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Verleihung Deutscher Ziegelpreis in München

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16. Februar 2012

Am 10. Februar fand erstmalig die Verleihung des Deutschen Ziegelpreises im Haus der Architektur in München statt.

In Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), der Bayerischen Architektenkammer sowie weiteren Partnern und Sponsoren schrieb das Ziegel Zentrum Süd e.V. (ZZS) bundesweit den Deutschen Ziegelpreis mit einer Preissumme von insgesamt 20.000 Euro aus. Die Fachjury unter Vorsitz von Prof. Georg Sahner wählte aus über 50 eingesandten Bauwerken, Gebäude aus Ziegel, die in erster Linie energetisch vorbildlich ausgeführt wurden sowie gestalterisch besonders überzeugten. In feierlichem Rahmen nahm Ministerialrat Hans-Dieter Hegner, BMVBS, gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden des ZZS, Johannes Edmüller, die Verleihung vor und überreichte den Hauptpreis, wie auch die beiden Nachwuchspreise und sechs Anerkennungen. Prof. Christine Remensperger, Architektin aus Stuttgart, erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis für ein unprätentiöses und doch nobles Wohnhaus in Stuttgart-Rotenberg. Im Anschluss wurde die Ausstellung zum Deutschen Ziegelpreis mit allen preisgekrönten und eingereichten Arbeiten eröffnet.

Ministerialrat im Bundesbauministerium, Hans-Dieter Hegner, würdigte in seinem Grußwort die Rolle des Ziegels als nachhaltigen Baustoff für herausragende Architektur: „Gute Beispiele sind Ansporn für zukünftige Investoren und Bauherren. In diesem Sinne hoffe ich auf eine große Ausstrahlung des Preises." Der Vizepräsident der Bayerischen Architektenkammer und Hausherr, Hans Dörr, begründete das Engagement beim Deutschen Ziegelpreis mit „der hohen architektonischen Qualität aus einem der ältesten Baumaterialien der Menschheit. (...) Die Ergebnisse dieses Auszeichnungsverfahren zeigen, dass sich hohe gestalterische, konstruktive und energetische Ansprüche vorbildlich miteinander vereinen lassen. Sie zeigen, dass es zu den schnittstellenintensiven Mehrschichthüllenkonstruktionen durchaus Alternativen gibt." Der Vorstandsvorsitzenden des Ziegel Zentrum Süd, Johannes Edmüller, griff bei der Preisverleihung die Thematik seiner Vorredner auf und wandte sich an die planenden Architektur-und Ingenieurbüros: „Sie alle streben danach, Bauwerke zu verwirklichen, die Vorbilder sind. Vorbildhafte Bauten bieten heute weit mehr als ein attraktives, äußeres Erscheinungsbild, gepaart mit perfekten Lösungen bezüglich ihrer Funktionalität mit ansprechenden Details im Inneren. Erhöhtes Augenmerk liegt auf der möglichst optimalen Energieeffizienz, der Umweltverträglichkeit der Bauprodukte, der Nachhaltigkeit der Gesamtkonzeption und der Wirtschaftlichkeit der Baumaßnahmen." Im Anschluss sprach Burkhard Fröhlich, Chefredakteur der DBZ, in einem Impulsreferat über „Baukultur und integrale Prozesse". Die feierliche Laudatio auf den Hauptpreis, die beiden Nachwuchspreise und die sechs Anerkennungen hielt Juryvorsitzender Prof. Georg Sahner. Von den über 50 eingereichten Arbeiten kamen neun Projekte in die Gruppe der prämierten Bauten, acht weitere erreichten die Engere Wahl.

Hauptpreis für Wohnhaus Berner in Stuttgart

Prof. Christine Remensperger, Architektin aus Stuttgart, ist die glückliche Gewinnerin des mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreises des Architekturwettbewerbs. Ein unprätentiöses und doch nobles Wohnhaus im historischen Kontext des Ortsteils Rotenberg in den Weinbergen am Rande von Stuttgart ging bei der Jurysitzung am 28. Oktober als klarer Sieger hervor. Familie Berner, für die dieses moderne Ziegelhaus mit hoher gestalterischer Qualität entstand, nahm freudestrahlend die Urkunde aus den Händen des Ministerialrats im BMVBS, Hans-Dieter Hegner, mit seiner herzlichen Gratulation entgegen. Johannes Edmüller, Vorstandsvorsitzender des Ziegel Zentrum Süd, überreichte der erfolgreichen Architektin die Siegerprämie und beglückwünschte sie zu der bemerkenswerten Angemessenheit der Mittel, die zum Entstehen dieses subtilen, massiven Ziegelhauses führte, das Energieeffizienz und gestalterische Ausdruckskraft überzeugend vereint.

