Mit Einrichtung des neuen kooperativen Förderschulzentrums sollten zwei bestehende Schulbereiche, sowie Lerneinheiten für verhaltensauffällige Schüler in einem Gebäude vereint werden. Die Gliederung der Baumasse in einzelne Häuser und die moderate Höhenentwicklung ermöglichen eine städtebauliche Integration in die kleinteilige Wohnbebauung der Umgebung. Durch die modularen Strukturen wird eine Zusammenfassung der Bereiche Sprachförderung und Lernförderung und gleichzeitig eine räumliche Trennung in Jahrgangsgruppen erreicht. Schülern wird die Orientierung erleichtert.
Durch die schachbrettartige Anordnung der Gebäude entsteht eine Folge teils introvertierter teils offener in die Landschaft überleitender Höfe, die eine enge Verbindung zwischen innen und außen ermöglichen. Die Schulanlage ist weit in das zur Verfügung stehende Grundstück eingeschoben, um Platz für einen großzügigen Pausenhof zu gewinnen.
Erschließung
Der gesamte Komplex wird durch zwei große Achsen in Ost- West- Richtung erschlossen. Über den nördlichen Verbindungsgang erreicht man die Häuser für die Schulvorbereitende Einrichtung und die Individuelle Lern- und Sprachförderung, der südliche Verbindungsgang führt zu den Lerneinheiten für verhaltensauffällige Schüler. Zwischen den beiden Fluren liegen die gemeinsam benutzten Bereiche wie Pausenhalle, Fachklassen, Verwaltung und Lehrerbereich.
Die Zweifachsporthalle liegt, von außen und innen zugänglich, südöstlich der Schule und ist mit ihren Freisportflächen den im Süden des Grundstücks vorhandenen Sportflächen zugeordnet.
Fassade
Den haptischen Bedürfnissen der Kinder entsprechend ist die Fassade aus Holz. Durch die Auflösung in einzelne Leisten und durch den großen Lattenabstand wird die Außenhaut mehrschichtig. Wegen der Lärmprobleme musste eine künstliche Be- und Entlüftung gewählt werden, die allerdings den Vorteil hat, dass durch Zwangslüftung in den Sommernächten die Wärme abgeführt werden kann. Die zur Decke reichende Verglasung schafft Sichtbezüge zur Landschaft und zu den Nachbarhäusern. Die Brüstung ist so niedrig, dass die Kinder auch im Sitzen aus dem Fenster schauen können. Die Pfosten-Riegel-Fassade besteht aus Baufurnier in Birke mit Pressleisten aus Aluminium. Der Sonnenschutz wird im oberen Bereich mit ausklappbaren Elementen aus Holzlamellen und im unteren Bereich mit Lamellen-Raffjalousien gewährleistet.
Farbe
Bei der Farbgestaltung wurde der Künstler Erich Wiesner hinzugezogen, der das Einzelhausprinzip radikal interpretiert hat. Jedes Haus hat eine eigene Farbe. Jedoch haben es Farbzusammenhänge in den Höfen oder bei der Häuserfolge erforderlich gemacht, dass Farben bei den einzelnen Häusern wechseln.