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Gefühle und Formen

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20. April 2017

Liebe Leser,

Sie wissen inzwischen sicher, dass mich das Thema Kunst ähnlich beschäftigt, wie die Architektur oder Innenarchitektur. Am allermeisten beschäftigt mich allerdings das, was passiert, wenn beides aufeinander trifft. Quasi das Inter- oder ggf. teils Transdisziplinäre.

Eigentlich ist mein erster Satz falsch, weil nämlich die Architektur, ebenso wie die Bildhauerei, Malerei oder Grafik zu den Bildenden Künsten gehört! Wussten Sie das? Früher sagte man noch häufiger Baukunst, da wird es deutlicher. Demnach muss man vielleicht nur etwas, was zu weit auseinandergerutscht ist, wieder näher zuammenbringen? In meinem Studium habe ich ein ganzes Semester (inkl. Semesterferien), zusammen mit Studenten der ETH unter dem Titel "The Difference between Art and Urbanism", damit zugebracht entsprechende Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu erforschen. Am Schluss bauten wir in einem alten Le Corbusier-Heizkraftwerk in Frankreich eine riesiege Installation, die aus 18 Einzelteilen bestand und begehbar war. Das Thema war "The Sickness of the Wall."

Sie denken jetzt „So einen Quatsch kann man sich auch nur als Student erlauben..."? Ich sage Ihnen: Dieses Semester hat mich mehr geprägt und mir mehr über Volumina, Möglichkeiten der dreidimensionalen Gestaltung und Materialvielfalt beigebracht als alle restlichen Semester.

Also frage ich mich immer wieder: Wieviel der Freigeist-Denke eines Künstlers sollte ein Architekt für sich bewahren, um wirklich Großes schaffen zu können? Wieviel Individualität bei einem Gebäude ist notwendig, aber aus verschiedenen Gründen nicht möglich? Was kann man gegen diese eingeschliffenen "Moden" in der Architektur tun, die entstanden sind, weil bodentiefe Fenster in Kaninchenstall-Wohnungen die einzige Hoffnung auf ein bisschen Licht und Luft sind? Zumindest solange nur ein Exposé existiert? Und vieles mehr... Professorin Tina Haase treibt diese Thematik ebenso um...

Ihre Regine Geibel

 

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