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Museum für historische Maybach Fahrzeuge

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Das Projekt spiegelt in mehreren Punkten Gedanken des nachhaltigen und Ressourcen schonenden Wirtschaftens wider. Es wurde die Chance genutzt eine brach liegende, historische Industriearchitektur mit neuen Nutzungen und neuem Leben nachhaltig und zukunftssicher zu revitalisieren.

Architektur + Innenarchitektur

Die ehemalige Fabrik erwachte durch harmonisches Zusammenspiel der historischen Bausubstanz mit zeitgemäßer Architektur zu neuem Leben. Die sorgsam konservierten Spuren der früheren Expresswerke lassen sich in allen Bereichen des Areals spüren und finden. Gebäudebereiche mit Einbauten jüngerer Vergangenheit wurden entkernt, die alten Raumstrukturen wieder heraus geschält.

Das Ergebnis

Ein reizvolles Ensemble aus historischer Industriearchitektur, die innen wie außen ablesbar bleibt, verbunden mit modernen Elementen in bewusstem Kontrast, aber harmonischem Zusammenspiel.

Museum


Das Ensemble der Gebäude verbindet der neue Foyerbau als zentrale Erschließungsplattform, bewusst als Kontrast zu den historischen Bauteilen in ehrlichem Sichtbeton erstellt. Vitrinen und Durchgänge scheinen scharfkantig aus den planen Betonflächen geschnitten. Die ehemaligen Produktionshallen durften ihren spannenden Raumcharakter behalten und erfüllen trotzdem, mit neuer Technik ausgestattet, optimal ihre neue Aufgabe als moderne Ausstellungsräume für die historischen Automobile und deren Zeitgeschichte.

Öffnungen zwischen Alt und Neu schaffen Durchblicke und Kommunikation zwischen allen Museumsbereichen. Eine reduziert gehaltene Palette neuer Materialien erlaubt eine zurückhaltende und dennoch selbstbewusste Sprache der neu hinzugefügten Architektur und Innenarchitektur. Der Boden mit den alten Asphaltplatten wurde, mitsamt den bewusst belassenen Abnutzungsspuren der früheren Tage, konserviert. Stahlblech korrespondiert mit der industriellen Geschichte des Gebäudes, und zeichnet als kantige Rahmen neue Öffnungen und Durchgänge in den historischen Fassaden und Wänden ab. Das Spiel mit Tages- und Kunstlicht schafft interessante Raumerlebnisse im Museumsbereich. Bewusst gesetzte dunkle Flächen, mit Graphit aus dem Bayerischen Wald aufgebracht, sind optimaler Hintergrund für glänzenden Lack und Chrom der Oldtimer. Die Ausstellungsmöbel und –vitrinen, ebenfalls Teil der Gesamtplanung, transportieren Informationen und gleichzeitig Licht in den Raum.

Museums - Areal


Die Spuren der industriellen Vergangenheit finden sich auch außerhalb der eigentlichen Ausstellungsflächen auf dem Areal des Museums für historische Maybachfahrzeuge. Der frühere Verwaltungsbau an der Holzgartenstraße dient nach der Sanierung wieder modernen Büroflächen. In den neuen Arbeitsräumen lässt sich die Vergangenheit noch spüren. Die klassischen Vollguss-Stützen, befreit von Verkleidungen jüngerer Vergangenheit, stehen als statische Zeitzeugen in vielen Räumen. Sorgfältig restaurierte Parkettböden oder filigrane Holz-Glas-Trennwände der historischen Bausubstanz präsentieren sich ebenfalls in neuem Glanz. Raffinierte Details erlauben dabei das Einbringen zeitgemäßer Licht- und Medientechnik, die entweder versteckt oder als ablesbarer Gegenpol zum Ambiente vergangener Tage auftritt.

Baumaßnahmen


Für Sanierung und Neubauten kamen ausschließlich ökologisch unbedenkliche Materialien zum Einsatz. Es sollten soweit möglich ehrliche Materialien sein, ohne Schad- oder Kunststoffe. Die Arbeiten wurden, soweit möglich an Firmen vergeben, die in der Region beheimatet sind. Dies sollte ebenfalls die Regionalität fördern und lange, unnötige Fahrten und Transporte wegen eventuell etwas günstigerer Preise vermeiden.

Energie


Bei der Planung der Gebäudetechnik wurde auf regenerative Geothermie gesetzt. Die Heizung des gesamten Gebäudekomplexes sowie die Kühlung der Büroräume im Sommer wird durch Erdwärme mittels zwei Wärmepumpen erzeugt. Auf dem bestehenden Flachdach wurde eine Photovoltaik-Anlage installiert. Der aus Sonnenenergie erzeugte Strom der 115 Paneele wird in das Netz der Stadtwerke eingespeist.

  • Auszeichnungen

    Regionalpreis Oberpfalz 2009

  • Standort

    Holzgartenstr. 8
    92318 Neumarkt i.d.OPf.
    Kartenansicht

  • Bauherr

    Anna und Dr. Helmut Hofmann

  • Fertigstellung

    2008

  • Baumaßnahme

    Neubau, Sanierung | Revitalisierung

  • Kennzahlen

    Grundstücksfläche ca. 8.300 m²
    Ausstellungsflächen gesamt ca. 2.610 m²
    Büroflächen 1.250 m²

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