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75 Jahre Maikäfersiedlung

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13. Juni 2013

Die Maikäfersiedlung in Berg am Laim feiert in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen. Aus der ehemaligen Volkswohnanlage ist inzwischen eine moderne innerstädtische Siedlung mit hoher Lebensqualität geworden. Ihren Gartenstadtcharakter hat sich die Maikäfersiedlung dennoch bewahrt.

1938 waren über 600 Wohnungen und 190 Eigenheime fertig gestellt
Premiere für die GWG München: Der Bau der Maikäfersiedlung war die erste Baumaßnahme, die sie in eigener Regie errichtete. Die Realisierung selbst erfolgte in mehreren Bauabschnitten. Bis 1938 entstanden im Innenbereich der Siedlung und entlang der Bad-Schachener-Straße insgesamt 611 Mietwohnungen für den eigenen Bestand und 190 Eigenheime, die veräußert wurden. Geplant und ausgeführt wurde die Maikäfersiedlung als sogenannte Volkswohnanlage. Beim Bau durften ausschließlich inländische Baustoffe verwendet werden. Bei der Vergabe der Wohnungen standen soziale Gesichts- punkte im Vordergrund. Eine besondere Bevorzugung erhielten kinderreiche Familien. Charakteristisch für die Wohnungen in der Maikäfersiedlung waren die minimalen Grundrisse und die niedrigen Standards bei der Ausstattung. Eine Familie mit zwei Kindern wohnte im Regelfall in einer Wohnung mit 35 m2.

Neues Wohnen in der Maikäfersiedlung
Abbruch und Neubau oder doch Modernisierung? Diese Frage wurde heftig diskutiert, als in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts die mangelhafte Bausubstanz und Ausstattung immer offensichtlicher wurde. Als Entscheidungsgrundlage wurde Anfang der 90er Jahre an der St.-Michael-Straße ein Häuserblock abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt, ein weiterer Häuserblock wurde umfassend modernisiert. Der Vergleich zeigte, dass eine Modernisierung zwar möglich, aber wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.

Der Stadtrat der Landeshauptstadt München entschied sich schließlich im März 1994 für die Sanierung der Siedlung. Die alten Gebäude sollten Zug um Zug abgebrochen und durch Neubauten ersetzt werden. Auflagen waren unter anderem die Beschränkung im Innenbereich der Siedlung auf drei Vollgeschosse und ein Dachgeschoss sowie der Erhalt der Mietergärten.

Über die Randbebauung entlang der Echardinger Straße und beidseitig der Bad-Schachener-Straße wurde im Rahmen eines städtebaulichen Realisierungswettbewerbs entschieden. Inzwischen wurden in insgesamt 11 Bauabschnitten 679 Wohnungen fertig gestellt. An der Ecke Bad-Schachener-Straße / Echardinger Straße entstanden zusätzlich vier Gewerbeeinheiten, an der Krumbadstraße eine dreigruppige Kinderkrippe für 36 Kinder.

175 weitere neue Wohnungen in den Jahr 2013 und 2014
Auch im Jahr 2013 wird in der Maikäfersiedlung noch kräftig gebaut. An der Bad-Schachener-Straße entstehen 55 geförderte Mietwohnungen, an der Gögginger Straße 54 frei finanzierte Mietwohnungen. Der Bezug ist für Oktober bzw. Dezember 2013 geplant. Entlang der Bad-Schachener-Straße errichtet die GWG München derzeit weitere 66 geförderte Wohnungen. Der Bezug der Wohnungen im Herbst 2014 ist zugleich der Abschluss der erfolgreichen Sanierungstätigkeit in der Maikäfersiedlung.

Echardinger Einkehr als Mittelpunkt der Siedlung
Die Echardinger Einkehr ist ein Zentrum des gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Lebens im Münchner Osten. Bereits bei ihrer Fertigstellung im Jahr 1939 war sie der Treffpunkt in der Maikäfersiedlung. Aber wie die Wohngebäude, ist auch die Gaststätte in die Jahre gekommen. GWG-Aufsichtsrat und Geschäftsführung entschieden sich deshalb für eine aufwändige Renovierung des Gebäudes. Derzeit wird in der Echardinger Einkehr noch kräftig modernisiert und umgebaut. Die Wiedereröffnung ist im Frühjahr 2014 geplant. Dann stehen den örtlichen Theatergruppen und Vereinen auch wieder Saal und Bühne zur Verfügung.

Der Festausschuss Maikäfersiedlung organisiert die Geburtstagsfeier
Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums hat der Fastausschuss Maikäfersiedlung am 15. Juni 2013 im nördlichen Bereich der Grünanlage an der Bad-Kreuther-Straße ein Fest veranstaltet. Noch bis zum 25. Juni 2013 zeigt eine Fotodokumentation in den Ladenräumen an der Bad-Kreuther-Straße 2-6 die Entwicklung der Maikäfersiedlung von 1938 bis heute. Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag von 16.00-19.00 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 15.00-18.00 Uhr.

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