Zeitgenössische Architektur in Bayern

Forschungszentrum General Electric

Reales und digitales Forschungsnetzwerk

GE General Electric Germany baut bis 2015 das Europäische Forschungszentrum in Garching bei München aus – der Entwurf für den Erweiterungsbau stammt von OSA Ochs Schmidhuber Architekten. Durch den Neubau werden nicht nur über 200 neue Büro- und Forschungsplätze für internationale Wissenschaftler geschaffen, das Unternehmen GE präsentiert sich im europäischen Forschungszentrum GE Global Research Europe auch auf über knapp 1.500 m2 Ausstellungs- und Veranstaltungsfläche, dem neuen Customer Innovation Center CIC, der Öffentlichkeit. Der Standort Garching wird dadurch wichtiger Bestandteil der vernetzten Unternehmensstrategie von GE Global Research, die auf einer realen und digitalen Vernetzung von Wissenschaftlern, Kunden und Partnern basiert. Der bereichsübergreifende Austausch von Ideen- und Forschungsarbeiten findet dabei nicht nur an den internationalen Forschungsstandorten in Bangalore, Shanghai, Rio de Janeiro und seit 2004 auch München statt, sondern wird ab 2013 bereits im Internet auf der digitalen Plattform GE Germany InnovationsForum beginnen, die ihre reale Entsprechung wiederum im geplanten Erweiterungsbau findet.

Erweiterungsbau in Garching bei München

Der Entwurf von OSA Ochs Schmidhuber Architekten basiert auf einem Wettbewerbsgewinn aus dem Jahr 2011 und setzte sich mit seiner modernen Gestaltung gegen die weiteren Wettbewerbsteilnehmer durch. Die Entwurfsidee besteht aus geschichteten und sich durchdringenden Riegeln und Quadern, die sich gegeneinander versetzt auf einem Untergeschoss und drei Vollgeschossen in die Höhe stapeln. Die Baukörper werden als gegliederte Kuben mit Flachdachaufbau in Stahlbeton-Skelettbauweise errichtet, Teile der Dachfläche werden begrünt.

Durch die Stapelung der Kuben entstehen verschiedene Zonierungen, innere Überschneidungen, Lufträume und zwei Innenhöfe, die unterschiedlich genutzt werden. Von außen betrachtet ist das Gebäude von Einschnitten und Auskragungen geprägt. Alle öffentlichen Bereiche sind durch großzügige Verglasungen bereits von außen ablesbar. Obwohl im Inneren teils geheime Forschung betrieben wird, präsentiert sich das Unternehmen nach außen offen und mit einer einladenden Architektur.

Durch den Neubau wird das gesamte Ensemble, zu dem zusätzlich ein Bestandsgebäude, großzügige Parkplatzflächen und eine offene Großgarage zählen, neu ausgerichtet. Mit zusätzlichen 14.000 m2 wird die Nutzfläche des Standorts durch den Erweiterungsbau mehr als verdoppelt. Der Kopfbau überragt die Bestandsgebäude und markiert so eindeutig den Eingang, ohne jedoch den Bestand zu dominieren. Im Inneren findet eine Verteilung statt – der Besucher wird in das öffentlich zugängige CIC geleitet, alle weiteren Bereiche sind Angestellten und Wissenschaftlern vorbehalten. Im Erdgeschoss befinden sich eine großzügige Lobby, Konferenzräume und eine Kantine. In den oberen Geschossen sind Büro- und Forschungsräume angeordnet. Über einen Verbindungssteg ist der Erweiterungsbau im 1. Obergeschoss mit dem Bestand verknüpft.

Die Forschung von GE in den neuen Gebäudeteilen und Laboren wird sich mit den für Deutschland dringlichsten Themen befassen, wie der Energiewende, der Frage nach nachhaltiger Mobilität oder den Herausforderungen des Gesundheitssystems. Rund 4.000 m2 des Anbaus werden dem GE Germany InnovationsForum vorbehalten sein, einer Forschungseinrichtung für interdisziplinäre Co-Kreation. Der Bau wird voraussichtlich 2015 fertiggestellt.

  • Standort

    Freisinger Landstraße 50
    85748 Garching
    Kartenansicht (Google Maps)

  • Bauherr

    GE - Global Research

  • Baubeginn

    2013

  • Fertigstellung

    2015

  • Baumaßnahme

    Neubau, Erweiterung, Entwürfe | in Planung

  • Kennzahlen

    BGF: 14.000 m²