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Wohnen am Mittleren Ring

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Die neuen Wohnhäuser entlang der Richard-Strauss-Straße in München sind nahezu fertiggestellt und finden viele überzeugte Mieter. 2005 konnte sich der Entwurf von Léon Wohlhage Wernik Architekten in einem einstufigen Realisierungswettbewerb durchsetzen. Im Sinne der Auslober, der Bayerischen Versorgungskammer und der Stadt München, sind die Wohnungen als Schallschutzbebauung konzipiert. Die Herausforderung liegt darin, einerseits die Vorgaben des Schallschutzes zu erfüllen und zugleich ein ruhiges und qualitätsvolles Wohnen anzubieten. Die Architektur kann das leisten und präsent darüber hinaus ein neues, einprägsames Bild im verkehrsbelasteten Stadtraum. Sowohl Gestalt als auch Farbe heben sich deutlich von der Umgebung ab. Autofahrer, die an dieser Stelle aus dem Tunnel auftauchen und Fußgänger, die sich von der U-Bahn oder aus der Umgebung nähern, erleben den lebendigen Neubau bereits aus der Ferne.

Zur Schauseite ist die Fassade geschichtet: Wie in einem Schuppenkleid sind einzelne Fassadenelemente aneinander gelegt. Die verschiedenen Elemente wurden farblich gestaltet in kontrolliert/casual abgestimmten Gelb- und Grüntönen. Zur Schmalseite öffnen sich kleine Fenster in der Fassade. Es gibt fünf gleichartige Häuser an denen sich diese Fassade fortsetzt entlang einer weiten Kurve im Straßenverlauf. Der Anblick von Norden unterscheidet sich grundlegend von dem Eindruck, den die Häuserreihe auf dem Weg von Süden hinterläßt. Im Grunde kann die gesamte lange Front nur im Vorbeifahren erkundet werden. Auf einen Blick ist sie nicht zu erfassen. Als Ganzes ist eine charakteristische, unverwechselbare Skulptur entstanden, die bereits den Spitznamen „Krokodil" bekommen hat. Die lange Reihe bildet das Rückgrat für ein gesamtes Quartier, in funktionaler wie in gestalterischer Hinsicht.

Die grünen Häuser schließen Lücken zwischen einer Zeilenbebauung, die senkrecht zur Ringstraße stehen. An den Köpfen der Zeilenbauten werden die Wohnungen über kleine, geschützte Eingangshöfe seitlich erschlossen. Hier befindet man sich bereits in einem ruhigen, abgeschirmten Bereich, der sich jeweils nach hinten heraus mit einem wunderbar grünen Innenhof verzahnt. Die Wohnungen orientieren sich nach Westen, zum Hof hin und wenden sich von der Straße ab. Bei der Grundrissorganisation wurde größter Wert darauf gelegt, im Spielraum der Vorgaben ein großzügiges Wohnambiente zu erzeugen. Die Räume sind offenes miteinander verbunden und alle Wohnungen verfügen über eine Loggia oder einen Balkon, das sogenannte „ grüne Zimmer".

Immobilienpreis "Jung, schön und noch zu haben" 2009

"Trotz der schwierigen Lage direkt am Mittleren Ring ist den Architekten eine herausragende Lösung gelungen. Das große Objekt erinnert mit seiner schuppenartigen Fassade an ein Krokodil und wirkt locker und die Umgebung aufwertend. Auch die Grundrisssituation im Wohnbereich ist raffiniert gelöst, sodass selbst in dieser Lage qualitätvolles und ruhiges Wohnen sowohl für die neuen Wohnungen, wie auch für die Bestandsgebäude geschaffen wurde."

 

  • Auszeichnungen

    Immobilienpreis "Jung, schön und noch zu haben" 2009

  • Standort

    Amberger Straße
    81679 München
    Kartenansicht

  • Bauherr

    Bayerische Versorgungskammer

  • Baubeginn

    2007

  • Fertigstellung

    2009

  • Baumaßnahme

    Neubau

  • Kennzahlen

    BGF 12.294 m²
    BRI 35.831 m3

  • Andere Fakten

    Fotografen/Visualisierungen
    Christian Unterpaintner, München
    Ulrich Vetter, Berlin
    Meltem Tekin, Berlin
    Dirk Holzmann, Berlin

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