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Eine Bildergalerie von der Kölner Möbelmesse

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22. Januar 2012

23. Januar 2011
Die internationale Einrichtungsmesse imm cologne in Köln bietet jährlich eine immer größer werdende Ausstellung zum Thema Wohnwelten von morgen. Ob Design-Stars, kreative Newcomer, oder klassische Anbieter, geboten ist von allem und für alle.

Mit LivingInteriors bringt die Koelnmesse ein neues zusätzliches Format an den Start. Rund um die Messehallen selbst finden neben der geballten Passagen-Szene im Stadtteil Ehrenfeld in der ganzen Stadt verteilt zahlreiche begleitende Veranstaltungen statt. Für Architekturaffine gab es Kölner Architektur-Highlights auf von der Messe organisierten „Architektouren" zu sehen.

1 A&W Designer des Jahres Patricia Urquiola und Nachwuchsdesigner Benjamin Hubert
Im Rahmen einer festlichen Vernissage im Alten Pfandhaus in Köln wurde die Designerin Patricia Urquiola mit der Auszeichnung A&W-Designer der Jahres 2012 geehrt. Gleichzeitig erhielt der Londoner Nachwuchsdesigner Benjamin Hubert den „Audi Mentorpreis by A&W". Die Auszeichnung A&W-Designer der Jahres wird seit 1997 erneut vergeben, 1998 erhielt sie der Münchner Lichtpoet Ingo Maurer. Zahlreiche illustre Gäste tummelten sich nach der Ansprache in der von Patricia Urquiola inszenierten Ausstellung, in der ein Querschnitt ihres Werkes zu sehen war.

2 Stimmungsbarometer auf der Messe
Die gute Stimmung auf der Messe zeigt sich überall. Ob das der Präsenz der Italiener („Die Italiener sind wieder da", so Florian Hufnagl, Direktor der Neuen Sammlung in München), deutscher Qualitätsmarken und traditioneller Hersteller („Der Kölner Messebesuch ist im Vergleich zu Mailand immer noch angemessen in der Preisgestaltung", betont Oliver Holy Geschäftsführer von ClassiCon), der Vielzahl Schweizer Firmen oder innovativer Newcomer in allen Bereichen zu verdanken ist, sei dahingestellt. Während der Book-Lounge in Halle 3 präsentierte Creative Director Simon Husslein das Büro Hannes Wettstein, das den Stand der Firma horgenglarus mit einer aus Bugholz gefertigen Skulptur gestaltete. Man freute sich dort jedenfalls über den gut platzierten Standort im Pure Village.

3 Die Londoner Designer Nipa Doshi und Jonathan Levien bei der Präsentation von „Das Haus - Interiors on Stage"
Die Londoner Designer Nipa Doshi und Jonathan Levien gestalteten auf Einladung der Messe ein 180 qm großes Podest als offene Bühne inmitten des Pure Village der Halle 3. „Das Haus - Interiors on Stage" überzeugt sowohl als Designerportrait als auch als visionärer Entwurf, bei dem gewohnte Grenzen aufgehoben werden und damit ineinander fließen. Das britisch-indische Designteam ist für seine originellen Entwürfe für Branchengrößen wie Moroso, Authentics oder Cappellini bekannt.

4 Handwerk meets Design - Zimmermann trifft auf Preisträger der D³ Design Talents
Im Rahmen von Pure Village heißt es „Bühne frei für die Nachwuchsdesigner". Im Rahmen der D³ Design Talents stellen die jungen kreativen Talente ihre visionären, teils spektakulären, teils provokanten Entwürfe zum Möbeldesign vor. Von über 689 Einreichungen werden 28 präsentiert und daraus während der Messe drei Preise gekürt. D³ Design Talents ist nicht nur Trendbarometer, sondern auch Karrieresprungbrett für Kontakte zu renommierten Herstellern.

5 Was bedeutet Swissness?
Auf der imm cologne präsentierte Christoph Bürkle vom Schweizer Niggli-Verlag in der Book-Lounge das Buch Swissness - Die "Swiss Made"-Erfolgsgeschichte. Was zeichnet Swissness aus, welche Unterschiede bestehen in Architektur und Design beispielsweise im Vergleich zu Deutschland, befragte ihn der Journalist und Design-Experte Thomas Edelmann und verwies gleichzeitig auf die hohe Präsenz Schweizer Firmen auf der Messe. Ein Großteil von ihnen hatte sich innerhalb des Pure Village zusammengeschlossen, eingefasst mithilfe eines roten Gartenzauns. Das Schweizer „Kollektiv" zeichnete sich symbolisch durch das Tragen gleicher Sneakers und Uhren aus.

