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Erinnerungsort

© NS Dokumentationszentrum München © NS Dokumentationszentrum München

Zweigstelle des NS-Dokumentationszentrums München in Neuaubing...

Die Stadt kauft das Areal des ehemaligen Zwangsarbeiterlagers Neuaubing an der Ehrenbürgstraße 9. Dadurch kann auf dem knapp 24.000 Quadratmeter großen Gelände nun ein Erinnerungsort entstehen. Es wird eine Dependance des NS-Dokumentationszentrums werden, die in Kooperation mit dem Stadtarchiv München und dem Fachbereich Stadtgeschichte des Kulturreferats entwickelt werden wird. Bestehende Nutzungen des Geländes werden in die Weiterentwicklungen des Areals einbezogen.

„Wir haben bereits die denkmalgeschützte Baracke V des Gesamtensembles in städtisches Eigentum überführen können. Sie wurde baulich gesichert und ist künftig ein wichtiger Bestandteil des Erinnerungsorts, der gerade inhaltlich entwickelt wird", erläutert Kommunalreferent Axel Markwardt. „Mit dem Ankauf des Gesamtgeländes kann der geplante Erinnerungsort die Geschichte des ehemaligen Lagers dokumentieren und wahrnehmbar machen."

Im Stadtteil Neuaubing haben sich insgesamt acht Baracken eines Lagers erhalten, in dem während der NS-Herrschaft ausländische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter untergebracht waren. Heute werden die teilweise stark umgebauten Baracken künstlerisch, gewerblich und für soziale Zwecke genutzt. Die Mieter haben sich mit der Geschichte des Ortes immer wieder intensiv auseinandergesetzt. Sie werden in die Entwicklung des Gesamtareals zu einem Erinnerungsort eingebunden bleiben.

„Zwangsarbeit war eines der zentralen Unterdrückungsinstrumente des NS-Staats. Nahezu alle deutschen Unternehmen waren Nutznießer dieses Verbrechens", sagt Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers. „Wir werden dies in Neuaubing darstellen und einen angemessenen Erinnerungsort schaffen, der in Verbindung mit dem NS-Dokumentationszentrum konzipiert wird."

Auf dem Gelände in Neuaubing soll künftig Zwangsarbeit im historischen Kontext dokumentiert und an die Opfer dieses lange vergessenen NS-Verbrechens erinnert werden. Ziel ist es, den Zusammenhang von Unrecht und Krieg deutlich zu machen, die soziale Realität und das Leid der Zwangsarbeiter aufzuzeigen, aber auch die Haltung der deutschen Bevölkerung und deren Handlungsspielräume zu thematisieren.