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Drei Fragen an...

Der niederländische Designer Marcel Wanders vergleicht das Entwerfen von Interior Design mit dem Dirigieren eines Orchesters und verrät uns im Videointerview warum er von Innovationen in Hotelräumen lieber die Finger lässt...

 

Marcel Wanders hat nichts dagegen, 'Enfant terrible der Designszene' oder 'Lady Gaga des Design' genannt zu werden – „solange es im richtigen Kontext geschieht." Auch dass er wegen Unbelehrbarkeit von der Designschule Eindhoven geflogen ist, quittiert er bloß mit einem Schulterzucken. „Wer weiß, wo ich sonst gelandet wäre." Beim Talk im Rahmen der MCBW in der Neuen Sammlung gibt sich der Niederländer nahbar, humorvoll und energiegeladen. Immer wieder springt er vom Stuhl auf, gestikuliert raumgreifend. Nur einmal wird er ernst, als er einer Designstudentin einen Tipp für den Berufseinstieg geben soll: „Sei immer du selbst – das ist das Härteste, Beängstigendste und Beste, was du machen kannst."

Der mit seinem 'Knottet Chair' 1996 weltweit bekannt gewordene Designer gestaltete rund 1.700 Produkte für Firmen von KLM Royal Dutch Airlines über Alessi und B&B Italia bis zu Swarsovski, in seinem Studio arbeiten rund 50 Design-Profis. „Was wir morgen tun werden ist hoffentlich anders als das, was wir heute machen. Wir sind wohl das ineffektivste Studio der Welt", stellt Wanders gutgelaunt auf die Frage nach den Arbeitsrichtlinien seines Unternehmens fest. Parallel leitet er als Art Director das von ihm 2001 gegründete Avantgarde-Label Moooi und entwickelt mit Leidenschaft ganze Inneneinrichtungen – etwa die Kameha Grand Hotels in Bonn und Zürich oder das Andaz Amsterdam.

Der Moooi-Mix begeistert durch seinen lässigen Eklektizismus. Klassische Stilrichtungen bekommen einen Coolness-Kick, gängige Proportionen werden überdimensional aufgeblasen und verblüffende Materialien erprobt. Die jüngste Programmerweiterung: Teppiche in aufregenden Dessins, die im Digitalprint aufgebracht werden – bis Montag, 21. März zu sehen in den Neuen Werkstätten