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Parkhotel Egerner Höfe

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Umbau und Erweiterung eines 5-Sterne-Hotels in Rottach-Egern

Das Hotel Egerner Höfe bildet ein Gebäudeensemble auf beiden Seiten der Aribostraße in Rottach-Egern und befindet sich in fußläufiger Nähe zum Tegernsee, dem Mittelpunkt einer beliebten Tourismus- und Naherholungsregion in Oberbayern. Das Haupthaus setzt sich aus zwei Bestandsgebäuden aus den 1960er- bzw. 1990er-Jahren zusammen, deren Sanierung notwendig geworden war. Im Erdgeschoss verbindet ein niedriger Zwischenbau die beiden Häuser, die sich ansonsten als separate, längliche Baukörper mit weit auskragenden Satteldächern und teilweise umlaufenden Balkonen präsentieren.

Galt das Umbauvorhaben zunächst nur der Überholung von Erschließungswegen sowie einer funktionalen und optischen Aufwertung für das Haupthaus, ergab sich im Lauf der Planung ein weit umfassender Eingriffsbedarf. In der Folge entstanden Raumerweiterungen für die Integrierung des vorhandenen Gourmetrestaurants in das Haupthaus sowie für Spa, Pool und Frühstücksraum, eine Aufstockung des Verbindungsbaus sowie die Erneuerung von Fassaden, Fenstern und Dachflächen. Zusätzlich wurden die Balkonflächen erweitert, die technische Infrastruktur grunderneuert sowie die Hotelzimmer und alle Räume des Haupthauses umgebaut und neu ausgestattet.

Neue Gebäudehülle in traditionsbewusster, minimalistischer Gestaltung
Von außen präsentiert sich das Hotel seit Kurzem in einer völlig neuen Hülle: Anstelle der ungedämmten, weißen Putzfassade mit vorgelagerten Balkonen sowie Geländern und sichtbarem Stabwerk aus Holz, sind die Gebäude des Haupthauses nun gänzlich mit vorgegrautem Lärchenholz bekleidet. Von der horizontalen Lattung der Außenwände, über die neuen Balkonbrüstungen aus sich kreuzenden Rundhölzern, bis hin zu den Untersichten und Trennwänden ergibt sich ein stimmiges Fassadenbild, das in seiner dezenten Farbigkeit und Ornamentik den ortstypischen Stil neu interpretiert. Die jüngste Zeitschicht ist ebenfalls an den gläsernen Erweiterungen der Spa- und Gastronomieflächen im Erdgeschoss ablesbar, die in den Park hineinragen und in schwarzen Aluminiumprofilen gefasst sind. Zudem wurden die Gebäudehüllen um neue Fenster ergänzt und mit roten Dachziegeln gedeckt.

Kernsanierung und räumliche Neukonzeption
Der östlich gelegene Bau stammt ursprünglich aus den 1960er-Jahren und erhebt sich über drei Geschosse plus Dachgeschoss. Hier wurde ein weit größerer Eingriff vonnöten als in dem neueren, fünfgeschossigen Westbau von 1992. Untergeschosse und Erdgeschosse gehen nunmehr nahtlos ineinander über und beinhalten den großzügigen Wellnessbereich mit Pool, die Lobby, eine Lounge, eine Bar, die Frühstücksräume sowie das Gourmetrestaurant „Dichter", das ursprünglich in einem Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite gelegen und lediglich über einen unterirdischen Verbindungsgang mit dem Haupthaus verbunden war. Vor allem der Osttrakt wurde bis auf die Außenstruktur und einige tragende Innenwände, Decken und den Dachstuhl komplett rückgebaut, um Platz für eine neue Einteilung und eine zeitgemäße technische Ausstattung zu machen. Zudem galt es, die innere Erschließung durch Treppen und Aufzüge funktionaler zu gestalten sowie neue Verbindungswege zu schaffen. Im neueren Gebäudeteil blieben die Zwischenwände und Leitungsschächte aufgrund ihrer einwandfreien Substanz erhalten. Der ursprünglich nur ebenerdige Zwischenbau wurde um einen Verbindungsgang zwischen den beiden ersten Obergeschossen aufgestockt und nimmt zusätzlich Büros für die Hotelverwaltung auf.

