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Behutsame Veränderung, Zeitgeist und Individualität

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Das Anwesen in der Reichenbachstraße 20 rundet das bestehende Ensemble um das denkmalgeschützte Gebäude Reichenbachstraße 22 und der Townresidenz 22a/b ab und vervollständigt das aufwendig restaurierte Straßenbild zum Gärtnerplatz. Wohnen wie zu Zeiten der Bourgeoisie - akzentuierte Eingriffe in den Gebäudebestand und feine gestalterische Details lassen die bestehende Bausubstanz aufleben. Mit seiner klaren symmetrischen Architektur nimmt das Gebäude die Maßstäblichkeit der historischen Umgebung auf und strahlt zugleich Ruhe und Eleganz aus.

Für die Neugestaltung der Oberflächen wurde ein für die damalige Zeit typisches Stilmittel, die Bosse, eingesetzt - ohne gewollten Historismus an einer Stelle, an der keine klassizistische Fassade mehr existiert, sondern als zeitgemäße Neuinterpretation eines klassischen Gestaltungsmotivs. Eine artifiziell generierte, dreidimensional geformte Fassadenstruktur erzeugt je nach Sonnenstand und Blickwinkel ein bewegtes, eindrucksvolles Schattenspiel.

Der private Zugang des Hauses führt barrierefrei in das aufwendig restaurierte historische Treppenhaus oder über den Lift direkt in die Stadtwohnungen. Die Fortsetzung der Gestaltungselemente findet sich im ruhigen Innenhof wieder.

Organisch geformte, in den Etagen zueinander versetzte Balkonflächen laufen über die gesamte Gebäudebreite und erzeugen ein Wechselspiel aus Enge und Weite, Privatheit und Offenheit. In Kombination mit bewusst platzierten, raumhohen Fenstertüren ergibt sich hieraus ein enormer Tageslichteinfall. In Anlehnung an die bürgerlich großzügige Wohnform aus dem späten Klassizismus besinnt sich das Anwesen auf die Einzigartigkeit der Architektur der Jahrhundertwende: beeindruckende Raumhöhen, kunstvoll gearbeitete Stuckdekore an Decke und Wandflächen, elegantes Fischgrätparkett gepaart mit neohistorisch profilierten Doppelflügeltüren, die den repräsentativen Charakter der Wohnungen vollenden. Architekturkultur als identitätsstiftende Adressbildung.

Lage


Die Faszination Gärtnerplatz ist ungebrochen. Die etablierte Struktur des spätklassizistischen reinen Wohnensembles rund um das nach historischem Vorbild gestaltete Gärtnerplatzrondell ist Ursprung dieses besonderen Lebensgefühls. Überzeugte Urbanisten wissen genau, warum sie hier wohnen wollen: ein Stück Lebensqualität, eingebunden zwischen der Altstadt mit dem Viktualienmarkt und seinen exotischen Köstlichkeiten aus aller Welt und den innerstädtischen Grünflächen in den renaturierten Isarauen. Ein individuelles und zugleich internationales Flair, belebt durch unzählige Läden etablierter Modelabels und Newcomer, Antiquitätenhändler, Galerien und Restaurants. Und wer doch einmal dem Trubel der Großstadt entfliehen will, kann in Kürze die Autobahn gen Süden erreichen oder die S-Bahn ab Marienplatz nutzen. Eine urbane Oase für kulturell interessierte Großstädter - mit dem typischen Münchner Laissez-faire.

Die von renommierten Landschaftsarchitekten gestalteten Außenanlagen erstrecken sich über die Grundstücke der Anwesen Reichenbachstraße 20 und 22. Hierdurch entsteht ein für innerstädtische Verhältnisse außergewöhnlich großzügiger Freibereich. Die homogen gehaltene Fläche wird intarsienartig mit Kinderspielflächen, Aufenthaltsbereichen, Rasen- und Staudenpflanzungen stilvoll gestaltet. Eine Wasserspiegelfläche ist eine Reminiszenz an vergangene Stadtbäche, lang gestreckte Sitzbänke dienen dem Verweilen und der Kommunikation. Ein Ort der Ruhe und Kontemplation, frei von Autoverkehr durch die aufwendig konzipierte unterirdische Zufahrt. Alle Wohnungen sind trockenen Fußes direkt von der Tiefgarage zu erreichen. Das repräsentative Einfahrtstor fügt sich harmonisch in die architektonisch anspruchsvolle Fassade ein.

Zu den Architekten


Metamorphose und das Ornament - diese beiden Themen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Arbeiten der Architekten Hild und K. Die verwendete Architektursprache erfindet sich dabei jedes Mal neu. Sie entsteht erst in der Auseinandersetzung mit dem Kontext, im intensiven Dialog und aus der Fülle ihres Erfahrungsschatzes. Den Geist einer historischen Zeit finden, aufleben lassen und durch gekonnte Eingriffe mit der Gegenwart verbinden ist der konzeptionelle Ansatz. Wobei nicht die unreflektierte Verwendung von historischen Gestaltungsmotiven oder die Imitation eines Wunschbildes im Fokus stehen, sondern deren zeitgemäße Umsetzung in Materialität, Technik und Form - eine Metamorphose zwischen dem vorgefundenen, gewachsenen Bestand und einem behutsamen Wandel in eine neue Ära. Dabei spiegelt die Gestaltung der Fassade den neuen, individuellen Charakter des Gebäudes am wirkungsvollsten wider: keine historische Reproduktion der ursprünglichen Gestaltung des 19. Jahrhunderts, sondern eine Transformation einer traditionellen Technik. Die Intention liegt in der Schaffung eines » zeitgenössischen Altbaus « - mit dem Charme und den Vorzügen der großzügigen Wohnkultur und zugleich mit dem Komfort der heutigen Zeit. Ein Spiegel der Kreativität, der Offenheit und zugleich ein Bekenntnis architektonischer Ernsthaftigkeit.

Immobilienpreis "Jung, schön und noch zu haben" 2009

"Der behutsame Umgang mit dem Bestand leistet ein gelungenes Beispiel für das Bauen im städtebaulichen Kontext. Auch die Grundrisskonzeption ist sehr gekonnt. Die dreidimensionale Fassade gliedert sich mit ihrer Ornamentik gut in die Nachbarbebauung ein. Eine kluge Mischung aus klassischer und moderner Anmutung."

  • Auszeichnungen

    Immobilienpreis "Jung, schön und noch zu haben" 2009

  • Standort

    Reichenbachstraße 20
    80469 München
    Kartenansicht

  • Bauherr

    Euroboden GmbH & Projekt KG

  • Baubeginn

    2009

  • Fertigstellung

    2010

  • Baumaßnahme

    Sanierung | Revitalisierung, Umbau

  • Kennzahlen

    Nutzfläche 1500 m²
    BRI 4200 m3

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