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Realisierungswettbewerb Innsbrucker Ring entschieden

Der 1. Preis für den von der Gewofag Grundstücksgesellschaft mbH ausgelobte Realisierungswettbewerb für eine Lärmschutzbebauung am Innsbrucker Ring in München geht an das junge Münchner Architekturbüro 03 Architekten mit ver.de Landschaftsarchitektur.

1. Preis: 03 Architekten GmbH Andreas Garkisch, Karin Schmid, Michael Wimmer
2. Preis: Stefan Forster Architekten GmbH mit HKK Landschaftsarchitektur, Frankfurt
3. Preis: Maier Neuberger Projekte GmbH mit realgrün Landschaftsarchitekten, München
4. Preis: Steidle Architekten GmbH mit t17 Landschaftsarchitekten, München
5. Preis: Florian Krieger Architekten, Darmstadt mit Grabner+Huber Landschaftsarchitekten, Freising

Entwurfskonzept von 03 Architekten
Der Innsbrucker Ring wird zum Stadtraum an einer Verkehrsader, die noch stark von Gebäuden dominiert wird, räumlich gefasst und zu einem städtischen Raum mit belebten Fassaden verändert werden. Der neue Baustein markiert diesen Umbruch und stellt zugleich den Abschluss der Siedlung rund um den Piusplatz her. Ziel ist es mit einer einfachen Geste eine einladende und urbane Atmosphäre zu schaffen und zugleich Wohnungen anzubieten deren räumliche Qualität und dessen Umfeld für alle Bewohnergruppen ein Zuhause schafft.

Innen und Außen
Der Morphologie der Siedlung und der Stadt folgend schließt der Entwurf mit durchgehender Traufhöhe und die Richtungen der Umgebung aufnehmend unaufgeregt die Ecksituation und bietet den nötigen Schallschutz für die Wohnnutzung und das gesamte dahinter liegende Quartier. Im Inneren der Siedlung wird der Altbaumbestand erhalten, die räumliche Großzügigkeit der Siedlung setzt sich hier fort. Ein turmartiges Gebäude markiert im Inneren das Abknicken der Straße und ist visueller Ankerpunkt für die übergreifenden Nutzungen Einzelhandel, Kinderkrippe und Quartiersgarage.

4 Teile – 1 Komplex
Das Volumen des Komplexes folgt zum einen der beschriebenen stadträumlichen Logik, zum anderen beherbergen die einzelnen Volumina die unterschiedlichen Nutzungen. Der Sockel wird von den öffentlichen Nutzungen Einkaufen und Kinderkrippe belegt. Im Turm befinden sich die KomPro-Wohnungen, über dem Einzelhandel und der Kinderkrippe orientieren sich die Azubi-Apartments um einen gemeinsam genutzten Hof. Gestaffelte und differenzierte Freiflächen bieten den unterschiedlichen Nutzern unterschiedliche Qualitäten.

Eine zweite Haut
Das gesamte Gebäude wird in eine zweite, abstrakte Haut gehüllt. Der Sockel ist mit einer durchgehenden Profilglas-Fassade gestaltet. In den Wohngeschossen erzeugt ein Wechsel von verglasten und blechverkleideten Flächen ein abstraktes Bild zur viel befahrenen Kreuzung. Die Fassaden hinter diesem abstrakten Kleid sind herkömmliche Putzfassaden, die das Farbspektrum der Siedlung aufnehmen (Gelb- und Grüntöne). Bei Nacht entsteht so ein spannungsvolles Bild, das sich in den zeitgenössischen Kontext des Innsbrucker Rings einfügt und den Eckpunkt der GEWOFAG Siedlung markiert. Nach Innen entsteht durch die verschiebbaren Lochblech-Elemente ein sich stetig änderndes Bild, das die Nutzer widerspiegelt und neben dem Sonnenschutz auch die notwendige Privatheit für die Bewohner herstellt. Die umlaufende zweite Schicht mit Balkon und Laubengang-Bereichen lässt ein offenes, großzügig wirkendes Gebäude entstehen, das einfach konstruiert werden kann und kostengünstig herzustellen ist.

Alle Wettbewerbsarbeiten werden vom 24.4 bis 10.05.2013 im Forum der Gewofag in der Kirchseeoner Straße 3 in München ausgestellt.