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Die Oberpfalz gibt Gas...

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06. Juni 2012

Bereits 2000 stellten die Herausgeber Wilhelm Koch, Manfred Wilhelm und Gerhard Schmidt (Büro Wilhelm, Ambach) die erste Ausgabe von „Aktuelle Architektur in der Oberpfalz“ mit dem inzwischen legendären Satz: „Vorher war nichts, jetzt ist ein bissl was“ der Öffentlichkeit vor.

Ich würde dazu sagen: "Da geht vielleicht mehr, als man denkt..." Denn das "Bissl" sind inzwischen anerkannt gute Gebäude von namhaften Architekten wie Brückner und Brückner, Bögl und Gierer oder Berschneider + Berschneider. 

Das Buch beginnt mit einer Doppelseite Kiefernwald (Clemes Zahn, Amberg). Wunderbar. Und führt einen über eine quietschgelbe Seite, das Inhaltsverzeichnis zu (leider recht kleinen) Fotos der Jurysitzung. Die Auswahl der geeigneten Projekte trafen Nicola Borgmann (Architekturgalerie München), Sabine Reeh (Traumhäuser, BR), Nicolette Baumeister (Büro Baumeister) und Wolfgang Jean Stock (Architekturkritiker). Ich würde sagen: bei der Besetzung kann nix schief gehen... Das Vorwort von Nicolette Baumeister ist lang genug um Lust zu machen auf die Lektüre und ein paar Hintergrundinfos zu liefern und kurz genug um selbst gelesen zu werden. Erfreulicherweise bekommt man eine Karte mit Verortung der Region innerhalb Bayerns und Verortung der Architekturbüros in der Oberpfalz. Hingegen gibt es keinen Lageplan der Projekte - vielleicht eine Anregung für Band Nummer vier?

Die einzelnen Projektvorstellungen könnten in sich übersichtlicher nicht gestaltet sein: minimum zwei große (hervorragende) Bilder und zusätzlich ein bis fünf kleinere illustrieren die Gebäude umfassend. Mit Abstand zueinander gesetzt versteht man nach der langen Mode der "stumpf stoßenden" Fotos auch endlich wieder wo das eine aufhört und das andere anfängt. Die textliche Erläuterung ist immer nach dem gleichen Prinzip aufgebaut: Projektname, Ort, Architektenname, beschreibender Text und am Ende folgen noch die Fakten in Form von Projektdaten. Ein mühsames rumsuchen entfällt daher. Die Typologie der präsentierten Projekte reicht von der Kirche bis zum Parkhaus; ist aber insgesamt deutlich Wohnhauslastig. Insgesamt sind es 47 Gebäude, zwischendurch kann man sich erholen auf völlig Architektur-freien sehr stimmungsvollen Doppelseiten.

Am Ende stellen sich die 26 beteiligten Büros vor; mit Personenfoto, Vita und je vier Abbildungen weiterer Projekte. Auch das könnte übersichtlicher und informativer nicht gemacht sein. Und für denjenigen, der tiefer in das Oberpfälzer Brauchtum und den Baukulturellen Anspruch dieser Region einsteigen will, gibt es ein Essay von Dr. Robert Kaltenbrunner, der seinen Blick von der Hauptstadt aus wirft.

Insgesamt finde ich es bemerkenswert, dass die Herausgeber - ein Büro für Gestaltung - sich graphisch nicht verkünstelt haben, sondern  - im Gegenteil - ein auffallend übersichtliches und dennoch wirklich individuelles und sehr schönes Buch entwickelt haben.



Regine Geibel

144 Seiten | Ca. 300 farbige Abbildungen | Büro Wilhelm Verlag | ISBN 978-3-943242-04-1  | 19,80 Euro

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