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Eine Farce!

Kulturstrand der urbanauten am Vater-Rhein-Brunnen, Sandburgenbauwettbewerb 2015 © Stefan Rambow Kulturstrand der urbanauten am Vater-Rhein-Brunnen, Sandburgenbauwettbewerb 2015 © Stefan Rambow

Setzt die Stadtverwaltung den Kulturstrand der urbanauten in den Sand? Zwei Tage vor Beginn wurde die Genehmigung an einen anderen Betreiber, der einen Strand ohne Sand plant, vergeben...

Der Strand an der Isar, der vor 10 Jahren von den urbanauten erfunden wurde, anfangs an der Cornelius-Brücke stattfand, sich dann auch an anderen Standorten super etablierte und pro Jahr nur maximal 2 Anwohnerbeschwerden auslöste (laut Kreisverwaltungsreferat stadtweiter Positiv-Rekord) soll nun von anderen durchgeführt werden.

Muenchenarchitektur war immer Kooperationspartner und hat mehrere Male den Sandburgenwettbewerb mit ausgelobt und durchgeführt.

Seit dem ersten Kulturstrand der urbanauten vor 10 Jahren hängt die Durchführung des Großprojekts jedes Jahr erneut von der Bewilligung des KVRs ab. Vor zwei Jahren hat der Stadtrat dann ein Genehmigungsverfahren nach Ausschreibung ins Leben gerufen...

Was ist passiert?

Bereits im Juni letzten Jahres hatten die urbanauten um Genehmigung bis November 2015 oder bis spätestens Februar diesen Jahres gebeten, um den Kulturstrand 2016 mit dem nötigen Vorlauf planen zu können. Da diese erfahrungsgemäß immer erst wenige Tage vor geplantem Start eintrifft, bleibt den urbanauten nichts anderes übrig, als die Vorbereitungen ohne Planungssicherheit durchzuführen. Das Kultur-, Kunst-, Familien- und Ausstellungsprogramm für den Kulturstrand-Sommer 2016 ist also fertig organisiert: der Aufbau ist vorbereitet, Mitarbeiter sind eingestellt, Künstler avisiert, Kooperationspartner stehen in den Startlöchern und somit sind erhebliche Kosten bereits angefallen.

Letzte Woche am 10.5.2017 kam dann die völlig unerwartete Nachricht, dass das KVR den Kulturstrand dieses Jahr nun an einen anderen Organisator, die Urban League GmbH, vergeben will. Diese seien angeblich besser geeignet, das von den urbanauten eingeführte Kunst- und Kulturprojekt fortzusetzen. Das habe das ausschließlich fachlich-sachlich motivierte Bewerbungsverfahren zum Ergebnis gehabt.

Vorläufige Ergebnisse der Akteneinsicht im KVR
Daraufhin baten die urbanauten das KVR um Akteneinsicht. Dabei ist deutlich geworden: Das Ergebnis des Vergabeverfahren ist nur durch erhebliche Fehler zu Ungunsten der urbanauten ausgefallen, insbesondere bei der Durchführung des Vergabeverfahrens und der Punktevergabe, sei es zu diesem Ergebnis gekommen. „Das Ergebnis ist aus unserer Sicht falsch und wird keiner Überprüfung durch die Gerichte standhalten", teilte urbanaut Benjamin David am Mittwoch mit. "Kritisch sehen das Verfahren auch damit betraute Stadträte der Grünen, der CSU und der FDP-Fraktion im Münchner Stadtrat und viele weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in München. Einzig ein Stadtrat der SPD-Fraktion hält das Verfahren für in Ordnung." Ulrike Bührlen und Benjamin David, die Verantwortlichen der urbanauten weiter: „Wir werden für unsere Idee des Kulturstrandes an der Isar als „nicht-gewinnorientiertem" und „nicht-kommerziellem" temporärem öffentlichem Raum für alle an der Isar kämpfen. Dazu haben uns auch die etlichen Unterstützungsanrufe, Mails und SMS in den letzten Tage ermutigt. Dies schulden wir unseren Mitarbeitern, Künstlern, Kulturpartnern und den vielen 100.000 Besuchern der letzten Sommer. Alles andere wäre ein großer Schaden für die Stadt, die Isar und auch die Anwohner."

