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Museum Peter Gehring

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17. Oktober 2016

Ein verstecktes Kleinod in München.

Der Künstler und Architekt Peter Gehring ließ bei seinem frühen Tod 2001 ein umfangreiches künstlerisches Werk zurück. Die Zeit des ganztägigen Entwerfens meist großer Bauprojekte und städtebaulicher Gutachten, dazu seine Konzerttätigkeit als ausgebildeter Sänger, ließ es nicht zu, damit bereits in die Öffentlichkeit zu gehen. So hat seine Frau Birgit Andrea beschlossen, das unter Denkmalschutz stehende Wohnhaus und die ebenfalls als Denkmal
geschützte Gartenanlage 2015 in ein privates Museum mit Skulpturengarten zu verwandeln, um es aller Welt zugänglich zu machen.

Das Werk offenbart einen ungewöhnlich vielseitigen Künstler, dessen Anspruch es war, neben spielerischem, fast übermütigem Experimentieren das Verhältnis von Sinn und Form im Bau- wie im Kunstwerk zu finden und begreiflich
zu machen.

Während im Garten lebensgroße Skulpturen mit der Landschaft korrespondieren, halten im Innenbereich des Museums - auf weißen Säulen plaziert - Kleinplastiken aus Bronze Zwiegespräch mit dem Betrachter über Befindlichkeit und Schicksal. Durch Reduktion und Verdichtung auf wenige geometrische Formelemente, die abstrahieren aber dennoch figural wirken, schuf der Künstler ein feinfühliges, äußerst lebendiges und intimes Bild von Persönlichkeiten. Das Aussparen von materiellen Räumen stellt eine Art Seelenraum her, den der Betrachter mit seiner Imagination zu füllen vermag. Das „Fehlende" wird auf eine besondere Weise sichtbar, ähnlich dem Hören der Pausen in der Musik.

Daneben finden sich Collagen und Papierreliefs, bewegte Körper und Körperformen auf ein beinahe minimalistisches Maß transformiert, berührende Aktzeichnungen, die mit sicher eingesetzten Konturenlinien den Körper der Modelle feinfühlig in seiner Eigenart und Sinnlichkeit umfassen und ungezwungen und natürlich erscheinen lassen. Bestechend der tiefe Humor, den der Künstler in seinen Readymades einbringt. Achtlos Weggeworfenes wird neu interpretiert und zu kleinen Kunstwerken komponiert, die ein Fenster in eine andere, philosophisch tiefgründige Welt öffnen. Bilder in denen Landschafts- und Körperformen sich vermischen und ein fotografischer Querschnitt durch einige seiner Architekturprojekte, in denen unverkennbar der Bildhauer zu erleben ist, ergänzen das Ausgestellte.

Weitere Infos: www.museum-peter-gehring.com

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