisgerichts
„Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober, die mit dem ersten Preis ausgezeichnete Arbeit weiter zu bearbeiten. Kritisch gesehen wird die lange Südzeile des südlichen Blocks. Das Preisgericht empfiehlt daher, die lange Seite des südlichen Blocks hinsichtlich der Knicklänge noch einmal zu überprüfen. Die Vernetzung zwischen Innenhöfen und öffentlichem Freiraum sollte intensiviert werden."

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