Baukultur und Bewusstheit
by Regine Geibel
2004-2026 22

Kurkapelle im Kurzentrum Bad Gögging

Die Kurkapelle liegt am Übergang von großflächiger Bebauung (Reha-Kliniken) in eine Seen- und Moorlandschaft und lagert sich am rechtwinklig kreuzenden Hauptwegenetz des Kurzentrums an. Ein Versuch ein in sich gekehrtes, der Meditation und dem Insichgehen gewidmetes Gebäude zu schaffen, aber auch einen geistigen Weg zu einem symbolischen Zentrum auf bauliche Weise auszudrücken.

Immer kleiner werdende Kreissegmente bergen verschiedene zugeordnete Funktionen wie Foyer, Sakristei, Beichtzimmer, Marienkapelle, Tabernakelnische und im OG über dem Foyer den Chor; sie umschließen auf immer engen werdenden Radien den kreisförmigen runden Hauptraum. Dessen einzige Belichtungsquellen sind der Lichtschlitz zwischen massivem Baukörper und dem darüber schwebenden, den größten Radius aufnehmenden rundem Dach und ein zentrales Oberlicht, welches auch den Altarbereich hervorhebt. Der Innenraum wird durch eine ringförmige, schräg nach oben öffnende Holzverkleidung geprägt, welche sich hinter den Sedilien als Hintergrund zeigt, sich über den Sitzreihen nach oben staffelt und über dem Eingangsbereich wegfällt, um das Rund des inneren Kreises noch einmal zu zeigen. Eine optimale Anbindung an die Kurkliniken gewährleistet ein unterirdischer Bademantelgang.

  • Standort

    Am Brunnenforum 3a
    93333 Bad Gögging
    Kartenansicht (Google Maps)

  • Bauherr

    Kath. Kirchenstiftung Bad Gögging

  • Fertigstellung

    1995

  • Baukosten

    Kgr 300-400: 1.400.000 Euro incl. Möblierung und Kunst

  • Kennzahlen

    Kirchenraum 100 Sitzplätze
    Umbauter Raum 5.000 m³

  • Andere Fakten

    Realisierunswettbewerb 1990, 2. Preis