Ökologisch nachhaltige Gebäudetechnik
Die Räume und Zimmer in den beiden Trakten erhielten Flächenheizungen, darunter je nach Bestandssituation Fußboden-, Wand- und Deckenheizungen. Die Klimatisierung und Heizung erfolgt über Erdwärme und Wärmepumpen. Für die Heißwasseraufbereitung wurde ein Gas-Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung installiert. Um Energieverluste durch Fensterlüftung zu reduzieren, wurde eine kontrollierte Raumlüftung mit Wärmerückgewinnung integriert. Die Beleuchtung im Haus erfolgt ausschließlich über LED.

Hochwertiges Interior Design
Zum architektonischen Leistungsspektrum durch das Büro LSA Architekten gehörten letztendlich der umfassende Innenausbau und die Einrichtung der beiden Hoteltrakte, Zimmer und Suiten in einem stimmigen, dem gehobenen Standard des Hauses angemessen Stil. Das luxuriöse Ambiente macht sich dezent bemerkbar und gleicht sich in Material- und Möbelauswahl dem typisch alpenländischen Charakter an. Im Inneren finden sich daher vorwiegend natürliche Materialien wie Holzapplikationen oder Vertäfelungen an den Wänden und Decken, Muschelkalkböden oder Echtholzparkett in Eiche, sowie gedeckte, erdige Farbtöne mit leisen Akzenten. Gepolsterte Möbel mit Lederoberflächen, Leuchten und Wohnaccessoires aus Metall, Lichtbänder und hinterleuchtete Flächen bilden ein ergänzendes, stimmiges Zusammenspiel. Die umgebauten Zimmer verfolgen das Konzept offener Bäder. Dazu rundet die Gestaltung mit Einbaumöbeln, Raumnischen und Natursteinoberflächen die gehobene, minimalistische Ästhetik des Fünf-Sterne-Hotels ab.

Besondere Naturerlebnisse durch Baumarien, Wasser und Valser Quarzit

Für ein besonderes Raum- und Naturerlebnis sorgen im Gourmetrestaurant und im Ruheraum die sogenannten Baumarien. Dabei handelt es sich um allseitig verglaste, nach oben offene Kuben, in denen Bäume gepflanzt sind. So gruppieren sich etwa im Restaurant die Tische um die Baumarien, und während in Wirklichkeit der Innenraum die Außenwelt umschließt, wirkt es so, als wäre man von der Natur umzingelt. Die Saunen im Untergeschoss sind ihrerseits in einen Steinkubus gefasst und von einem Wassergraben umspült, der über Glaswände erlebbar wird. Der Kubus ist nach oben offen und erhält dadurch natürlichen Lichteinfall. Auch hier gehen Innenraum und Naturelemente scheinbar ineinander über. Dabei sind die Wände im Spabereich mit Riemchen aus Valser Quarzit bekleidet, was eine ursprüngliche, erhabene Wirkung entfaltet.

In nur elf Monaten nach Beauftragung konnte das Hotelprojekt mit den tiefgreifenden Umbaumaßnahmen im Sommer 2021 an den Bauherren übergeben werden.

  • Standort

    Aribostraße
    83700 Rottach-Egern
    Kartenansicht

  • Bauherr

    Ehrmann AG

  • Baumaßnahme

    Sanierung | Revitalisierung, Umbau, Erweiterung

  • Bauweise

    Stahlbeton, Ziegelmauerwerk, Stahl

  • Energiekonzept

    Grundwasser-Wärmepumpe, Blockheizkraftwerk, Wärmerückgewinnung, Fußboden-, Wand- und Deckenheizung

  • Kennzahlen

    11.000 Quadratmeter umgebaute Fläche

  • Andere Fakten

    66 Zimmer, 17 Suiten, Pool-, Wellness und Spabereich, Restaurants, Bar, Frühstücksraum, Shop und Gourmetrestaurant