Nachwuchspreise für experimenta in Heilbronn und Education Center in Ruanda

Die Vergabe eines Nachwuchspreises entstand auf besonderen Wunsch des Bundesministeriums. Ministerialrat Hans-Dieter Hegner, der die Kooperation des BMVBS mit dem Ziegel Zentrum Süd als Ansprechpartner des Ministeriums sehr umsichtig und partnerschaftlich betreute und als Experte in der Jury aktiv war, war entsprechend erfreut, als sich bei der Jurysitzung zwei Projekte für diese Kategorie durchsetzten. Einen dieser Nachwuchspreise mit je 3.000 Euro Dotierung erhielt das junge Architekturbüro studioinges aus Berlin für ihre sehr gelungene architektonisch-gestalterische Leistung bei der Planung und Umsetzung ihres Wettbewerbserfolges für das Science-Center experimenta im Binnenhafen von Heilbronn. Hier wurde ein historischer Ölsaatenspeicher mit seiner unverwüstlichen Klinkerhülle saniert, um einen Neubau ähnlicher Höhe und Hüllkonstruktion erweitert und mit modernem, leuchtend grünem Innenleben an der Schnittstelle der beiden Bauteile zu einem Synonym für einen erfolgreichen Neuanfang in der ehemaligen Industriebrache ausgestattet.

Der zweite Nachwuchspreis ging nach München an den Architekten Dominikus Stark und sein Team, dem mit seinem Education Center in Ruanda ein überaus beeindruckendes Gebäudeensemble mit bestechend einfachem Materialkonzept gelang. Regional hergestellte Ziegelsteine als dominierendes Baumaterial in ihrer sehr überzeugenden Kombination mit Papyrusgeflecht für die Schatten spendenden Schulungsräume eines Low-Tech-Ausbildungszentrums, die gekonnt um einen ruhigen Hof gruppiert sind. Eine in vielerlei Hinsicht herausragende Leistung, der mit diesem Nachwuchspreis verdientermaßen eine weitere Ehrung zuerkannt wird.

Sechs Anerkennungen an Architekturschaffende aus ganz Deutschland

Sechs Anerkennungen wurden an Architekturschaffende aus ganz Deutschland verliehen. Prof. Hans Klumpp aus Stuttgart nahm eine der mit je 1.500 Euro dotierten Anerkennungen für das Wohnhaus des Ehepaars Cammerer in Adelberg entgegen. Das eigenwillige, erdfarbene Ziegelhaus wurde von der Jury als dringend notwendiger Beitrag zum demografischen Wandel gesehen, der durch die Nutzungsvariabilität dieses kompakten Wohnhauses zum Tragen kommt. Zudem nimmt die Heizungsanlage des Hauses an einem bundesweiten Praxistest für Brennstoffzellen-Heizgeräte teil. Das Atelier Lüps aus Schondorf, der zweite Anwärter für eine Anerkennung, bietet sowohl in seiner Erscheinung als auch bezüglich des Energiekonzepts einen ganz anderen Denkansatz. Eine an drei Seiten weitestgehend geschlossene, speicherfähige, massive Ziegelhülle, innen sichtbar und hervorragend verarbeitet, wird an der Südseite durch eine gläserne Doppelfassade geschlossen. Das komplexe Innenleben des Ateliers entwickelt sich über drei Ebenen, gekrönt von einer Wohnung mit großzügiger Dachterrasse. Die Architekten Neumeister & Paringer aus Landshut freuten sich über eine Anerkennung für den kleinen Neubau eines Pfarramtes für die Erlöserkirche aus dem Jahr 1963 von Architekt Hans Döllgast in Landshut. Das schmale Bürogebäude wurde von der Jury als anspruchsvolles, hochwertiges Verbindungsglied zwischen den bestehenden kirchlichen Bauten eingeschätzt. Die ungewöhnliche Kombination von tragender, hochwärmedämmender Ziegelkonstruktion mit einer sehr ansprechend gestalteten Hülle aus Klinker, ohne Zusatzdämmung verarbeitet, war viel diskutiert und wurde als sehr interessanter, vollwertiger Beitrag zu diesem Wettbewerb gesehen. Eine weitere Anerkennung ging an die Architekten MGF aus Stuttgart für das Unterkunftsgebäude für den offenen Vollzug der JVA in Berlin-Zehlendorf. Es erinnert durch seine ausgesprochen qualitätvoll ausgeführte Fassade aus Kohlebrand-/Wasserstrichziegel, kombiniert mit mehrfach nutzbaren, schmalen Drehläden aus Metall, eher an Klassiker der Ziegelbauweise von Heinz Bienefeld denn an Vollzug bedingte Kargheit. Zwei Anerkennungen wurden an das Architekturbüro von Prof. Andreas Meck aus München verliehen. Zusammen mit seinem Team wurde er für das Dominikuszentrum im Münchner Norden und für St. Nikolaus in Neuried bei München geehrt. Die Jury kam einstimmig zu dem Schluss, dass die architektonische Gesamtkomposition des Dominikuszentrums, die Ausgestaltung seiner Details und das anspruchsvolle, künstlerische Gestaltungskonzept sich hier zu bedeutenden Interpretationen des Themas „sakraler und sozialer Mittelpunkt" zusammengefunden haben. Der Architekt Andreas Meck hat durch seinen meisterhaften Umgang mit den wesentlichen Elementen der Architektur ein Zeugnis für die Zeiten überdauernde Baukultur geschaffen. Das Fazit für St. Nikolaus fiel nicht minder euphorisch aus: bei diesem Kirchenzentrum handelt es sich um ein weiteres, souverän und sensibel gemeistertes Exponat im Oeuvre dieses Architekten! Die beiden Anerkennungen gesellen sich zu einer ganzen Anzahl Preise, die diese beiden Bauten bisher erhalten haben.

