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Schwabinger Tor

In München-Schwabing entsteht auf einem halben Kilometer entlang der Leopoldstraße bis 2017 ein neues Stadtquartier mit Plätzen, Gassen und sogar ein wenig Wasser – aber welches Konzept verfolgen die Planer genau?

Drei Hochpunkte gliedern die „Sharing-Stadt", die sich dem Dreisatz „Talente. Teilen. Toleranz." widmet. Auf 89.000 oberirdischen und 67.000 unterirdischen Quadratmetern entstehen: rund 25 Geschäfte, Manufakturen, Restaurants, Kunst-Ateliers und ein Wochenmarkt. 50 Büros, 200 Wohnungen, ein Lifestyle Boutique Hotel (das erste dieses Brands überhaupt in Deutschland) mit ca. 275 Zimmern, Meeting- und Kongressoptionen, 1.800 m2 Wellness und rund 900 Parkplätze. Das autofreie Schwabinger Tor verfügt zudem über zwei Tramhaltestellen. Ca. 1.500 Menschen werden in diesem internationalen Cityquartier leben und arbeiten. 2007 hatten das Münchner Architekturbüro 03 Architekten zusammen mit Ver.de Landschaftsarchitekten den städtebaulichen Wettbewerb gewonnen.

Das Schwabinger Tor, das 2017 an der Leopoldstraße in München-Schwabing fertiggestellt sein soll, antizipiert die Zukunft urbanen Lebens. Auf Basis einer Studie*, die untersucht hat, wie die Menschen 2070 wohnen, leben und arbeiten werden, wurde das Gesamtkonzept erarbeitet.

Benutzen statt Besitzen
Das Schwabinger Tor wird die erste Sharing-Stadt der Welt. Die Sharing Economy bringt es auf den Punkt: Benutzen statt Besitzen. Sharing ist eine ganzheitliche Zukunftsökonomie, denn sie beschränkt sich nicht etwa auf Car-Sharing. Music-Sharing, Office-Sharing, Menü-Sharing und sogar Dog-Sharing werden sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Car- und Bike-Sharing sind seit einigen Jahren etablierte und stark genutzte Konzepte, die selbstverständlich auch im Schwabinger Tor zu finden sein werden. Das gesamte Areal des Schwabinger Tors wird autofrei sein. Eine unterirdische Logistik sorgt für reibungslose Zulieferer-Wege und nahe liegende Parkplätze. Auf dem Gelände selbst sind neben dem Bike-Sharing-Angebot auch Segways zur Fortbewegung geplant.

Urbane Vielfalt und Vernetzung
Das Schwabinger Tor bietet vielfältige Wohnkonzepten: Vom Penthouse mit Dachterrasse, bis zum einfachen „Talent-Appartement". Auch geförderter Wohnungsbau ist im gesamten Quartier vertreten. Eigenständiger Partner einer gezielten Förderung von Talenten im Stadtquartier ist der TalentTrust. Dieser ermöglicht jungen Kreativen, sich Atelierflächen im innerstädtischen Raum leisten zu können. Im Schwabinger Tor sind die Künstler Teil der Sharing-Stadt. Die Ateliers sind vollverglast, Kunst und Künstler mittendrin in den Gassen. Ob in digitaler, beruflicher oder zwischenmenschlicher Hinsicht – Vernetzung ist im Stadtquartier wichtig. Co-Working-Angebote, Lebensmittelangebote mit lokalen Produkten, Mieter nutzen das Hotel-Spa und die Künstler der Ateliers machen die umliegenden Cafés und Restaurants zu Treffpunkten.

Neue Zukunftstechnologien
Eine Zukunftstechnologie von morgen, die im neuen Stadtquartier zum Einsatz kommt, ist das sogenannte „Fabbing". „Fabbing gilt als dezentrale Industrie-Revolution", so Prof. Bernd Thomsen, CEO der Thomsen Group und verantwortlich für die Erstellung der erwähnten Zukunftsstudie. Hierbei handelt es sich um die Herstellung von individuellen dreidimensionalen Endprodukten mit 3D-Druckern. Leistungsfähigere Drucker wird es bei Anbietern im Schwabinger Tor geben, die im Zuge zunehmender Individualisierung Konsumenten die Option bieten, selbst ihre Produkte nach eigenen Vorstellungen zu gestalten, Vorlagen zu teilen und zu produzieren.

„Auch wenn das Schwabinger Tor national als eines der größten Projekte im Süden gilt, werden wir global gesehen nur ein kleines Fleckchen Urbanität sein. Das hat uns aber nicht davon abgehalten, nach übergeordneten Antworten auch für die fernere Zukunft zu fragen. Wir sind daher stolz, dass unserem Konzept so große Aufmerksamkeit zuteil wird", so Dr. Wolfgang Müller, Geschäftsführer der Jost Hurler Gruppe, die dieses Quartier für den Bestand der Unternehmensgruppe entwickelt.

*„Kollaborative Konsum-, Lebens- und Arbeitsformen." Studie Thomsen Group International Strategy Consultants, Nov. 2012

Visualisierungen: © Jost Hurler Gruppe 2014