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Am Klostergarten St. Anna

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33 exklusive Wohnungen von 40 bis 200 Quadratmetern Größe auf dem Areal des 1725 erbauten St. Anna-Klosters im Münchner Stadtteil Lehel. Die denkmalgeschützte Fassade zur Seitzstraße sowie einige so genannte Spolien sind erhalten geblieben.

„Am Klostergarten St. Anna" bietet Annehmlichkeiten zeitgenössischen Wohnens in der historischen Umgebung des fast 300 Jahre alten Klosters. Einige der Wohnungen sind Split-Level-Einheiten. Bis auf eine verfügen alle Wohnungen über eine blickgeschützte Loggia beziehungsweise Terrasse.

Ein architektonisches Highlight sind die so genannten Spolien: historische Fenster mit säulengestützten Rundbögen, die aus der ursprünglichen Fassade ausgebaut, aufwändig restauriert und in aufsteigender Form über die Stockwerke hinweg in die denkmalgeschützte Fassade auf der Seite zum Klostergarten eingebaut werden. Dadurch ergeben sich Raumhöhen von bis zu 5,50 Metern. Gleichzeitig nimmt die Fassade die Formensprache des Klosters auf.

Für modernen Wohnkomfort in den historischen Mauern sorgen unter anderem die Fußbodenheizung mit Einzelraumregelung, Eichenparkett in den Wohnräumen und Fluren, hochwertige Sanitärausstattungen, eine Video-Gegensprechanlage sowie eine Tiefgarage mit Autoaufzug.

Begründung der Jury

"Was unter strengen Denkmalschutzgesichtspunkten obskur erscheint, ist zugleich auch ein Beitrag zur Frage der Identitätsstiftung durch Architektur."

Bei dem Projekt „Am Klostergarten St. Anna" geht es um den Neubau von 33 Wohnungen in der Größe von 40 bis 200 Quadratmetern. Zu diesem Zweck werden das ehemalige Refektorium und der Studententrakt entkernt. Die denkmalgeschützte Fassade zur Seitzstraße sowie das Jugendstil-Treppenhaus bleiben erhalten.

Die Grundrissgestaltung der Architekten dürfte den Vorgaben des Bauherrn Bayerische Hausbau folgen, der hier im sogenannten gehobenen Segment einen durchschnittlichen Kaufpreis von 5400 Euro pro Quadratmeter zu erzielen hofft, den man gleichfalls nur als gehoben bezeichnen kann. Bemerkenswert ist dennoch die Gestaltung überdurchschnittlich großer Wohnküchen und der splitlevelartige, räumlich anregende Zuschnitt einiger Wohnungen. Vereinzelt werden Raumhöhen von fünfeinhalb Metern erzielt. Zu den angebotenen Wohnungen ist insgesamt zu sagen: Es ist bedauerlich, dass an diesem herausragend städtischen Standort einmal mehr nur Raum für bestverdienende Kleinstfamilien angeboten wird. Das ist jedoch nichts Neues.Neuartig ist hingegen die Fassadengestaltung, die in der Jury kontrovers diskutiert wurde. Die Architekten verwenden zur Gliederung der südöstlichen Gebäudeecke Spolien, also wiederverwendete Bauteile, die dem abgebrochenen Bauteil entstammen. Der Einsatz solcher Spolien ist bekannt. Viele Bauteile altchristlicher Basiliken sind Spolien. In diesem Fall wurden fünf historische Fenster mit säulengestützten Rundbögen aus dem Erdgeschoss des ursprünglichen Baukörpers ausgebaut, restauriert und in aufsteigender Form über fünf der sechs neugestalteten Stockwerke verteilt.

Was aber unter strengen Denkmalschutzgesichtspunkten obskur erscheint, ist zugleich auch ein Beitrag zur Frage der Identitätsstiftung durch Architektur. Das Denkmal wird nicht nur als zeithistorisches Dokument, sondern zugleich als vitalisierendes, veränderliches Bauteil interpretiert. Dem Vorwurf der Disneyfizierung entzieht es sich durch seine eigene, zugleich ironisierende wie auch schlicht markttaugliche Übersteigerung. Auf diese Weise entsteht ein markanter Ort, der seine räumliche Neuinterpretation und Umwidmung nicht verschleiert, sondern durch Transformation auszudrücken weiß.

HIER geht es zum Interview mit Dionys Ottl.

  • Auszeichnungen

    Immobilienpreis "Jung, schön und noch zu haben" 2007

  • Standort

    Seitzstrasse 6
    80538 München-Lehel
    Kartenansicht

  • Baumaßnahme

    Neubau, Sanierung | Revitalisierung, Umbau

  • Kennzahlen

    33 Wohneinheiten von 40 bis 200 qm Größe

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