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Das Museum Brandhorst

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Städtebauliches Konzept

Das Museum Brandhorst befindet sich an der Türkenstraße, Ecke Theresienstaße in der Münchner Maxvorstadt. Das Grundstück (Fläche: 100m x 40m) bildet die nordwestliche Ecke des so genannten Museumsareals, das die Alte und die Neue Pinakothek, die Pinakothek der Moderne, die Graphische Sammlung und nun das Brandhorst Museum umfasst.

Der neue Museumsbau nimmt das städtebauliche Bebauungskonzept der Pinakothek der Moderne auf, in deren zweiter Bauabschnitt ein 17m hoher Riegel, entsprechend dem historischen Vorbild der Türkenkaserne, den Blockrand entlang der Gabelsberger- und der Türkenstraße schließen wird. Das Museum setzt diese Blockrandbebauung entlang der Türkenstraße bis zur Theresienstraße fort.

Ein erhöhtes Gebäudevolumen, der Kopfbau, betont die Eckbebauung. Da die Bauflucht gegenüber dem historischen Vorbild um etwa 3m (eine Baumreihe) von der Straße versetzt ist, knickt dieser Kopfbau in die Straßenkreuzung hinein, um hier den Raum der stärker zu fassen. Seine Höhe entspricht der des gegenüberliegenden Wohnhauses von Sep Ruf, einer Ikone der Nachkriegsarchitektur.

In Symmetrie zum Südeingang der Pinakothek der Moderne an der Ecke Türken-/Gabelsberger Straße liegt der Eingang zum Museum Brandhorst an der Kreuzung Theresien/Türkenstraße und öffnet bzw. verbindet damit das Museumsquartier mit dem angrenzenden Stadtteil Schwabing.

Gebäude

Das oberirdisch sichtbare Gebäudevolumen des Museums besteht aus einem Langbau und dem Kopfbau. Die beiden Baukörper sind durch ein durchgehendes Fensterband verbunden, das das Haus optisch in zwei Geschosse unterteilt. Im Kopfbau an der Theresienstraße mündet dieses Band in der großzügigen Verglasung des Haupteingangs. Ein kleineres „Schaufenster" öffnet dort den Cafebereich im Foyer nach Norden und Westen, weitere vereinzelte Fenster bieten pointierte Ein- und Ausblicke.

In dem Gebäude befinden sich drei Ausstellungsebenen (insgesamt 3200 Quadratmeter Ausstellungsfläche) mit Geschosshöhen von durchschnittlich 9m.
Im Süden sind Verwaltung und Depots auf acht übereinander gestapelten Etagen mit Geschoßhöhen von je 3,90m untergebracht. Neben Ausstellungsflächen, Foyer, Café, Buchladen, Verwaltung, Depots und Nebenräumen enthält das Gebäude Restaurierungsateliers und Ausstellungswerkstätten, Räume für Seminare und Wachpersonal, sowie eine Laderampe für Kunsttransporte. Die komplexe Klimatechnik ist größtenteils in einem unterirdischen durchgehenden Technikbereich (l=98m Länge, b=8m, h=8m) an der Ostseite des Hauses untergebracht.

Raumkonzept

Die Ausstellungsflächen des Museums sind auf drei Ebenen verteilt. Die Galerien auf den jeweiligen Etagen unterscheiden sich in Größe, Anordnung und Proportion, sowie in ihren spezifischen Tages- bzw. Kunstlichtsituationen. Im obersten Geschoss - mit direkten Oberlichtern im Dach - befinden sich die großen Säle mit bis zu 450m² Größe und Hängehöhen bis zu 9m. Sie sind durchgängig mit transluzenten Textildecken versehen, die das Tageslicht gleichmäßig verteilen, und dennoch das Spiel des sich verändernden Tageslichts (Wolken, Sonne) subtil abbilden.