Urbanauten beantragen nun „einstweiligen Rechtsschutz"
Ein Schritt, der den urbanauten, die zum ersten Mal überhaupt Anwälte bemühen müssen, schwer fällt, gerade auch, da man Herrn Wilfried Blume-Beyerle und seine Mitarbeiter im KVR sehr schätzt. Ziel des Antrags auf „einstweiligen Rechtsschutz" ist es, die Genehmigung für den Kulturstrand der urbanauten 2016 am Vater-Rhein-Brunnen zu erhalten. Eine Kompromisslösung, bei der der Kulturstrand der urbanauten und eine mögliche Veranstaltung von anderen an unterschiedlichen Orten im innerstädtischen Isarraum stattfänden, ist auch denkbar.

In diesem Zuge soll in einer Verhandlungslösung auch Rechtssicherheit für den Kulturstrand der urbanauten an der Isar in den kommenden Jahren hergestellt werden. Dies ist, wie das diesjährige Verfahren gezeigt hat, insbesondere für das aufwändige über Monate vorzubereitende Kunst- und Kulturprojekt wie es die urbanauten veranstalten von großer Wichtigkeit.

Nun hängt es also vom Verwaltungsgericht ab, ob dieses Jahr überhaupt ein Kulturstrand stattfinden kann – und Gerichtsbeschlüsse können lange dauern...

Das sagt die Süddeutsche Zeitung:
SZ vom 10. Mai: Dem Erfinder wird der Kulturstrand weggenommen
SZ vom 13. Mai: Juristischer Streit um Kulturstrand

Meine Meinung: "Einem Projekt, das mehrmonatige Vorbereitungen bedarf sowie zahlreiche Künstler und Mitarbeiter involviert, zwei Tage vor der geplanten Eröffnung eine Absage zu erteilen, ist absurd. Wenn die Stadt es für nötig hält, für den in seiner bestehenden Form etablierten und beliebten Kulturstrand ein jährliches Bewerbungsverfahren festzulegen, dann doch bitte mit praktikablen Terminvorgaben und Planungssicherheit wie z.B. in Wien, Hamburg und Berlin. Und wenn ich dann in der SZ lesen muss, dass die von der Stadt bevorzugten Veranstalter der Urban League GmbH einen Kulturstrand ohne Sand durchführen wollen, bleibt mir nur fassungsloses Kopfschütteln." Gabriela Beck, Autorin

Aufruf von Benjamin David: 
"Als Kulturmensch in München hat man kein Budget für große Anwaltskosten. Wir müssen mit 20.000 - 40.000 € Anwaltskosten rechnen. Es haben schon erste Unterstützer gespendet, die Solidarität ist groß! Die Aussichten, dass wir gewinnen sind gut.

Wenn wir gewinnen (und das KVR unsere Anwaltskosten zahlen muss):

  • zahlen wir entweder den Zuschuss auf Heller & Pfennig zurück
  • stecken wir den Betrag in in die temporäre Architektur und das Kunst- und Kulturprogramm des Kulturstrandes der urbanauten
  • oder spenden ihn an die IHA - http://www.iha.help/ - Interneuropean Human Aid Association, eine Bewegung junger Europäer, die an den EU-Außengrenzen Flüchtlinge unterstützt

Wie wir mit dem Geld verfahren, kann jeder Unterstützer selbst bestimmen. Namen werden, wenn Anonymität gewünscht ist, nicht genannt."

Bankverbindung:
die urbanauten
IBAN DE75 7015 0000 0013 1051 68
BIC SSKM DE MM XXX
Betreff: Kulturstrand 2016

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