6 Konstantin Grcic setzt auf PRO
Der Münchner Designer Konstantin Grcic - wie immer in Mailand und Köln anzutreffen - war auf der imm cologne mit seinem Stuhl PRO für Flötotto vertreten. In die Entwicklung der Stuhl-Kollektion flossen Erkenntnisse und Studien zu den aktuellen Anforderungen an Sitzmobiliar für Schulen ein. Flötotto verfügt über eine lange erfolgreiche Tradition in der Entwicklung von Schulmöbeln und setzt sich zum Ziel, den Marktbereich neu zu erobern.

7 Medienpreis an Katharina Altemeier und David Schumacher (links Jurymitglied Thomas Edelmann, rechts Leo Lübke, COR)
Einen weiteren Preis vergab der Möbelhersteller COR zum achten Mal in Folge auf der Messe an deutschsprachige Printmedien. Mit dem COR Preis WOHNEN und DESIGN 2012 wurde Katharina Altemeier (Capital), 1. Preis und Cornelius Tittel (Welt am Sonntag), 2. Preis ausgezeichnet. Ob man gutes Design an seiner Auszeichnung erkennt, beleuchten die Autoren Katharina Altemeier und David Schumacher in „Gestaltherrschaft" und damit auch den Wert Design-prämierter Güter. „Vintage ist die Angst vor dem eigenen Geschmack" resümiert Tittel, der sein Interview mit dem Galeristen Clemens Tissy zur Entlarvung eines Retrotrends nutzt.

8 Präsentation in der Design Post
In die Design Post laden die Aussteller das ganze Jahr über ein. Während der Messe trifft man dort gehäuft auf illustre Gäste wie auf Designer Alfredo Häberli oder Architekt Hadi Teherani. Beim strapazierfähigem Bodenbelag aus PVC setzt der Hersteller BOLON auf Stararchitekt Jean Nouvel. Dieser zeigt sich persönlich allerdings erst in Stockholm. Dort beginnt am 7. Februar die Stockholm Furniture Fair, die unter Insidern als interessant und vielversprechend gilt. Die knallbunten Stühle Magis Spun von Thomas Heatherwick regten die Besucher immer wieder zum Platz nehmen an. Nach lustig-entspannten Kreiseln konnte man sich vom Volvo & H.O.M.E. Shuttle-Service zu den wichtigsten Events der Stadt chauffieren lassen.

9 Hochschulprojekte in die Passagen verlagert
Die Hochschulen bekamen dieses Mal auf der Messe nicht ihren angestammten Platz. Sie organisierten sich daher in Eigeninitiative zentriert auf den Passagen in einer von der Stadt gestellten Halle. Vor dem Zugang des Gebäudes wartete die Hochschule Ostwestfalen-Lippe mit einem eigenhändig umgestalteten Wohnwagen auf. Im Inneren reihte sich im Obergeschoss ein Kreativpotenzial ans andere. Innerhalb der Projektarbeit der Hochschule Wismar wurde aus zwei alten Stühlen ein neues Ausstellungsmöbel entworfen. Zu jedem Stuhl gab es einen selbst gestalteten Filmbeitrag zu sehen.

10 Designers Fair auf den Passagen
Auch dieses Jahr trat die Designers Fair mit einem neuen Ausstellungsort im Zentrum von Köln-Ehrenfeld auf. Dort wurde ein Überblick über die junge Designszene einschließlich Abendprogramm gegeben. Erfrischend kommunikativ präsentierte sich der Beitrag von D : 3 K. Drei Gestalter im Handwerk, ein Tischler, ein Maler und Lackierer und ein Buchbinder boten innerhalb einer der Hallen mit einer konzeptionellen Entwurfsarbeit und einfachen Werkzeugen prozessorientierte Unterhaltung mit Spaß und Freude am Design.

