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Das Tegernsee überm Tegernsee

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Schöne Hotels gibt es viele - nicht bei jedem ist allerdings der Ausblick so postkartenverdächtig! Aber nicht nur wegen dieser einmaligen Lage oberhalb des Inbegriffs eines idyllischen Sees ist DAS TEGERNSEE einen Aufenthalt wert. Für weit Angereiste ebenso wie für uns Münchner - denn für die ist es halt ein Katzensprung; die gewonnene Fahrtzeit verbringt man lieber im Spa oder in der Bar...

Aber nun müssen wir obacht geben, denn das Hotel teilt sich in fünf verschiedene Gebäude aus verschiedenen Entstehungszeiten und vor allem fünf verschiedenen Stilen auf! Damit jeder seinen Lieblingsstil findet, habe ich die Bildstrecke sortiert. Sie beginnt mit dem erst neulich sanierten Gebäude, dem historischen Sengerschloss. Die Jugendstilvilla aus dem Jahr 1842 erlebte viele verschiedene Nutzungen - unter anderem als Ort der Sommerfirsche für den Adel - und wurde 1873 von Gabriel von Seidl umgebaut. Im Sengerschloss befinden sich die elegantesten und luxurösesten Zimmer und Suiten sowie die Restaurants und die Bar. Die Architekten haben den alten Elementen wie Türen, Parkettböden, historischen Treppen, Stuckornamenten, Wandvertäfelungen sowie Leuchten neuen Glanz verliehen und diesen mit moderne Akzenten aus Messing und Gold, aufwendigen Tapeten und Möbeln - unter anderem von Maxalto, Poliform, Gubi, Oasis und Knoll International - kombiniert. Bei der Farbgebung herrschen helle Grautöne, Braun und Beige sowie Rosé und Hellblau vor.

Im Haus Tegernsee wird es moderner und durch frische Farben und viel Holz unprätentiös großzügig. Die Lobby, die sich in diesem Gebäude befindet, ist eine ausgewogene Mischung aus modernem Alpin-Style kombiniert mit Möbelklassikern; rauhes Holz neben glossy Metall, gekonnt zusammengestellt.

Bei den 38 Zimmern und Suiten im Haus Wallberg findet man einen eher klassischen Stil. Die Architekten setzten auch in diesem Gebäude bewusst auf lokale Werkstoffe mit traditionellen Mustern und heimische Hölzer in Verbindung mit kühlem Stahl oder alpin anmutenden Textilien. Böden und Wände wurden in weiß gebürstetem Eichenholz gestaltet; es gibt hochflorige Teppiche und Kissen in dunkelrot oder braun. Die eigens angefertigten Eichenholzmöbel sind ebenfalls gebürstet und dunkel gebeizt. Gewalkter Lodenfilz dient als Bezugsstoff für Stühle und Sofa. Traditionelle Motive der Bauernmalerei kamen in einer modernen Adaption zum Einsatz.

Die Alpenchalets befinden sich im neuesten Bau aus dem Jahr 2016. Diese sind durchaus auch für längere Aufenthalte gedacht, ob für eine Woche, einen Monat oder ein ganzes Jahr, in den 35 bis 120 Quadratmeter großen Doppelzimmern und Apartments, alle mit Seeblick, finden bis zu acht Personen Platz. Neben geräumigen Wohn-, Schlaf- und Essbereichen verfügen die Apartments zudem über eine komplett ausgestattete Küchenzeile. Wenn doch einmal das Restaurant oder der Wellnessbereich lockt, gelangt man durch einen Verbindungsgang in die anderen Bereiche des Hotels.

Ideengeber für die acht Doppelzimmer in der Herberge Quirin waren die ehemaligen Unterkünfte für Bedienstete, die in einem Nebengebäude untergebracht waren, während der Adel im Sengerschloss
residierte. Reduziert im Design, in den Farben braun, naturweiß und indigoblau, laden hier nun
hochwertige Schreinerarbeiten in geölter Eiche, Retro-Leuchten (Gubi) und Fleckerlteppiche ein. Mit weißblauen Kacheln sowie Kupferarmaturen im Bad sind die Zimmer bewusst bodenständig gehalten.

Die Restaurants und der Spa-Bereich sind vergleichbar vielfältig und erhöhen damit die Chance, dass keine Wünsche offen bleiben. Die Massagen sind von exzellenter Qualität, das Baden im Outdoor-Pool ist bei dem umwerfenden Blick über den Tegernsee ein großer Genuss - ebenso wie der von der Biergartenterrasse. Wobei man von dieser eher etwas steiler nach unten schauen sollte, nämlich aufs Bräustüberl und dabei ein Dankesgebet sprechen angesichts der Tatsache, dass man gerade höchstwahrscheinlich eines dieser köstlichen Biere in der Hand hält.

Das Leben kann schon schön sein; vor allem im Tegernseer Tal...

Ab 255,00 Euro für zwei Personen im Doppelzimmer
www.dastegernsee.de

Persönlicher Kommentar
Die Suiten im Schloss bieten viel Platz und sind sehr elegant; das große Marmorbad hat zwei getrennte Becken in einem durchgehenden Waschtisch, sodass genug Fläche zum Abstellen der Beauty-Bags und Produkte existiert. Eine weitere getrennte Toilette ist für einen Aufenthalt zu zweit sehr angenehm. Leider ist - wie so häufig - die Schaltung der Leuchten alles andere als intuitiv und das beim Betreten voreingestellte Licht tut der schicken Einrichtung (und meinen Augen) nicht gut. 
In den allgemeinen Bereichen finde ich die Flut an Downlights ist nicht so passend; im Ruhebereich des Pools blenden sie den Liegenden förmlich. Die unterirdischen Verbindungsgänge sind im Vergleich zum Rest etwas ernüchternd.

Landau + Kindelbacher Architekten Innenarchitekten

Architekten, Innenarchitekten

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80538 München

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