Im Erdgeschoss befinden sich intimere Räume mit Größen von 55m² bis 100m² und Hängehöhen von 5,50m; sie sind miteinander in versetzter Enfilade verbunden, so daß sich überraschende Durchblicke auf immer neue Kunstwerke ergeben. Die Räume werden über ein System von Reflektoren illuminiert, die Tageslicht durch ein Seiten-Oberlicht in die Räume bringen. Ihre Decken bestehen aus textilbespannten Lamellen, die das Tageslicht dämpfen und streuen, gleichzeitig aber die räumliche Situation über der Decke erkennen lassen. Eine etwa 7m hohe Quergalerie wird hingegen durch ein großes Fenster von der Seite belichtet: es bietet ideales Licht für Skulpturen und dreidimensionale Objekte und stellt einen direkten Blickkontakt in die Straße her. Im Souterrain wird der zentrale 460m² große und 7m hohe Patio direkt mit Tageslicht von oben belichtet; die seitlich daran anschließenden Kabinette für Fotografie und Arbeiten auf Papier (6 x 65 m²) sind ausschließlich mit künstlicher Beleuchtung ausgestattet, die den konservatorischen Anforderungen entsprechend stark reduziert ist. Die Medien-Suite (ca. 240m²) für Video und elektronische Kunst ist ganz als Black Box konzipiert.

Alle Galerien (mit Ausnahme der Mediensuite) verfügen über weiße Wände und einen massiven Dielenboden aus dänischer Eiche. Sie bilden einen unaufdringlichen Hintergrund für die - vorwiegend an Wänden hängenden - Kunstwerke. Ihr Licht, ihre Farbigkeit und ihre Materialität bieten eine selbstverständliche, leichte Atmosphäre. Ihre Architektur soll der Kunst ihren Raum geben. Dabei wird gleichzeitig eine solche Vielzahl räumlicher Variation angeboten, daß man bei dem Museum Brandhorst auch von einer „Sammlung von Räumen" sprechen könnte.

Die drei Ausstellungsetagen werden durch eine grandiose, mit Eichenholz verkleidete Treppe miteinander verbunden, die den Besucher zum Erkunden der unterschiedlichen Ebenen einlädt.

Energie

Hohe Anforderungen an die Stabilität von Temperatur, relativer Luftfeuchte und Luftqualität in Ausstellungsräumen und Depots mit internationalem Standard verlangen einen sehr hohen Grad technischer Installation und verursachen enorme Betriebskosten. Deshalb wurde von und in Zusammenarbeit mit dem Haustechnikbüro eine völlig neue Strategie entwickelt, mit der sich gegenüber eines vergleichbaren Gebäudes 50% des thermischen Energieverbrauches und 26% des elektrischen Energieverbrauches einsparen lassen, und der jährliche CO2- Ausstoß um 1.250 Tonnen reduziert werden kann.

Fassade

Während im Innern des Museums das Hauptaugenmerk darauf liegt, ideale Ausstellungsbedingungen herzustellen, soll sein Äußeres auf seine Rolle als Behälter lebendiger Kunst aufmerksam machen: Die polychrome Außenhaut wirkt wie ein großes abstraktes Gemälde. Die Außenhaut ist mehrschichtig aufgebaut. Vor der Unterkonstruktion und der Wärmedämmung befindet sich eine horizontal gefaltete zweifarbige Blechhaut, deren Feinperforation den Lärm des Autoverkehrs an der Türken- und Theresienstraße absorbiert. Vor dieser horizontal betonten Fassadenfläche wurden 36.000 einzelne Keramikstäben (4cm x 4cm x 110cm) vertikal angebracht, die in insgesamt 21 verschiedenen Farben glasiert sind.

  • Standort

    Theresienstraße 35
    80333 München
    Kartenansicht

  • Bauherr

    Freistaat Bayern

  • Baubeginn

    2006

  • Fertigstellung

    2008

  • Baukosten

    brutto 48.150.000 Euro

  • Baumaßnahme

    Neubau

  • Bauweise

    Stahlbeton, Stahl

  • Kennzahlen

    Ausstellungsfläche: ca. 3.200m²
    Bruttogeschoßfläche: ca. 12.000m²
    Bruttorauminhalt: ca. 68.000m²
    Langbau (l=98m, b=18m, h=17m)
    Kopfbau (l=34m, b=17m, h=23m)

  • Andere Fakten

    Wettbewerb Dezember 2002

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