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Museum Lothar Fischer

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Ein Haus für die Kunst war das gemeinsame Ziel von Architekt und Künstler, der in diesem seltenen Fall den Planungsweg "seines" Museums selbst begleiten konnte.

Die plastische Kunst Fischers sowie die Wechselausstellungen erhalten ein Podium, eine homogene Leinwand zum einen durch den schlichten, aus strengen Quadern und wenigen Materialien komponierten Baukörper. Zum anderen durch die gezielt gesetzten Öffnungen zur Licht- und Blickführung. Eine gewichtige Rolle bei der Planung der indirekten Lichtführung, der Wandschlitze oder der in die Wandflächen gesteckten Vitrinen spielte die Wirkung verschiedener Arten von Tageslicht auf unterschiedliche Materialien der Kunstwerke (Eisen, Gips, Ton, Bronze).

Die Betonwände und -decken sind nur mit einer hauchdünnen, naturweißen Schicht bedeckt, eine kreidige Oberfläche der organischen Handspachtelmasse, mit einer farblosen Lasur überzogen. Sie unterstreichen die vom wechselnden Tageslicht mit seinen Schatten geschaffene lebendige Struktur und verhindern Lichtreflexionen. Durch diese Wahrnehmung gewinnen die Räume an zusätzlicher Tiefe. Die homogenen Wand- und Deckenflächen, zusammen mit der durchgehenden Fläche des ebenfalls gespachtelten Bodens betonen die Strenge des Raums. Das besondere Raumerlebnis wird auch durch die Schärfe der Kanten, die sich präzise in den geplanten Schnittpunkten kreuzen, unterstützt. Möglich durch präzisen Ortbeton in allen Decken, Wänden und Oberlichten. Einzige markante Farbtupfer sind das quadratische, rote Eingangstor, gleichzeitig Markenzeichen des Museums, sowie der Aufzugskern im angegliederten transparenten Treppenhaus. Zwischen Innen und Außen besteht ein lebendiger Dialog: In den Öffnungen der Glasflächen und Vitrinen erscheinen die Grünflächen des Parks selbst wie Bilder im Raum, gleichzeitig erlebt der Spaziergänger von Außen Einblicke in das Gebäude.

Die Außenhülle mit ihrer klaren, glatten Oberfläche betont die Scharfkantigkeit der Baukörper. Regenerative Energien, nämlich Erd- und Sonnenwärme, versorgen das Gebäude. Die Erdwärme ist wichtiger wirtschaftlicher Faktor bei Erstellung und Betrieb des Gebäudes. Sie wird synergetisch in entlang der statisch notwendigen Bohrpfähle laufenden Leitungen in das Gebäude geführt. Betonkernaktivierung in Decken und Wänden erlaubt den Verzicht sichtbarer Heizkörper. Getarnte Lüftungsschlitze als Schattenfugen zwischen Decken und Wänden. Hier befinden sich auch eigens entwickelte, verdeckte Leuchten. Eine zurückhaltende Skulptur für die Kunst am Neumarkter Stadtpark, kein Trabant am Stadtrand, sondern ein Museum mitten im kulturellen Leben der Stadt Neumarkt.

  • Standort

    Weiherstraße 7a
    92318 Neumarkt
    Kartenansicht

  • Bauherr

    Lothar und Christel Fischer Stiftung

  • Fertigstellung

    2004

  • Baukosten

    Summe Bauwerk KG 300 + 400: 2,4 Mio € brutto

  • Kennzahlen

    Umbauter Raum - Gesamt 5.990 m³
    Bruttogrundrissfläche - Gesamt 1.559 m²
    Hauptnutzfläche 815 m² - davon Ausstellungsfläche 535 m² (EG 239 m² + OG 296 m²)
    extensive Dachbegrünung 255 m²
    Fläche Sonnenkollektoren 35 m²
    Bohrpfahlgründung - 45 Pfähle, Ø 60cm und 90cm in verschiedenen Längen von 9,60 m bis 14,10 m

  • Andere Fakten

    Photos © Fotostudio Sommer + Spahn, Amberg

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