Das 2026 fertiggestellte Strafjustizzentrum München ist das neue attraktive Herzstück der Rechtsprechung in der Landeshauptstadt München im Freistaat Bayern.
Am 18. Mai in einem feierlichen Festakt an das bayerische Staatsministerium der Justiz übergeben, beherbergt das großmaßstäbliche Projekt die Strafrechtsabteilungen von vier Gerichten, dem Amtsgericht München, der Landgerichte München I und II und des Oberlandesgerichts München sowie die beiden Staatsanwaltschaften München I und II.
Auf ca. 102.000 qm Bruttogrundfläche verfügt der Neubau über 54 Gerichtssäle und 850 Büros mit modernster IT-Ausstattung für rund 1.300 Mitarbeiter.
Der Baukörper des Strafjustizzentrums (kurz SJZM) erhebt sich am Leonrodplatz über sieben Geschosse und bildet hier einerseits einen adäquaten Auftakt für das Gerichtswesen und andererseits, städtebaulich von dem Stadtteil Neuhausen aus, einen neuen angemessenen Zugang in das emblematische Olympiagelände. Östlich ist derzeit noch eine Brachfläche zu erkennen, welche früher ebenfalls zum Wettbewerbsgelände des SJZM gehörte und durch die kompakte Entwurfslösung von PLAN2 Architekten für eine anderweitige Nutzung zur Verfügung gestellt wurde. Diese Fläche wird in den nächsten Jahren bebaut werden und somit die Zuwegung auf das Oberwiesenfeld aus dieser Richtung komplettieren.
PLAN2 hatte bei dem entsprechenden europaweiten Realisierungswettbewerb 2013 den 1. Preis erlangen können und in der Folge den Auftrag zur Umsetzung in Kooperation mit dem Münchner Bauleitungsbüro CLMAP erhalten.
Die Architektur ist hochwertig, elegant und zeitlos, trotz ihrer Monumentalität fügt sich der Baukörper durch die belebt gegliederte Fassade, gut in die umliegende Bebauung ein. Gleichzeitig gibt sich der Baukörper nach außen transparent und versinnbildlicht hierdurch die Legislative als drittes Standbein der Justiz im Auftrag der demokratischen Gesellschaft.
Die Urbanität und Offenheit des Gebäudes spiegelt sich auch in dem großzügig bepflanzten Justizhof im Inneren wieder, der für die Bürger begehbar und durch die ebenfalls für alle nutzbare angelagerte Kantine sensorisch erfahrbar ist.
Fotograf: J. Hinrichs