Zeitgenössische Architektur in Bayern

Neubau des TUM Campus im Olympiapark

Gewinner des Architekturwettbewerbs steht fest

Der Wettbewerb für den Neubau der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften sowie des Zentralen Hochschulsports auf dem TUM Campus im Olympiapark ist entschieden. Das Preisgericht sprach sich mit großer Mehrheit für ein Team aus Bregenz, Österreich aus: Gewinner sind das Architekturbüro Dietrich Untertrifaller mit Ballina Schubert Landschaftsarchitekten. Die Entscheidung wurde am 30. März 2015 bekanntgegeben. Die Ausstellung mit den Entwürfen der fünf Preisträger sowie der drei Anerkennungen läuft bis 7. April 2015.

Der TUM Campus im Olympiapark wird komplett neu bebaut und von Süden erschlossen: Neben Institutsgebäuden, Laboren, einer Bibliothek und Mensa für die Sport- und Gesundheitswissenschaften entstehen Sporthallen, die von der Fakultät und dem Zentralen Hochschulsport (ZHS) gleichermaßen genutzt werden.

Zu den Nutzern zählen rund 2.400 TUM- und LMU-Studierende sowie etwa 17.000 Sportaktive aller Münchner Universitäten und Hochschulen pro Semester. Insgesamt haben 125.000 Studierende und 30.000 Angestellte eine Nutzerberechtigung für den ZHS.

Am Neubau soll sich das Motto der Fakultät, „Integration von Forschung und Lehre in einer Einheit", ablesen lassen. Dies im Einklang mit dem denkmalgeschützten Olympiapark in zwei Bauabschnitten zu realisieren, stellte eine besonders hohe Anforderung an die Planer dar.

Ein stimmiges Gesamtkonzept für den nördlichen Olympiapark

Von 30 eingeladenen Architekturbüros stellten sich 27 in einem anonymen Verfahren der Bewertung einer Jury aus Architekten und Stadtplanern, Mitgliedern der TUM, Politikern sowie Vertretern des Wissenschaftsministeriums.

Zielsetzung des Wettbewerbs war die Bauwerksplanung unter Bewahrung und Fortschreibung der ursprünglichen Komposition von Landschaft und Architektur des nördlichen Bereichs des 1972 entstandenen Olympiaparks. Für das Gesamtgebiet von 34 Hektar sollte ein städtebauliches und landschaftsplanerisches Konzept entwickelt werden, das einerseits den multifunktionalen Anforderungen der Nutzer entspricht und gleichzeitig eine neue, glanzvolle Adresse der TUM im Olympiapark schafft.

Gelungene Verknüpfung aller Nutzungsbereiche

Nach dem Urteil der Jury wird der Entwurf von Dietrich Untertrifaller mit Ballina Schubert Landschaftsarchitekten diesen Anforderungen in hervorragender Weise gerecht. Das integrative Nutzungskonzept - Forschung und Lehre, Bewegung und Gesundheit - sehen die Preisrichter ausgezeichnet umgesetzt. Dabei überzeugte insbesondere der sehr klare und ruhige Baukörper, den das Architekturbüro präzise in den Landschaftsraum setzt.

In der Bewertung heißt es dazu:

"Der (...) Raum zwischen Wall und Gebäude wird von einem Steg überspannt, der ganz selbstverständlich von Osten zum Haupteingang im Obergeschoss in die zentrale Erschließungsachse führt, von der aus alle Funktionsbereiche erreichbar sind. Dieses Herz der Anlage ist der Kommunikationsort von dem es Einblicke in alle Sporthallen gibt, an dem alle Seminarräume und Hörsäle liegen und im Westen in genialer Weise Mensa und Bibliothek einen Überblick über das gesamte Gelände ermöglichen. (...). Die gewünschten Laborflächen können sehr gut im 3. Bauabschnitt an den Sporthallen angeordnet werden. Die Institutsräume sind optimal in den Sportbetrieb eingebunden."

Nach dem erfolgreich beendeten Wettbewerb sind alle Beteiligten optimistisch, dass die Entwurfsplanung zügig starten kann. Der Baubeginn ist für spätestens Anfang 2018 avisiert, die Baukosten beziffern sich auf etwa 130 Millionen Euro.

Die weiteren Preisträger:

2. Preis: Architekturbüro Gerber Architekten.
3. Preis: Hascher Jehle Architekten mit HUTTERREIMANN
4. Preis: Auer und Weber Assoziierte mit Latz+Partner
5. Preis: Staab Architekten mit Levin Monsigny Landschaftsarchitekten

Anerkennungen:
JSWD Architekten mit Chaix & Morel Paris mit KLA kipa landschaftsarchitekten
SPREEN ARCH mit Waechter + Waechter mit terra.novah4a
Gessert + Randecker mit Hackl Hofmann Landschaftsarchitekten

Alle Fotos: Studio Roland Schmid