Der kuratierte Community-Blog für Architektur und Lifestyle  •  seit 2004

Donisl | Komplizierter Abbruch

Beitrag teilen:
12. August 2013

Seit der Donisl vor einem halben Jahr seine Pforten geschlossen hat, wird er für den Teilabbruch vorbereitet. Jetzt wird es ernst, denn vor wenigen Tagen haben die von außen sichtbaren Abbrucharbeiten in der Weinstraße 1 begonnen.

Die eng bebaute Altstadt, die zu erhaltende Fassade, das hohe Passantenaufkommen und insbesondere die stark ein­geschränkte Erreich­barkeit durch die Fußgängerzone stellen die Projektleiter der Bayerischen Hausbau vor eine Herausforderung: Gelöst wird diese durch einen Abbruch und Neubau in Kleinstarbeit, zum Teil per Hand und mit wesentlich kleineren Geräten als auf Großbaustellen wie zum Beispiel dem Joseph Pschorr Haus in der Fußgängerzone üblich, sowie durch eine für das nur 650 m2 große Areal recht lange Bauzeit von rund zwei Jahren.

Der Abbruch beginnt mit dem Rückgebäude, der ehemaligen Küche und dem glasüberdachten Gastraum: Dafür wird sich ein Bagger von der Thiereckstraße aus vorarbeiten. Für den vorderen Gebäudeteil – das ehemalige Bürogebäude – wird nach dem handwerksmäßigen Abbau des Dachstuhls ein kleiner Bagger mit einem Kran über die 24 Meter hohe Fassade gehoben, der während des Abbruchs vom fünften Stock bis hin zum Erdgeschoss durch den Kran gesichert wird.

Ende 2012 haben die Eigentümerin Bayerische Hausbau und die Hauptpächterin Hacker-Pschorr Bräu bekannt gegeben, den Donisl bis auf die erhaltenswerte Fassade neu aufzubauen. Für die Bauarbeiten heißt das, dass die Fassade durch ein Raumgerüst gestützt wird, so dass sie nicht beschädigt werden oder einstürzen kann.

In rund zwei Monaten wird der Abbruch bis zum Erdgeschoss beendet sein. Im Anschluss erfolgen die Baugrubenumschließung mittels Bohrpfählen und der unterirdische Restabbruch. Im ersten Quartal 2014 wird voraussichtlich der Rohbau beginnen, wobei zunächst der hintere, dann der vordere Gebäudeteil neu errichtet wird. Als nächstes folgen die Arbeiten an der Fassade, den Fenstern, der Dämmung und dem Dach. Letzte Stufe ist der Innenausbau. Eröffnet und in neuem Glanz erstrahlen soll der Donisl im zweiten Halbjahr 2015.

Neubau nach Alt-Münchner Vorbild

Das neue Gebäude wird im Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss eine Gaststätte mit rund 500 Sitzplätzen im Innenbereich beherbergen. Zusätzlich sind Außenbereiche mit insgesamt rund 120 Sitzplätzen geplant. Vom zweiten bis zum fünften Obergeschoss werden im Vordergebäude am Marienplatz neue Büroräumemit rund 1.100 m2 Geschossfläche geschaffen. Der hintere Bereich an der Thiereckstraße wird partiell um ein Geschoss aufgestockt.

Der Donisl wird nach dem Entwurf von Hild und K Architekten gebaut, die einen Säulen umsäumten Innenhof geplant haben, in dessen unterschiedlich ausgeprägten Tonnengewölben sich gemütliche Sitznischen schmiegen. Der nach Alt-Münchner Vorbild entstehende Laubenhof erweitert den Stadtraum in das Gebäude hinein und schafft so einen urbanen Innenraum inmitten des Hauses. Die Atmosphäre des traditionellen Wirtshauses wird aufgegriffen und neu interpretiert – zum Beispiel mit hellen Räumen und hochwertigen, authentischen Materialien wie Holz, Sumpfkalkputz und Naturstein.

Sie mögen muenchenarchitektur.com? 14-tägig versendet die Redaktion handverlesene News.