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Refresh fürs Käfer Stammhaus

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18. September 2013

Weg von Beige und Braun, hin zu Grau und Dunkelrot. Erst acht Jahre ist die letzte Modernisierung her, aber bei Käfer will man dem Zeitgeist voraus sein. Vor allem die berühmten Stuben, aber auch das Bistro und die Fleischabteilung im Laden erstrahlen in modernem Glanz...

Selbst die Fassade ist frisch geweisselt (statt wie vorher in zartem Lachston) und das neue Lieblingsgrau taucht an Fenstern, Türen und Blumenkästen auf.

Beim Interiorkonzept ging es in der Hauptsache um zwei Aspekte: zum einen um die Auflockerung des „Einheitslooks" durch viele individuelle und teils sehr unterschiedliche Stimmungen, zum anderen um die Ergänzung der Einrichtung durch Kunst. Für die Auswahl wurde eigens eine Kunstliebhaberin beauftragt; einzige Bedingung: aus Deutschland soll der Künstler stammen. So finden wir insgesamt sechs neue und für den Rahmen sehr moderne Arbeiten von namhaften Künstlern wie Candida Höfer, Stephan Balkenhol, Rolf Sachs, Stephan Huber oder Cathleen Naundorf und erfolgreichen Jungkünstlern wie Gert & Uwe Tobias oder dem Forian Süssmayr. Käfers Favorit ist der Münchner Süssmayr, von dem er sich prompt eine Arbeit unter den Nagel riss um sie daheim aufzuhängen erzählt die Kunstexpertin frotzelnd.

Im Mai waren die Stuben geschlossen, im August wurde der vordere Bereich (Schänke) sowie der Laden umgebaut. Zwei Drittel sind damit bisher geschafft und eine Million Euro in Oberflächen, Leuchten, Möbel und Stoffe sowie besagte Kunst investiert.

Dabei sollte es nicht „maniriert, sondern subtil" zugehen, so Peter Buchberger, verantwortlicher Interior Designer, der für Käfer bereits die Modernisierung vor acht Jahren übernommen hat. Ihm gefällt besonders die Möglichkeit eine Stube in Kombination mit einem angrenzenden „Wohnzimmer" zu buchen. So entstehe ein echtes „home feeling". Käfer betont, dass das Design zur Stadt passen müsse, man nicht den gleichen look wie in Hamburg oder Düsseldorf haben könne. München sei halt Rustikal und Barock, vor allem als Lebensgefühl. Das habe man hier übertragen...

Von Barock bis Rustikal ist in der Tat eine weite Spanne, die aber in Zeiten des vielbemühten Eklektizismus eine Existenzberechtigung hat. Der Vorteil daran? Wem es am Kamin zu schischi ist, der zieht sich halt in die klassischen Stuben (einige blieben unverändert) zurück, oder lässt sich im skandinavisch anmutenden kitchen-Bereich platzieren. Denn, wie auch immer man über die direkte Nachbarschaft von Leinen und Seide oder Altholz und Stuck etc. denken mag: das Essen ist halt einfach ausgezeichnet. Und wenn Michi Käfer dann im Brustton der Überzeugung sagt: „Sind wir doch ehrlich: Der Bayerische Rehrücken schmeckt von Nymphenburg-Tellern nun mal besser!" dann versteht man auch das Theater ums Drumherum...

Regine Geibel

 

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