11 "Von Aalto bis Zumthor" im Museum für Angewandte Kunst Köln
Grandios und demzufolge hoffnungslos überfüllt war die Eröffnung der Ausstellung
"Von Aalto bis Zumthor". Das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) präsentierte pünktlich zur Möbelmesse Wohn-Objekte von Architekten wie Daniel Libeskinds "Spirit House Chair", der in seiner facettenreichen Formensprache an das Jüdische Museum in Berlin erinnert und somit umso authentischer wirkt. Die Schau im Sonderausstellungsraum und der großen Halle illustriert Trends und zeigt beeindruckende Solitäre von Aalto bis Zumthor, von Breuer bis Hadid und ist noch bis 22. April zu sehen. Ein „Must" für jeden Kölnbesucher.

12 Podiumsdiskussion mit Stefan Diez und Patricia Urquiola
Einen Tag nach der Ausstellungseröffnung "Von Aalto bis Zumthor" traf man sich erneut im MAKK zu einem Talk mit der Zeitschrift "Abitare" und den Designern Patricia Urquiola, Stefan Diez und Marco Romanelli. Urquiola und Diez erklärten anschaulich ihre Arbeitsphilosophien und diskutierten verschiedenen Herangehensweisen und ihre Beeinflussung durch Castiglioni einerseits und Richard Sapper andererseits. Der Münchner Designer Stefan Diez erklärte mit Nachdruck, nichts wäre so anschaulich wie ein Modell. Er persönlich liebe die Arbeit daran in großzügiger Umgebung, die ihm viel Luft und Raum für die Entwicklung seiner Kreativität einräumt.

13 Parametrismus als Antwort - Patrik Schumacher
Trotz ungemütlichem Regenwetter drängten sich die Besucher in den AIT-Architektursalon nach Ehrenfeld zu einem von der AIT organisiertem Vortrag und Ausstellung. Zu Beginn gab es etwas Konfusion durch Überfüllung und zwei getrennte Eingänge. Die legte sich spätestens dann, als Patrik Schumacher zu sprechen begann und in einem umfangreichen Vortrag seine Entwurfsphilosophie und den viel zitierten Parametrismus erklärte. In Kürze zusammengefasst: Die Moderne ist beendet - es lebe der Parametrismus.
In Schüben ging es nach dem Vortrag in den gegenüberliegenden Ausstellungsraum. Dort beeindruckte Zaha Hadids „Parametric Tower Research" - ein Spiel mit Proportion und Farbe, Schuhe, vielen Hochhausmodellen von groß bis klein, von ästhetisch, organisch bis skulptural, einigen Bildern und Filmen an der Wand. Auf einem der inszenierten Podeste gab es zusätzlich ein paar extravagante Schuhmodelle zu sehen. Beginnend mit der Ausstellung im Kölner AIT-Architektursalon (Finissage 8. März 2012) wandert diese anschließend nach München (Vernissage 29. März 2012), Hamburg, Rotterdam und Stuttgart.

14 Clemens Weisshaar & Reed Kram bei Meiré und Meiré
Im Rahmen von Messe und Passagen präsentierte die ARCH+ in der Cologne FACTORY von Stardesigner Mike Meiré das Designer-Duo Kram/Weisshaar. Auch hier drohte der Raum aus den Nähten zu platzen, soviel wissensdurstige Besucher lockten die Heroen der Gestalterszene an. Unter der erfahrenen Moderation von Anh-Linh Ngo stellten die beiden Designer im ARCH+ feature 9 ihre Philosophien, Projekte und Ideen in den Raum und beantworteten anschließend Fragen aus dem Publikum. Auf Meirés Frage nach unterschiedlich gehandhabter Comfort Zone antwortete Clemens Weisshaar: „Die Comfort Zone endet da, wo man beginnt, wieder Risiken einzugehen. Gestaltung hat damit zu tun, etwas Neues zu schaffen, aber auch mit dem Umstand, scheitern zu können."

15 Party der Design Post
Natürlich gab es jeden Abend genügend Anlass zu feiern in Kölner Locations wie hier im Alten Wartesaal auf der feucht-fröhlichen Party der Design Post. Für Stimmung sorgte eine Live-Band. Leider hörte sie früh auf zu spielen und ehe man sich versah, zog die „Jungdesigner-Karawane" schon weiter zur nächsten Station - der Architonic-Disco-Night.


Text Cordula Rau
Fotos Cordula Rau, Frank Vyncke

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