Zeitgenössische Architektur in Bayern

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"Aschau. Ein bayerischer Ort im Wandel"

Eigentlich ist Aschau im Chiemgau ein Ort wie aus dem Bilderbuch: gelegen inmitten einer herrlichen Berglandschaft, nah am Chiemsee, mit romantischem Schloss, malerischer Barockkirche, pittoresken Bauernhäusern, Seilbahn auf die imposante Kampenwand, 5-Sterne-Hotel mit Spitzenkoch, preisgekröntem Designhotel und vielem mehr. Nicht ohne Grund ist das attraktive Tal beliebter Schauplatz vieler Film- und Fernsehproduktionen – die eines allerdings meist nicht zeigen: die Allerweltsbilder, die Aschaus Ortsbild heute auch prägen – lieblose Plätze, gesichtslose 70er-Jahre-Klötze, hässliche Gewerbebauten und wildwüchsige Neubaugebiete, die das Ortsbild zerfasern und immer drängender die Frage aufwerfen, wohin sich die Tourismusgemeinde eigentlich entwickeln will?

 
Eine Gestaltungs-Task-Force soll helfen

Aschau hat eine mutige Lösung für dieses Problem gefunden: einen Gestaltungsbeirat - der erste in Deutschland für einen Ort dieser Größe, der die Gemeinde bei Fragen der Ortsentwicklung berät. Angesehene Experten, darunter der renommierte Münchner Architekt Prof. Andreas Meck, wollen aus Aschau eine Vorzeigegemeinde machen. Denn Aschau steht exemplarisch für viele Fremdenverkehrsorte im Voralpenraum: Innovationsstau und Strukturprobleme treffen auf Finanzengpässe und planerische Inkonsequenz, tümelnde Heimatverklärung kollidiert mit den wachsenden Ansprüchen der Gäste nach zeitgemäßer Tourismusinfrastruktur.

 

Lüftlmalerei trifft auf zeitgemäßes Design

Teile des Gemeinderates wollten am liebsten große Hotelketten ansiedeln und ansonsten weiter im bewährten Jodlerstil den Massengeschmack bedienen. Eine andere Fraktion, darunter der erfolgreiche Möbelgestalter Nils Holger Moormann, wünscht sich eine umsichtige, regional geprägte Ortsbildgestaltung mit anspruchsvoller, nachhaltiger Architektur. Wie das gehen kann, hat er in Aschau bereits bewiesen: mit seinem preisgekrönten Design-Hotel "berge".

 

Ein Upgrade für die Lebensqualität

Fast vier Jahre lang haben die Filmautorin Carina Bauer und ihr Kamerateam den Aschauer Gestaltungsbeirat bei seiner Arbeit begleitet – denn Ortsentwicklungsprozesse sind langwierig und brauchen extrem viel Zeit. Umso wichtiger ist es, die Weichen frühzeitig richtig zu stellen. Schließlich ist die Zukunft des Fremdenverkehrsorts Aschau eng geknüpft an seine Attraktivität als Reiseziel. Aber auch für die Bewohnerinnen und Bewohner gilt es, durch besseres Bauen die Lebensqualität zu verbessern. Ob Kindergarten oder Seniorenheim, ob Supermarkt-Discounter oder Wohnbebauung - es muss weitsichtig geplant werden.

 

Heimat ohne Happy End?

Wie geht es nun weiter mit Aschau? Das ist derzeit noch offen. Kurz nach Ende der Dreharbeiten wurde Bürgermeister Werner Weyerer abgewählt. Zahlreiche Ortsgestaltungs-Befürworter verließen den Gemeinderat, darunter auch Nils Holger Moormann. Der Gestaltungsbeirat wurde nicht neu berufen. Ob es wieder einen neuen geben wird, ist derzeit nicht geklärt.  

  • Veranstaltungstyp

    "Aschau. Ein bayerischer Ort im Wandel""

  • Location

    im Bayerischen Fernsehen
    vor dem TV

  • Datum

    am Sonntag 5. Oktober 2014 von 15.30 Uhr bis 16.15 Uhr

  • Anmeldung

     

     

     

     

     

     

     

     

    Am 5. Oktober 2014, 15.30 Uhr im Bayerischen Fernsehen.

     

     

     

     

     

     

     

     

  • Weitere Informationen

    finden Sie hier