Festlicher Empfang und Ausstellungseröffnung

Ein festlicher Empfang im großen Saal im Haus der Architektur der Bayerischen Architektenkammer bildete den glänzenden Abschluss der Verleihung des Deutschen Ziegelpreises. Preisträgerinnen und Preisträger mischten sich mit dem Fachpublikum und interessierten Architekturbegeisterten, die zahlreich der Einladung des Ziegel Zentrum Süd und seiner Kooperationspartner, dem Bundesbauministerium und der Bayerischen Architektenkammer, sowie der ideellen Partner gefolgt waren. Die Ausstellung zum Deutschen Ziegelpreis wurde feierlich im Foyer des Hauses der Architektur eröffnet und ist bis zum 16. März dort der Öffentlichkeit zugänglich. „Wir freuen uns sehr über die Ergebnisse dieser erstmaligen Auslobung des Deutschen Ziegelpreises, die nun alle zwei Jahre stattfinden soll. Ab Mitte März wird die Ausstellung dazu durch ganz Deutschland wandern. Mindestens sechs weitere Ausstellungstermine sind bereits fest zugesagt," so Waltraud Vogler, Geschäftsführerin des Ziegel Zentrum Süd, die als Architektin auch Teil der Jury war und mit ihrem Team die Konzeption und Organisation dieses Architekturwettbewerbs erfolgreich durchführte. Die Dokumentation zum Deutschen Ziegelpreis ist beim Ziegel Zentrum Süd in München kostenfrei erhältlich und steht auch als Download bereit.

Jurymitglieder Prof. Georg Sahner, HS Augsburg, Vorsitz; Prof. Lydia Haack, HTWG Konstanz; Jun.-Prof. Angèle Tersluisen, TU Kaiserslautern; Prof. Volkmar Bleicher, HfT Stuttgart; Prof. Hansjörg Göritz University of Tennessee Knoxville; Ministerialrat, Dipl.-Ing. Hans-Dieter Hegner, BMVBS und Dipl.-Ing. Architektin Waltraud Vogler, Ziegel Zentrum Süd.

Das Ziegel Zentrum Süd hat die Aufgabe, Lehrende und Studierende der Architektur und des Bauingenieurwesens in ihrer Arbeit an den Hochschulen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland zu unterstützen. Veranstaltungen werden vom Ziegel Zentrum Süd organisiert, weitestgehend finanziert und vor Ort betreut und begleitet. Nähere Informationen zum Ziegel Zentrum Süd e. V. finden Sie auf der Internet-Seite: www.ziegel.com

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