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Solarreihenhäuser am Riemer Park in München

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Dem hervorragenden städtebaulichen und landschaftsplanerischen Konzept des neuen Stadtteils in München Riem folgend ist für das Quartier WA 9 eine städtebauliche Struktur und Wohnungstypologie entwickelt worden, die flexibel, innovativ, familiengerecht und ökologisch ist.

In den beiden städtebaulich vorgegebenen Gebäudezeilen werden 24 Wohneinheiten als Stadthäuser realisiert. Gegenüber normalen Geschosswohnungen oder Reihenhäusern ergibt sich eine weit bessere Vernetzung der verschiedenen Ebenen, Wohn- und Lebensbereiche.

Der großzügige und lichte Wohnbereich im Erdgeschoss hat im Westen einen sehr individuellen Gartenraum und im Osten den geschützten Eingangshof. Im Obergeschoss befinden sich zwei quer liegende Individualräume mit Ost-West-Orientierung und das zentrale Familienbad. Das Dachgeschoss weist zwei längsorientierte Individualräume mit vorgelagerten Patios als sicht- und windgeschützte Dachterrassen auf, mit Südsonne und weiter Sicht in die angrenzende Parklandschaft. Im Untergeschoss befindet sich ein großer Raum auf der Westseite der auf Wunsch als gut belichteter und besonnter Mehrzweckraum genutzt werden kann.

Der differenzierte modulare Aufbau der Geschossgrundrisse mit raumteilenden Einbauschränken ermöglicht eine freie und individuelle Grundrissgestaltung. Über die Patios im Dachgeschoss fällt das Sonnenlicht in die Treppenhalle und sorgt auch bei den Mittelhäusern für einen sehr hellen und qualitätvollen Innenbereich. Das zentrale Bad wird über satinierte Glaswände zur Treppenhalle gleichfalls mit Licht und Sonne versorgt. Im Vordergrund steht bei dem Entwurfskonzept der intensive Außenraumkontakt auf allen Ebenen und die lebendige und flexible Wohnqualität inner der sinnvoll organisierten vertikalen Häuser.

Städtebaulich sind die beiden Zäsuren in der östlichen Gebäudezeile als schmale Gassen angelegt und ergeben durchlaufende Raumfolgen für die öffentliche Nutzung (Straße, Gasse, Anger, Wohnweg, Spielfläche). Die Überbauung der Tiefgaragenzufahrt mit zweigeschossigen Pergolen ermöglicht dort vielfältige Aktivitäten für die Bewohner der jeweiligen Eckhäuser. Diese räumliche Vernetzung im neuen Stadtgrundriss schafft differenzierte Übergänge der öffentlichen und privaten Bereiche und dient dem sozialen Leben in der Stadt, das sich nicht nur auf die reine Wohnfunktion beziehen sollte.

Aus der Überzeugung, dass ein zeitgemäßes und ökologisches Bauen und Wohnen mit Holz der menschlichen Physiologie am besten gerecht wird, werden die Häuser in Stahl- und Holzskelettbauweise realisiert. Trotz klarer reduzierter Architektur und Konstruktion wird eine natürliche und wohnlich warme Innenraumatmosphäre erreicht. Die Gebäude werden eine ruhig, zurückhaltende und dem städtischen Umfeld angemessene Fassade aus naturgrauem Schiefer erhalten. Durch die Erfüllung des energetischen Standards KFW 40-Haus sowie der CO2 neutralen Holzhackschnitzelheizung, durch aktive Solartechnik auf den begrünten Flachdächern und die einer sehr guten Ökobilanz im Bereich der verbauten Energie durch die Holzkonstruktion sind die Häuser ein gutes Beispiel für ganzheitliches ressourcenschonendes Bauen und Wohnen.

Immobilienpreis "Jung, schön und noch zu haben" 2008

Die kleine Häusergruppe, an der Heinrich-Böll-Straße und der Riemer Promenade gelegen, mit direktem Kontakt zum Landschaftspark und seinem Badesee, wird ab 2009 zu den besten Projekten der Messestadt Riem gehören. Keine Reihenhäuser „von der Stange" entstehen hier, sondern sechs mal vier Stadthäuser, die einer gemeinsamen konstruktiven, ökologischen und gestalterischen Idee verpflicht sind und dadurch zu einer unverwechselbaren Einheit werden.

Diesem Identität stiftenden Konzept liegt das klare konstruktive Prinzip einer Stahl- und Holzskelettbauweise zu Grunde, das innen wie außen wahrnehmbar ist und somit den Bewohnern wie den Passanten auch etwas über seinen statischen Organismus mitzuteilen hat - sich also gegenüber dem Betrachter öffnet und eine wechselseitige Beziehung ermöglicht.

Offenheit und Intimität, Licht und Schattenspiel, Privatheit und nachbarschaftlicher Kontakt kommen nicht zufällig zustande: Sie sind Ergebnis einer sorgfältigen Planung. Selbst die Zufahrten zu den kleinen Tiefgaragen sind geschickt eingebunden und werden durch zweigeschossige Pergolen zu reizvollen kommunikativen Elementen.

Architektonische und ästhetische Qualität gehen Hand in Hand mit dem hohen ökologischen Anspruch: Der energetische Standard eines KFW-40-Hauses, die CO2-neutrale Holzhackschnitzelheizung, die aktive Solartechnik auf den begrünten Flachdächern und das Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen.

Die Holzhauskonstruktion spielt auch für die Wohnatmosphäre eine wesentliche Rolle. Sie garantiert neben der intellektuellen Klarheit der konstruktiven und architektonischen Mittel jene gefühlsmäßige Wärme, die man in modernen Bauten leider so oft vermisst.

Die Grundrisse im Erd- und Obergeschoss sind bewährt und funktionieren gut: Am Eingang die Diele mit kleinem WC, daneben die großzügige Küche, die sich zum Essplatz gegenüber der Treppe öffnet und zum Westgarten hin der auf volle Breite verglaste Wohnraum. Entsprechend sinnvoll sind auch das geräumige Familienbad im ersten Stock und die beiden Zimmer nach Osten und Westen. Zwei besondere Räume befinden sich im Geschoß darüber: Hier öffnen sich die Zimmer zu zwei intimen Patios, über die auch die Belichtung der Treppe in der Hausmitte erfolgt und die ganz wesentlich zu dem markanten Erscheinungsbild dieser ungewöhnlichen
Wohnanlage beitragen.

Architekten und Bauherrn ist es gelungen, eine übliche Bauaufgabe architektonisch hervorragend und ökologisch zukunftsfähig umzusetzen. Wir wünschen uns noch mehr solche Ergebnisse.

  • Auszeichnungen

    Immobilienpreis "Jung, schön und noch zu haben" 2008

  • Standort

    Heinrich-Böll-Strasse
    81829 München-Riem
    Kartenansicht

  • Bauherr

    Baugemeinschaft Theo Peter BAUZEIT

  • Baubeginn

    2009

  • Fertigstellung

    2011

  • Baumaßnahme

    Neubau

  • Energiestandard

    KfW-Effizienzhaus 40

  • Andere Fakten

    Ausgezeichnet mit dem Immobilienpreis Jung, schön und noch zu haben 2008

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