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Wie die Hofstatt geworden ist

"Die Hofstatt geht online." war die Aussage auf der Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag und bedeutet nicht etwa im Internet online, sondern ganz real. Am 24. April um 17 Uhr wurde Münchens sehr gelungene neue Shopping Mall im Herzen der Altstadt mit viel Tam Tam eröffnet. Unsere Fotos zeigen den Zustand eine Woche vor Eröffnung, ohne Menschenmassen, Fassadenläufer und halbnackte Abercrombi-Bübchen.

Sieben Jahre hat es alles in allem gedauert, diese neue, elegante, aber nicht überkandidelte Einkaufspassage samt dazugehöriger Büroflächen und neuen Wohnungen zu planen und bauen. Sie besteht aus einer dreiarmigen, geschlängelten Durchwegung, die nun Stadtteile miteinander verbindet, die vorher getrennt waren. So kann man von nun an auch von der Kaufinger Straße aus durch die Kaufinger Tor Passage über den neu gestalteten Sattlerplatz direkt in die Hofstatt-Passage und von dort bis in die Hacken- oder Sendlingerstraße laufen.

Entwickelt wurde die Hofstatt in enger Zusammenarbeit mit der Stadt München und dem Schweizer Architekturbüro Marcel Meili, Markus Peter Architekten, das 2006 den Architektenwettbewerb gewann. Die Neubauten grenzen an die denkmalgeschützten Altbauten; es gibt komplett unterschiedliche Fassaden an den insgesamt sieben Gebäuden, die die dreiarmige Passage miteinander verbindet.

Einen gelungenen Kontrast zu der fast durchweg geschwungenen schwarzen Glasfassade in der Passage schafft der Boden aus sehr großformatigem heimischen Muschelkalk. Dem Dach des Lokals im Innenhof hat das Architekturbüro, so erzählt mir der Projektleiter Florian Hartmann, schon früh besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Es ist eine grüne Fledermaus aus etlichen Metalldreiecken. Aber auch sonst haben die Architekten den Details und der Ausführungsqualität viel Energie gewidmet: die großen runden Deckenleuchten, die Türgriffe an den Shops, die Gittertore mit denen man die 24 Stunden geöffnete Mall bei Bedarf doch mal schliessen kann und den massiven Handlauf der Treppe ins UG, sieht man dies auf den ersten Blick an.

Hier ein wenig Geschichte

13. Jahrhundert: Erste urkundliche Erwähnung einer Hofstatt (Wirtschafts- und Verwaltungshof des Adels oder der Kirche) an gleicher Stelle

06. Oktober 1945: Erste Ausgabe der Süddeutschen Zeitung erscheint im Umfang von acht Seiten aus der Sendlinger Straße

September 2006: Architektenwettbewerb zur Umgestaltung des Areals Süddeutscher Verlag mit 13 Architekturbüros

20. September 2008: Auszug der AZ-Redaktion aus der Sendlinger Straße

Oktober 2008: Letzte Ausgabe der Süddeutschen Zeitung aus dem alten Redaktionsgebäude, Umzug nach Steinhausen

September 2011: Nach über zweijähriger Sanierung des Erdreiches unterhalb des ehemaligen SZ-Druckereigebäudes bestätigt das Bayerische Landesamt für Umwelt den erfolgreichen Abschluss der Dekontamination

Heute: ab 17.00 Uhr werden Artisten die Fassade an der Sendlinger Straße erklettern und die Hofstatt-Passage eröffnen. Elisabeth Merk wird mit Gerd A. Hille, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der LBBW Immobilien Management GmbH ein rotes Band durchschneiden. Anschließend präsentieren sich die Shops, Lokale und der Biosupermarkt sowie der dm-Markt im Untergeschoss.

Regine Geibel

Und hier ein paar Fakten

Grundstück und Gebäude
Grundstücksfläche gesamt: ca. 11.000 qm
Bruttogeschossfläche gesamt (BGF): ca. 43.000 qm
Anzahl Gebäude: 7
Anzahl Innenhöfe: 4 (davon 2 öffentlich zugänglich)
Anzahl Passageneingänge: 3 (Sendlinger Straße, Färbergraben, Hackenstraße)

Nutzung
Mietfläche Büro: ca. 18.500 qm
Mietfläche Einzelhandel: ca. 15.500 qm
BGF Wohnen: ca. 9.000 qm
Anzahl Wohnungen: 69

Projektpartner
Bauherr: LBBW Immobilien
Projektverantwortliches Unternehmen: Hines Immobilien
Architekt: Marcel Meili, Markus Peter Architekten