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Neues Kurhaus | Es war einmal…

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"In dem Augenblick aber, wo sie den Stich empfand, fiel Dornröschen auf das Bett nieder und lag in einem tiefen Schlaf. Und dieser Schlaf verbreitete sich über das ganze Schloss..."

Ein bisschen erinnert das Märchen von der wunderschönen, schlafenden Prinzessin auch an Bad Alexandersbad, einen kleinen, traditionsreichen Kurort mit etwa eintausend Einwohnern im Fichtelgebirge. Schon der europäische Hochadel vergangener Jahrhunderte kurierte hier seine Leiden, bevor die Gemeinde mit Bürgermeister Peter Berek 2008 vor der richtungsweisenden Entscheidung stand, das Heilbad aufzugeben oder in die Offensive zu gehen. Der kleine Ort war eingeschlafen, die Chancen und Möglichkeiten dieses einmaligen Flecken Erde wurden jedoch wiedererkannt, sodass Bad Alexandersbad in den größten zusammenhängenden Entwicklungsprozess seiner Geschichte startete.

Auf die Frage, was an diesem Ort sein will, gibt Bad Alexandersbad viele Antworten. Der kleinste Kurort Bayerns liegt mitten im Fichtelgebirge, einer einmaligen Landschaft mit weiten Wäldern, Felsenmeeren, durch Wollsackverwitterung typisch geformte Granitfelsen, Weiher und Bäche, Moore und Sümpfe. Weiter Horizont, Weitblick und echte Perspektive. Krafttanken in Natur und Architektur ist das Konzept.

Die städtebaulichen Linien wurden weitergezogen, der neue Baustein wie eine barocke Intarsie präzise gesetzt und ganz selbstverständlich mit dem Alten verwoben. Ein Haus - mehr eine Addition einzelner, steinerner Skulpturen als ein Haus, bildhauerisch gearbeitet -, das an einen wollsackverwitterten Granitfelsen erinnert, verwachsen mit der Erde. Eine neue Schicht, die ihren Halt in der Vergangenheit findet, aber im Heute angekommen und für das Morgen gewappnet ist.

Die Fassade des neuen Kurhauses nimmt dieses Bild auf. Der mit Granitsplittern versetzte grobe Putz reflektiert die Sonne - mineralisch funkelnde Tiefe. Die gläsernen Fugen spiegeln den Himmel und symbolisieren das Wasser. Das Innere lässt sich erahnen und tritt gläsern in den Dialog mit den Menschen und dem Ort – schafft Neugierde.

Die gläserne Mitte verbindet das Alte mit dem Neuen und empfängt die Besucher. Ein Ort dazwischen, zwischen den Häusern, zwischen den Jahrhunderten, zwischen außen und innen. Ein Ort der Kommunikation, der Begegnung, aber auch der Orientierung – ein Ort, der alle Bereiche und Funktionen verbindet.

Es gibt Ruheräume, Bewegungsräume, Therapieräume, Wasserräume, Schwitzräume – Sinnesräume. Sie sind wie Höhlen, Wälder, Felsen, Moore oder Gewässer, schaffen Ruhe, Geborgenheit, Entspannung – bieten Rückzug. Sie sind benannt, wie sie sich anfühlen – nach lokalen Fluren oder Mooren. Fuchsbau. Bienerswiese. Doktorswiese. Schwarzes Moos. Das architektonische Konzept setzt sich im Inneren fort. Fuge und Stein. Hell und Dunkel. Weite und Geborgenheit. Die Architekten holen das Fichtelgebirge ins Haus.

Drei Schwimm- und Therapiebecken – innen und außen – ein Gefühl wie im Freien. Man blickt am Tag in die grüne, umgebende Landschaft des Fichtelgebirges und am Abend in den Sternenhimmel. Loslassen. Abtauchen. Den Sorgen entkommen. Das Bad - keine große Halle, sondern Einblicke, Ausblicke und Durchblicke. Räume die neugierig machen, einladen, sie zu entdecken. Die Blicke wandern und finden Halt. Jede Linie ist an ihrem Platz, jede Höhe hat ihren Sinn. Der Raum spielt mit Farbe, Licht, Schatten und den Jahreszeiten. Zwischenräume. Natürliches, echtes Licht. Gerahmte Blicke in die Landschaft, aus den Becken, von der Dachterrasse oder den Ruheliegen. Freiraum. Daneben die Möglichkeit, einzutauchen ins Erdreich. Sauna. Sanarium. Dampfbad. In den Achsen Eisbrunnen und echtes, loderndes Feuer im Ruheraum.

Ein sinnliches Konzert der Elemente. Feuer, Wasser, Luft und Erde. Dargestellt von regionalen, traditionellen Materialien. Naturanalogien wie Wald, Wasser, Steinfelsen und Moor. Granit, Holz, und Glas. Himmel und Erde. Innen wie außen. Die Materialien sind wertig und nachhaltig. Sie können vor dem Morgen bestehen. Material und Oberflächen sind die Worte. Licht und Schatten ihre Melodie.

"Kraft tanken in außergewöhnlicher Natur und Architektur. Ein schlafendes Bad Alexandersbad, das war einmal... Ein neues Kapitel beginnt: Dornröschen wurde wachgeküsst."

  • Standort

    Markgrafenstraße 28
    95680 Bad Alexandersbad
    Kartenansicht

  • Bauherr

    Gemeinde Bad Alexandersbad, vertreten durch den Ersten Bürgermeister Peter Berek, Markgrafenstraße 28, 95680 Bad Alexandersbad, Deutschland

  • Fertigstellung

    2017

  • Baukosten

    8.860.000,00 €

  • Baumaßnahme

    Neubau

  • Bauweise

    Stahlbeton

  • Kennzahlen

    Bruttogrundfläche: 5.000 m²
    Nutzfläche: 2.294 m²
    Bruttorauminhalt: ca. 19.650 m³

    ca. 2.350 m² Fassadenfläche
    ca. 55 Millionen Granitsteinchen in der Fassade
    ca. 300 m² Wasserfläche
    ca. 405.000 l Wassermenge

  • Andere Fakten

    Fotos: Constantin Meyer

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